Blick hinter Gefängnismauern

Das Gefängnis Laufen kann am Samstag und Sonntag, 31. Juli/1. August besichtigt werden und wird neu zu Wohn- und Arbeitszwecken vermietet.

Möglicher Wohnraum: Burgerpräsident Marcel Jermann (l.) und Burgerrat Luca Ongaro, zuständig Liegenschaften/Unterhalt, geben Einblick ins ehemalige Gefängnis. Foto: Gaby Walther
Möglicher Wohnraum: Burgerpräsident Marcel Jermann (l.) und Burgerrat Luca Ongaro, zuständig Liegenschaften/Unterhalt, geben Einblick ins ehemalige Gefängnis. Foto: Gaby Walther

Seit über hundert Jahren stehen das Amt-haus und das Gefängnis am Rand des Stedtlis Laufen. Sie gehörten seit 1910 dem Kanton Bern und gingen nach dem Kantonswechsel in das Eigentum des Kantons Basel-Landschaft über. Der Kanton Bern hat das Amthaus aus privater Hand erworben; im gleichen Jahr wurde in unmittelbarer Nachbarschaft das Gefängnis mit zehn Haftplätzen gebaut. Dort sassen in den letzten 110 Jahren Untersuchungsgefangene oder Straftäter mit kurzen Gefängnisstrafen ein.

Sitz der Bezirksverwaltung

Auf dem Areal «zum Hof», ideal am Eingang zum Stedtli gelegen, standen seit Jahrhunderten repräsentative Bauten. Diese dienten dem Meier, also dem Vertreter des Fürstbischofs in Laufen, oder dem Vogt von Zwingen als Amtssitz. Das heutige Amthaus wurde im Jahre 1600 erbaut und seither mehrfach umgebaut und saniert. Im Wechsel der Geschichte wechselte das knapp 3000 Quadratmeter grosse Gelände mehrfach den Besitzer. Als die napoleonischen Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch durch das Laufental zogen, wurde der Kirchenbesitz verstaatlicht und an private Interessenten verkauft. Aus privater Hand kaufte es dann vor gut 110 Jahren der Kanton Bern; dieser nutzte den «Hof» als Sitz des Bezirksstatthalters und -gerichts.

Mit dem Kantonswechsel des Laufentals im 1994 ging das Amthaus als Sitz des Bezirksstatthalters und -gericht in das Eigentum des Kantons Basel-Landschaft über. Nachdem der Kanton Baselland die Bezirksschreibereien zentralisiert hat und auch andere, ebenfalls im Amthaus untergebrachte Amtsstellen nach Arlesheim und Liestal verlegt wurden, stand das Gebäude einige Jahre leer.

Mitte 2016 erwarb die Burgergemeinde Laufen-Stadt das Grundstück mit dem Amtshaus und dem Gefängnis vom Kanton. Nach einer sorgsam vorgenommenen Sanierung sind hier wieder Dienstleistungsbetriebe eingezogen, unter ­anderem ein Treuhandbüro und eine Anwaltskanzlei. Das Gefängnis behielt auch nach dem Eigentümerwechsel vorderhand seine Funktion und wurde vom Kanton bis Ende 2020 als solches mit einem unselbstständigen Baurecht ­genutzt.

Burgerrat und ein beauftragtes Raumplanungsbüro haben die Nutzungsmöglichkeiten des Gefängnisgebäudes sowie die Arealentwicklung im Hinblick auf ein Wettbewerbsverfahren abgeklärt. Der Souverän der Stadtburgergemeinde Laufen wird nun in einem nächsten Schritt einen Kredit für ein Studienauftragsverfahren beschliessen; daraus ergibt sich ein Folgeauftrag, ein Richtkonzept für einen Quartierplan zu erstellen.

Tag der offenen Gefängnistüren

Bis ein genehmigter Quartierplan und die Baubewilligung vorliegen, dürften noch einige Jahre vergehen. Bis dahin soll das Gefängnis mit einer Zwischennutzung an Privat- und Geschäftskunden vermietet werden. Nebst zwei Familienwohnungen lassen sich die übrigen Räume und ehemaligen Zellen als WG-Zimmer, Büro, Archiv oder anderweitig ­nutzen.

Bevor es aber so weit ist, werden die Bevölkerung sowie Mietinteressenten am Samstag, 31. Juli (11–18 Uhr), und Sonntag, 1. August (13–16 Uhr), zu Tagen der offenen Tür in das Gefängnis Laufen eingeladen. Die Besucherinnen und Besucher können sich einen Eindruck davon machen, wie das Gefängnis innen aussieht. Neben einer Festwirtschaft gibt es Spielangebote und Tattoos für Kinder, eine «Grusel-Zelle» und weitere Attraktionen. Zur Unterhaltung spielt DJ Knaschti.

Am Samstagnachmittag können die verschiedenen Tore im Stedtli und die Kirchtürme besichtigt werden. Als Ergänzung dazu zeigt das Museum Sonderausstellungen zum Thema Tore und Türme, Mittelalter und Ritterrüstungsherstellung.

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