Dittingen feiert die Strasse auf der Strasse

Dittingen hat mit einem farbigen Strassenfest die neue Dorfstrasse eingeweiht und viele Einheimische und Weggezogene auf das neue Pflaster gelockt.

Musikalischer Empfang für die Gäste: Der Musikverein Blauen umrahmt die Eröffnungsfeier. Fotos: Sabine Asprion
Musikalischer Empfang für die Gäste: Der Musikverein Blauen umrahmt die Eröffnungsfeier. Fotos: Sabine Asprion

Dittingen

Raclette geht immer. Meinrad Cueni hat es nicht auf das Ehrenbürgerrecht des Kantons Wallis abgesehen. Er wollte mit der Männerriege am Strassenfest vom letzten Samstag etwas anbieten, das gut ankommt und das sie auch mit wenigen helfenden Händen bewältigen können. Diese Rechnung ging auf: Die erste Familienportion Raclette ging kurz nach 11 Uhr über das Buffet. Bei den Tortentanten nebenan war dagegen Frühstart angesagt. Mit Zmorge und einem üppigen Kuchenbuffet wurden die Gäste gestärkt auf die Festmeile entlang der neuen Dorfstrasse entlassen. Und an dieser Strasse gab es einiges zu unternehmen und zu sehen, abgesehen vom perfekten Belag und den akkurat verlegten Randsteinen am neuen Trottoir. Die 15-jährige Adeline wollte wohl dem Himmel näherkommen, den man in Dittingen bekanntlich nur sieht, wenn man sich auf den Rücken legt. Sorgfältig stapelte sie beim Turnverein Harassen aufeinander und stieg immer weiter in die Höhe. Andere Dorfvereine boten in ihren Beizli von Wildsaubratwurst über Trockenfleischhäppchen und Chili con oder sin Carne bis zu Fischknusperli alles an, was das Herz begehrt und der hungrige Magen verträgt. Eingerahmt von diesen Verlockungen zeigte der Strassenmarkt einheimisches, kreatives Schaffen und wurde zum Begegnungsraum für Menschen, die noch in Dittingen wohnen, und solche, die es für diesen Tag zurückzog. Musikalische und sportliche Darbietungen wurden zur unterhaltsamen Kulisse einer Art grossen Klassenzusammenkunft.

Ganz ohne «KI» kam auch das Strassenfest nicht aus. Im Rahmen der wohltuend bescheiden gehaltenen offiziellen Eröffnung blickte Gemeindepräsidentin Charlotte Bickel auf die lange Entstehungsgeschichte der Strasse zurück. Kantonsingenieurin («KI») Stephanie von Samson freute sich mit der Bevölkerung, dass die belastende Bauzeit nun vorbei sei, und hob die verborgenen Werte des Werks hervor, so eine neue Eindolung für den Dorfbach sowie eine Fernwärmeleitung. Am letzten Samstag zählte jedoch nur, dass die neue Strasse die Bühne zum Feiern, Plaudern und Geniessen bietet. Diesen Test hat sie mit Bravour bestanden.

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