Denkwürdiges Kirchenkonzert

Die nach einer Fusion entstandene Stadtmusik Harmonie Laufen gab am letzten Sonntag in der St. Katharinenkirche ihr erstes Kirchenkonzert. Es dirigierte Philipp Wagner. Präsident des Vereins ist Manfred Cueni.

Stadtmusik Harmonie Laufen: Die «Blauen» und die «Roten» musizieren unter dem Dirigat von Philipp Wagner. Foto: ZVG

Nachdem bei der Stadtmusik am 25. Januar 2025 der Fusionsvertrag mit der Stadtharmonie angenommen worden war, konnten die «Blauen» und die «Roten» erstmals unter dem neuen Namen auftreten. Diese Formation ist die einzige Harmonie im ganzen Laufental, was heisst, dass hier Blech- und Holzbläser einträchtig zusammenspielen. Schon im Juni nahm man am 25. Bernischen Kantonal-Musikfest in Herzogenbuchsee teil. In der Wettspielklasse 2 «Harmonie» brachte man es auf Rang 6 von 15 teilnehmenden Vereinen, in der Parade­musik sogar auf den 2. Platz. Bereits berichtet wurde von der musikalischen Umrahmung der Garde-Vereidigung im Vatikan im Mai 2024.

Dirigent Philipp Wagner zeigte sich mit dem Ergebnis der Fusion sehr zufrieden. «Es sind rund 60 Musikerinnen und ­Musiker mit einer ausgeglichenen Altersstruktur zwischen 18 und etwa 72», sagte er.

Zum offiziell ersten gemeinsamen Konzert war die St. Katharinenkirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Als erstes Stück erklang «A Festival Prelude» von Alfred Reed, das auf zwei fanfarenartigen Figuren aufgebaut ist. «Il grond silenzi» («Das grosse Schweigen») von Flavio Bundi und arrangiert von Corsin Tuor ist ein bemerkenswertes Werk, das durch gefühlsmässige Tiefe zu gefallen weiss; es bietet einen Einblick in die rätoromanische Musiktradition. Das «Love Theme» aus dem «Pate» von Nino Rota ist allen bekannt; die Melodie ist melancholisch und zugleich von einer gewissen Abgründigkeit durchwirkt. Die unterhaltsame «Czech Suite» von Paul W. Whear wiederum ist stark von der tschechischen Volksmusik inspiriert. Das dreiteilige Stück beginnt mit einem romantischen Lied und endet mit einem schmissigen Festtanz.

Begeistertes Publikum

Als nächstes Werk erklang «Stål Himmel» («Stahlhimmel») des schottischen Komponisten Alan Fernie. Hier sind emotionale Tiefe, nordische Atmosphäre und melodische Klarheit kombiniert; darum ist das Stück beliebt bei Brass Bands und Harmonien. Der Konzertmarsch «Brighton Beach» von William P. Latham ­vermittelt eine anschauliche Meeresstimmung. Latham verwendet klare Strukturen, eine eher konservative Tonsprache und den typisch amerikanischen «Symphonic Band Sound». Einen musikalischen Leckerbissen boten schliesslich «Bilder einer Ausstellung» von Modest Mussorgsky für Orgel und Bläser. Während bei der «Promenade» und bei dem «Grossen Tor von Kiew» die Stadtmusik Harmonie Laufen mitspielte, brillierte ansonsten Tatjana Fuog auf der Orgel. Diese Programmmusik, die von Bildern von Viktor Hartmann inspiriert wurde, entwickelt eine grosse visuelle Kraft. Beim anschliessenden Apéro war das Publikum voll des Lobes für die beachtliche Leistung des Ensembles. Auch Vereinspräsident Manfred Cueni zeigte sich zufrieden und gut gelaunt.

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