Ein Hauch von WM und offene Fragen

Beim EHC Laufen wird einiges anders. Die Rückkehr in die 2. Liga steht an, und auch die Garderobe der ersten Mannschaft bekommt mehr als nur einen neuen Anstrich. Die mittlerweile 33 Jahre alte Eishalle benötigt hingegen mehr als das. Da stehen ins Geld gehende Massnahmen an.

Weltmeisterlich: Roman Bucher sitzt im Spielerabteil des Captains der slowenischen Mannschaft. Noch war es bei unserem Besuch eine Baustelle, aber die Spieler der ersten Mannschaft werden aus ihrer Garderobe ein weltmeisterliches Bijou machen. Foto: e
Weltmeisterlich: Roman Bucher sitzt im Spielerabteil des Captains der slowenischen Mannschaft. Noch war es bei unserem Besuch eine Baustelle, aber die Spieler der ersten Mannschaft werden aus ihrer Garderobe ein weltmeisterliches Bijou machen. Foto: eh-presse

Roman Bucher, umtriebiges Geschäftsleitungsmitglied des Vereins, sitzt in einer der zahlreich angelieferten Umkleideboxen und freut sich wie ein Kind, das an Weihnachten sein Geschenk auspacken durfte. «Dass die Garderobe der ersten Mannschaft komplett renoviert würde, war keineswegs unser Plan und hat auch nichts mit dem Aufstieg zu tun», sagt Bucher. «Ende Saison fragte uns Sportchef Glenn Chevrolet, ob wir für Anpassungen der Garderobe ein Budget hätten. Ich sagte ihm, dass wir keines hätten, denn es bestand ja nicht dringender Handlungsbedarf.» Kurz darauf erhielt Bucher jedoch ein Mail vom Schweizer Eishockeyverband. Eine Woche vor dem WM-Start war die komplette Garderobe des slowenischen Nationalteams zu verkaufen. Alle anderen waren bereits vergeben. «Das war abends um 21 Uhr. Ich rief sofort Glenn an. Wir besprachen es. Dann klärte ich auch noch mit unserem Spieler Roy Hänggi, der Zimmermann ist, ob das Holz und der verlangte Preis in Ordnung wären. Innerhalb von 90 Minuten ging alles über die Bühne.» Bucher sei klar gewesen, dass es sich um eine einmalige Chance handelte. Nachdem man die Zusage vom Verband erhielt, konnte der Transport der 25 Einzelboxen organisiert werden. «Als das Material bei uns war, gab es eine Kick-off-Sitzung mit der ersten Mannschaft.» Unter Leitung von Kay Segginger ist das Team nun daran, der Garderobe ein «neues Gesicht » zu verleihen.

Sanierungsplan in Arbeit

Die Laufner Eissport- und Freizeithalle hat mittlerweile 33 Jahre auf dem Buckel. Nur logisch, dass Sanierungsarbeiten anstehen. Das sieht auch Laufens Vizepräsident Mathias Christ so, der unter anderem für die Finanzen und für den Unterhalt der Sportanlagen zuständig ist. «Ich möchte vorausschicken, dass die Renovation der Garderobe in Eigenverantwortung des Vereins geschieht. Aber es trifft zu, dass einiges der Zeit angepasst werden muss.» Er erwähnt die energetische Sanierung mit Isolation und Lüftung. Es gehe um die Kosten der Eisaufbereitung, denn mittlerweile möchten Vereine so früh und so lange wie möglich aufs Eis. «Beim EHC und beim ELC Laufen wird die Eiszeit auch durch den Spiel- respektive Turnierplan vorgegeben. Aber wenn wir draussen hohe Temperaturen haben, kostet uns das Eis sehr viel Energie.» Die Kosten für die Sanierung seien im Finanzplan enthalten, sagt Christ. Es gehe letztendlich auch darum, die Kosten für den Betrieb zu minimieren. «Wir müssen berücksichtigen, dass der finanzielle Aufwand bei hohen Aussentemperaturen steigt.» Ein Projektteam, bestehend aus Mitgliedern der Eishallenkommission, sei aktuell an der Ausarbeitung eines konkreten Sanierungsplans. Es wird mit Kosten von rund drei Millionen Franken gerechnet. Die Bedeutung der Eishalle sei allen bewusst, die Frage laute darum nicht Eishalle ja oder nein, betont Christ. «Für den Stadtrat ist es klar, dass eine umfassende Sanierung dem Stimmvolk vorgelegt werden muss. Daher muss transparent aufgezeigt werden, wie der Projektumfang aussieht.» Aus heutiger Sicht sei die Dachkonstruktion kein Problem, so Christ. Der Fall Sissach, bei dem das Dach der Eishalle vollständig saniert werden musste, sei zwar bekannt, betreffe Laufen jedoch nicht. Bucher erwähnt, dass das Eishockey auch wegen der WM im Hoch sei. «Viele Klubs haben Wartelisten, weil immer mehr Kinder spielen wollen. Die Anzahl der Kabinen reicht bei einem Eisfeld, aber wir müssen Anpassungen vornehmen. Das ist auch eine Chance, die Eishalle besser nutzen zu können.»

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

In seiner Werkstatt: Joshua Düblin arbeitet an einem Stück einheimischer Birke. Foto: Martin Staub
Laufental01.07.2026

Ein Schreiner möchte zu alternativer Lebensweise animieren

Seit sieben Jahren betreibt er seine eigene Holzwerkstatt, die er mit einem Mitmieter teilt. Joshua Düblin führt ein einfaches Leben im Einklang mit der Natur.…
Blickt auf ihre Arbeit zurück: 15 Jahre lang leitete Franziska Amrein die ökumenische Wegbegleitung Laufental-Dorneck-Thierstein. Der Verein löst sich Ende Jahr endgültig auf.  Foto: zVg
Laufental01.07.2026

«Man will sich nicht mehr so verbindlich engagieren»

17 Jahre lang vermittelte die ökumenische Wegbegleitung Menschen, die Zeit schenkten. Ende Jahr ist Schluss. Hinter der Auflösung steckt mehr als nur fehlender…
Sorgt in Brislach für hitzige Diskussionen: das Studerhaus im Dorfkern.  Foto: Melanie Brêchet
Laufental24.06.2026

Streit ums Studerhaus: Eine Bewährungsprobe für Brislach

Mit seinem Vorschlag, das Studerhaus abzureissen, stiess der Brislacher Gemeinderat an der Gemeindeversammlung auf geballten Widerstand und musste einiges über…