«Die Veränderung als Chance nutzen»

Patrick Neuenschwander ist der neue Standortförderer des Laufentals. Der Baselstädter lebte viele Jahre lang in China und fühlt sich heute im Laufental daheim.

Der neue Standortförderer: Patrick Neuenschwander, als Auswärtiger «völlig unbelastet», will das Laufental in die Zukunft führen. Foto: Bea Asper

«Meine Botschaft ist klar: Ich möchte als Standortförderer dazu beitragen, dass man Ängste abbaut und die Veränderung als Chance nutzt», sagt Patrick Neuenschwander im Gespräch mit dieser Zeitung. Er könne das Laufental «völlig unbelastet» in die Zukunft führen. «Ich habe keinen Rucksack mit der Auseinandersetzung um den Kantonswechsel oder anderen politischen Querelen zu tragen.» Neuenschwander ist in Basel aufgewachsen und lebte danach zwölf Jahre lang in China. «Ich bringe den Blick von aussen mit. Die Vorstandsmitglieder kannte ich nicht. Ich entdeckte im Wochenblatt das Inserat und bewarb mich für die Stelle des Standortförderers. Im Laufental ist alles in Bewegung. Die Herausforderung, Prozesse mitzugestalten, reizt mich», führt Neuenschwander aus. Er lebe seit 2015 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern (11 und 13) in Blauen und habe die Laufentaler ins Herz geschlossen. Mit der Laufentaler Mentalität komme er bestens zurecht, sagt er. «Die Laufentaler haben ihre Eigenheiten, sie sind hartnäckig, aber durchaus aufgeschlossen und weltoffen. Meine Frau und meine Kinder kannten zuvor nur das Leben in China. Die Blauner haben uns die Integration leicht gemacht. Wir fühlen uns hier sehr wohl und sind motiviert, uns für das Dorfleben einzusetzen — beim Dorfladen, bei der Theatergruppe und Sportvereinen.»

Betriebswirtschaft studiert

Neuenschwander verfügt im Bereich der Wirtschaft über vielfältige Kenntnisse. Er hatte an der Hochschule St. Gallen (HSG) Betriebswirtschaft studiert und eignete sich dann in China das praktische Wissen im Management von internationalen Firmen an. «Dazu zählten auch Firmengründungen. Im zentralistisch geführten China ist das eine besondere Erfahrung, denn man verhandelt direkt mit Vertretern der Regierung. Dabei war meine Frau meine rechte Hand. Sie hatte Business English studiert und hat sich später auch der deutschen Sprache angenommen. Allerdings musste sie in der Schweiz erfahren, dass zwischen Deutsch und dem Dialekt Welten liegen», erzählt Neuenschwander. Zurück in der Schweiz habe er zuerst im E-Commerce sein Geld verdient und sich dann mit Dienstleistungen im Bereich neuer Technologien selbstständig gemacht. «Dabei kam ich auch in Kontakt mit der Wirtschaftsförderung des Kantons Baselland und den Angeboten für Start-ups. Gemeinden und KMU Hilfestellung zu leisten bei der Projektentwicklung und Projektfinanzierung ist nun Teil meines Jobs als Standortförderer des Laufentals — und es ist ein enorm spannendes Wirkungsfeld», resümiert Neuenschwander.

Promotion Laufental führt Standortförderung wieder separat

Er trat seine Stelle am 1. Februar an und übernahm die Aufgabe von Karoline Sutter und Rita Stoffel, die gekündigt hatten. Die Promotion Laufental entschied, die Standortförderung wieder separat zu führen anstatt gemeinsam mit dem Forum Schwarzbubenland. Die Gründe dafür seien im rechtlichen Bereich zu suchen, hiess es. Das Forum führt die Standortförderung als Leistungsauftrag für den Kanton Solothurn und hat diese Aufgabe wieder an Karoline Sutter vergeben. Sie hat eine Firma, die Gemeinden im Finanzbereich Dienstleistungen anbietet.

Im Kanton Baselland ist die Standortförderung zentral organisiert. Der Standortförderer vor Ort ist ein Supplement der Promotion Laufental und muss keine Befehle aus Liestal entgegennehmen. «Wir nutzen die Unabhängigkeit, doch selbstverständlich findet eine enge Zusammenarbeit mit der Standortförderung Baselland als auch mit der Standortförderung des Forums Schwarz-bubenland statt», unterstreicht Neuenschwander. «Bei der Projektarbeit, also zum Beispiel bei der Suche nach neuen Verkehrslösungen oder auch bei Fragen der Bildung werden die Promotion Laufental und das Forum Schwarzbubenland sicherlich noch enger zusammenrücken», ist Neuenschwander überzeugt. Im Alltag der Bevölkerung sei die Kantonsgrenze längstens überwunden. «Das Laufental und das Schwarzbubenland haben viele gemeinsame Interessen und die werden wir nach aussen gemeinsam vertreten», betont Neuenschwander.

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