Beispiellose Solidaritätswelle
Nach dem verheerenden Brand eines Wohnhauses in Liesberg steht Familie Odermatt vor dem Nichts. Eine Spendenaktion löst nun weit über die Region hinaus grosse Anteilnahme aus. Innert kurzer Zeit kamen bereits über 115000 Franken zusammen.

Es ist eine Zahl, die zeigt, wie gross die Anteilnahme ist: Über 115000 Franken sind auf der Spendenplattform GoFundMe bereits für Familie Odermatt zusammengekommen. Hinter den Spenden stehen zahlreiche Menschen, die der Familie nach dem Verlust ihres Zuhauses helfen möchten. Der Aufruf verbreitet sich nicht nur in Liesberg und im Laufental, sondern weit darüber hinaus. So treffen Spenden aus der ganzen Schweiz ein.
Auslöser ist ein Brand, der in der Nacht auf Samstag, 10. Oktober, kurz vor 4 Uhr am Rohrbergweg in Liesberg ausbrach. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Einfamilienhaus bereits in Vollbrand. Die Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich selbstständig ins Freie retten. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr brachte die Flammen unter Kontrolle und verhinderte, dass das Feuer auf den angrenzenden Stall übergriff. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.
Nur wenig Zeit zur Flucht
Wie Personen aus dem Umfeld der Familie berichten, habe sich das Feuer rasend schnell ausgebreitet. Viel Zeit, das Haus zu verlassen, habe nicht bestanden. Das Wohnhaus sei vollständig zerstört worden. «Das Wichtigste ist, dass es allen gut geht und niemand zu Schaden gekommen ist», heisst es aus dem Umfeld. Auch die Tiere des Hofes seien nie in Gefahr gewesen. Vorsorglich wäre man jedoch bereit gewesen, sie umgehend in Sicherheit zu bringen. Glück im Unglück sei zudem gewesen, dass ein Anbau noch nicht fertiggestellt war. Andernfalls hätte das Feuer auch auf diesen übergreifen können, heisst es aus dem Umfeld.
Was von einem Moment auf den anderen verloren ging, lässt sich indes nicht allein in Geld beziffern: Neben dem Wohnhaus hat die Familie ihr Hab und Gut eingebüsst. Wo und wie sie die kommende Zeit verbringen wird, sei noch offen. Vorerst gehe es darum, sich von den Schrecken der Brandnacht zu erholen und den Verlust zu verarbeiten. Denn nicht alles, was zerstört wurde, lasse sich einfach ersetzen.
Hilfe aus nah und fern
Die Anteilnahme zeigt sich besonders deutlich bei der Online-Spendenaktion «Zusammenstehen für Familie Odermatt». Lanciert wurde sie von Tanja Stoehr. Im Spendenaufruf heisst es, dass mit dem Haus auch viele persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke verloren gingen. Die Spenden sollen helfen, der Familie nach dem Brand wieder etwas Alltag zu ermöglichen. Als Beispiele nennen die Initiantinnen einen verlorenen Schwingschuh oder ein leeres Kässeli, das wieder gefüllt werden könne.
Zur Familie gehört auch Adrian Odermatt, der wohl bekannteste Schwinger der Region. Der Liesberger gewann 2022 am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln als Drittplatzierter seinen ersten eidgenössischen Kranz und wurde damit zum «Eidgenossen». Im selben Jahr wurde er mit dem Baselbieter Sportpreis ausgezeichnet. 2025 holte er am Eidgenössischen in Mollis seinen zweiten eidgenössischen Kranz. Auch sein Bruder Jonas ist im Schwingsport aktiv. Besonders gross zeigt sich die Unterstützung darum auch innerhalb der Schwingerfamilie. So beteiligte sich unter anderem der Schwingklub Dorneck-Thierstein-Laufental mit einer Spende an der Hilfsaktion, obwohl Adrian und Jonas Odermatt für den Schwingklub Binningen antreten.


