Liesberg
10.04.2019

Wikinger ahoi

<em>Spiellaune auf hoher See: </em>Musikverein Brass Band Liesberg<em>Foto: Jürg Jeanloz</em>

Spiellaune auf hoher See: Musikverein Brass Band LiesbergFoto: Jürg Jeanloz

Die Brass Band Liesberg hisste die Segel und stach mit Pauken und Trompeten in See. Die Mannschaft liess nichts unversucht, die Gäste an Deck mit feurigen und launigen Melodien bestens zu unterhalten.

Jürg Jeanloz

Dass die Wikinger ein rauhes Völklein waren, bewies der Musikverein Brass Band Liesberg mit dem starken Stück «Viking Age». Toll, wie das Ensemble den Aufstieg der skandinavischen Seefahrer musikalisch beschrieb, wie die Wikinger auf See ihr Unwesen trieben und wie sie schliesslich selbst besiegt wurden. Bläser und Perkussionisten erzählten die spannende Geschichte mit leidenschaftlichem Einsatz.

Zur Auflockerung servierte die Band den Sousa-Knüller «The Washington Post», der 1890 für die gleichnamige Zeitung komponiert wurde. Mit Bravo-Rufen und grossem Beifall quittierten die Gäste im voll besetzten Seemättli den noch heute viel gespielten Marsch.

«Die Frühjahrsmüdigkeit hat heute keine Chance», frotzelte Moderatorin Charlotte Kübler, als sie den Gassenhauer «I’m Still Standing» von Elton John ankündigte. Power pur war angesagt, das Ensemble schickte sich an, dem Heuler den richtigen Schmiss zu geben. Nicht zuletzt war es Dirigent Thomas Scherrer, der seine Schäfchen zu Höchstleistungen anspornte. In ruhige Gewässer lotste Kornettist Michael Franz seine Kolleginnen und Kollegen, indem er mit perfekter Soloeinlage das Stück «Review» bereicherte. Eine weitere Soloeinlage lieferten die drei Kornettisten Andreas Widmer, Peter Widmer und Samuel Borer, die mit «Trumpets Wild» einen Ohrenschmaus vom Allerfeinsten darbrachten, ganz nach dem Gusto der vielen MVBBL-Fans.

Zum Schluss wurde noch Broadway-Stimmung in den Saal gezaubert. Ein Medley von Glenn Miller mit den bekannten «In the Mood» oder «Moonlight Serenade» riss die Gäste von den Stühlen, um ihre Begeisterung kundzutun. Schade, dass dieser hochbegabte amerikanische Bandleader 1944 im Alter von 40 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

«Don’t Stop me now – Stopp mich nicht» hätte nicht besser zu diesem Konzertabend gepasst. Die Ballade der Queens hätte sich zu einem würdigen Abschluss gemausert, wäre da nicht zuletzt noch der «Steimandli Jutz» vorgetragen worden, der lieblich und sanft daherkam.

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