Free Voices: Stimmen des Friedens
Am letzten Samstag gaben die Free Voices in der katholischen Kirche Röschenz eine Kostprobe ihres chorischen Könnens. Mit ihren kraftvollen Gospelsongs zogen sie das Publikum rasch in ihren Bann.

Gospel leitet sich vom altenglischen «gōdspel» ab, was «gute Nachricht» oder «Evangelium» bedeutet. Die 1991 von Ruth Peter gegründeten Free Voices haben sich diesem Genre verschrieben, das sich aus dem Spiritual und Elementen des Blues und Jazz entwickelt hat. Die Free Voices singen nicht nur traditionelle Gospels, sondern auch moderne Gospelsongs. Einerseits geht es ihnen um die Pflege der Chormusik, andererseits um die spirituellen Aussagen ihrer Songs, also um die Vermittlung einer Glaubensbotschaft. Der Chor startete mit «The Gospel of Peace», einem neuen Song von 2025, der sich auf die «Schuhe des Evangeliums des Friedens» aus dem Epheserbrief bezieht. Während des Konzerts unterstützten Ruth Peter (Keyboard), Michel Borer (E-Bass), Adina Ackermann (Drums) und Andy Schlaich (Gitarre, Solostimme) effektvoll den Gesang. Das zweite Lied, «There Was Jesus», gewann 2021 den Grammy für die beste zeitgenössische christliche Musikperformance. Die Free Voices interpretierten den beschwingten mehrstimmigen Song mit grossem Klangvolumen. A cappella gesungen war danach das «O Lord, My Lord», das 1999 entstand. In «Come Jesus, Come», einem modernen ruhigen Titel, begann eine Sängerin solistisch: «Manchmal falle ich auf meine Knie und bete: Komm, Jesus, komm, lass heute den Tag sein …» Das Lied «Because He Lives» von Bill und Gloria Gaither ist ein populäres Gemeindelied, das sich auf ein persönliches Auferstehungserlebnis bezieht. Nach dem afrikanisch angehauchten «You Are the Light» und «Thank You Jesus for Your Blood», einem kraftvollen bekenntnishaften Song von Charity Gayle aus dem Jahre 2021, folgte das berühmte und oft gecoverte «You Raise Me Up» von Rolf Løvland. Der Text ist bewusst offen gehalten; er kann religiös, aber auch weltlich als Ausdruck von Liebe und innerer Stärke gedeutet werden. Unterdessen war das Publikum richtiggehend aufgetaut und klatschte mit.
Von Gotthard zu Leonard Cohen
Allen bekannt war der Song «Heaven» der Band Gotthard mit «Zeig mir den Weg zu deinem Herzen…», den die Free Voices überzeugend vortrugen. Bei «I Love Lovin’ Jesus» von Calvin Bridges, einem traditionellen Gospelsong, klatschte das Publikum mit. Das sehr rockige «Shackles» von Mary Mary war geprägt vom Solo von Marc Peter, dem Sohn der Chorleiterin; es wurde vom Publikum stark beklatscht. Das Lied «Let Us Go into the House of the Lord» wird James Cleveland, einem der Väter des modernen Gospels, zugeschrieben. Es basiert auf dem Psalm 122. Nach weiteren drei Songs sangen die Free Voices als Schlussnummer «Glad to Be in the Service», ein Medley aus bekannten älteren Gospels wie «Jesus Is the Light» von Mahalia Jackson oder «Down by the Riverside». Als Zugabe sang der Chor Leonard Cohens tiefgründiges «Halleluja», bei dem alle mitsingen durften. Mit dem vertonten Aaronitischen Segen und dem gemeinsam gesungenen Amen ging das eindrucksvolle Konzert zu Ende.
Ein weiteres Konzert findet am 1. Februar um 17 Uhr in der reformierten Kirche Laufen statt.


