25 Jahre «Bim Buur in d’Schuel»

Aus Anlass des Jubiläums besuchte das WochenBlatt die Präsidentin des Projekts in Roggenburg, die Biobäuerin Kathrin Itin.

<em>Kinder stellen Butter her: </em>Die meisten wussten vorher nicht, wie aus Milch «Angge» wird Fotos: Benildis Bentolila

<em>Kinder stellen Butter her: </em>Die meisten wussten vorher nicht, wie aus Milch «Angge» wird Fotos: Benildis Bentolila

<em>Präsidentin des Projekts: </em>Kathrin Itin, Biobäuerin aus Roggenburg, und ihr Partner Markus Hebeisen machen seit 21 Jahren mit bei Bim Buur in d’Schuel.<em/>

<em>Präsidentin des Projekts: </em>Kathrin Itin, Biobäuerin aus Roggenburg, und ihr Partner Markus Hebeisen machen seit 21 Jahren mit bei Bim Buur in d’Schuel.<em/>

Es ist viel los an diesem Morgen auf dem Hof Neuhus in Roggenburg: Schülerinnen und Schüler hüpfen auf dem Hofplatz umher, Joghurtgläschen in den Händen, die sie zu unhörbarer Musik «shaken»; sie schütteln aus Rahm Butter. Nebenan besuchen andere die Hühner und lassen sich deren Verhalten und Bedürfnisse erklären. Als Highlight dürfen sie das Federvieh in den Armen halten. Die dritte Gruppe ist mit der Bäuerin Kathrin Itin zu den Engadinerschafen auf die Weide gegangen, wo die Kinder staunen über die Sanftheit der mittelbraunen Tiere und lernen, wie ein Weidezaun aufgestellt und elektrisch versorgt wird. Eine Kindergruppe hat am Morgen den Pizzateig für die ganze Klasse vorbereitet; zum Zmittag gibt es nämlich selbst gebackene Pizza. So, wie es während der ganzen Zeit selbst gebackenes «Neuhusbrot» zum Frühstück gibt.

Es ist der dritte Tag, den die Laufner Schulklasse 4A mit ihrer Lehrerin Corina Borer auf dem Hof verbringt. Sie bleiben eine Woche, auch über Nacht. Die meisten sagen, sie verspürten kein Heimweh; andere verraten, dass der erste Abend schwierig war. Ein Mädchen meint, das Handy habe sie nur ein paar Stunden vermisst und dann gar nicht mehr daran gedacht. An den Mauern des Ökonomiegebäudes sind die «Ämtlipläne» und das Rezept fürs eigene Brot aufgehängt. «So weiss jedes Kind, was es zu tun hat», erklärt Kathrin Itin, «und kann seine Aufgaben teilweise selbstständig ausführen.» 25 Jahre «Bim Buur in d’Schuel», das schafften keine anderen Kantone als Baselland und Baselstadt. Das Projekt ist die kantonale Institution des nationalen Forums SchuB – Schule auf dem Bauernhof. «Wir sind die Einzigen», lobt Präsidentin Kathrin Itin, «die von den Kantonalen Erziehungsdirektionen finanziell unterstützt werden. Seid diesem Jahr sind die Möglichkeiten noch grösser und zukünftig können mehr Klassen dieses Angebot nutzen. Es bleibt der Organisation zu wünschen, sie bleibe weiterhin stark, so dass zu den über 40000 Kindern, die in 25 Jahren von Bauernfamilien in Baselland und Baselstadt empfangen wurden, weitere Tausende dazu kommen. In allen übrigen Kantonen konnten letztes Jahr gesamthaft 52000 Kinder an einem Projekt im Rahmen von Schule und Bauernhof teilnehmen. Schliesslich lernen sie hier Praktisches fürs Leben und verknüpfen viel Wissen aus der Schule mit realen Gegebenheiten. Auf jedem Hof erfahren die Kinder Unterschiedliches, je nach den verschiedenen Betriebszweigen. Das Angebot von «Bim Buur in d’Schuel» besteht zu jeder Jahreszeit; es können einzelne und mehrere Tage sowie ganze Wochen gebucht werden.

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