Auszeichnung für wogende Artenvielfalt

Gleich zwei Landwirte aus Dittingen sind an der ersten Basler Wiesen­meisterschaft ausgezeichnet worden. Die Preis­verleihung fand auf dem Dittinger Flugplatz und auf dem Bergmattenhof statt.

Auf Hag (links): Markus Schmidlin und Manuela Buser wurden für die Wiese oberhalb des Dorfes ausgezeichnet. Brunnenberg (rechts): Andrea Schmidlin-Meury und ihr Vater Josef Meury vor der ausgezeichneten Wiese. Fotos: Thomas Immoos
Auf Hag (links): Markus Schmidlin und Manuela Buser wurden für die Wiese oberhalb des Dorfes ausgezeichnet. Brunnenberg (rechts): Andrea Schmidlin-Meury und ihr Vater Josef Meury vor der ausgezeichneten Wiese. Fotos: Thomas Immoos

Ungewöhnlich viele Leute versammelten sich neben einer ungemähten Wiese zu ungewöhnlich früher Stunde gleich neben dem Flugfeld in Dittingen. Die Matte Auf Hag liegt direkt über dem Dorf und grenzt an das Flugfeld. Hier finden sich auf einem Quadratmeter Wiese bis sechzig Pflanzenarten, sagt Susanne Kaufmann. Sie war Mitglied der Jury, die
82 Wiesen und Matten im ganzen Kanton zu begutachten hatte. 58 Landwirtsbetriebe aus dem ganzen Kanton haben bei der ersten Baselbieter Wiesenmeisterschaft mitgemacht und eine oder meh­rere Wiesen für den Wettbewerb vorgeschlagen.

Den Wettbewerb ausgelobt hat Pro Natura Baselland, unterstützt von Baselland Tourismus und dem Bauernverband beider Basel. Preise zu gewinnen gab es in vier Kategorien: Trespen- bzw. Magerwiesen im Tal- und im Berggebiet sowie Fromental- bzw. Blumenwiesen im Berg- und im Talgebiet. Die eingereichten Wiesen wurden in den Monaten Mai und Juni begutachtet.


Zwei Preisträger aus Dittingen
Claudia Brodbeck, die Vizepräsidentin des Bauernverbands zeigte sich sehr erfreut darüber, dass das Bemühen vieler Landwirte, ihre Wiesen und Matten möglichst naturnah zu belassen, nicht zu düngen und nicht extensiv zu nutzen, gewürdigt werde. «Wir Bauern wollen zeigen, dass sich Nachhaltigkeit, Bio­diversität und Nahrungsmittelproduk­tion ergänzen. Für den Geschäftsführer von Baselland Tourismus, Michael Kumli, geht es auch darum, die Schönheit der unberührten Wiesen der einheimischen Bevölkerung bekannter zu machen.

Es sei schwierig gewesen, unter den 92 Wiesen die drei ersten Plätze in den vier Kategorien zu benennen. Denn alle eingereichten Projekte seien vorbildlich gewesen. Eines der Kriterien war die Artenvielfalt. Man sei beeindruckt, dass es eine Wiese gab, «bei der die Artenvielfalt fast so gross ist wie im tropischen Regenwald». Nicht nur gebe es viele Arten, sondern es befänden sich auch seltene oder gar geschützte Pflanzen darunter, etwa die Kartäusernelke, Zittergras oder sogar sieben Orchideenarten. Die parkähnliche Wiese sei zudem bestückt mit vielen Bäumen und Buschgruppen. Auf der Matte von Markus Schmidlin und Manuela Buser, Gewinner in der Kategorie Magerwiesen Talgebiet, finden sich sogar sechs verschiedene Orchideenarten.

Auch bei den Magerwiesen Berggebiet stammt die Siegerin aus Dittingen. Prämiert wurden Andrea Schmidlin-Meury und ihr Vater Josef Meury für ihre gleich beim Bergmattenhof befindliche Wiese Brunnenberg.


Ein wogendes Meer von Gräsern
Es handle sich hier um «ein wogendes Meer von Gräsern und vielen Blumen mit einem grossen Artenreichtum», sagt Matthias Hofer, Geschäftsführer der Stiftung Sur la Croix, welche einen Teil der Preissumme gestiftet hat. Auch der Baselbieter Fonds von Swisslos leistete einen finanziellen Beitrag. Für die ersten Plätze der vier Kategorien erhielten die Ausgezeichneten je 2000 Franken, die Zweitplatzierten je 1000 Franken, die Drittplatzierten je 500 Franken.

Die weiteren Preisträger stammen aus dem Oberbaselbiet und aus Therwil. Thomas Fabbro, Geschäftsführer von Pro Natura Baselland, zollte auch den Bemühungen der Landwirtinnen und Landwirte Anerkennung: «Denn eine schöne Wiese wächst nicht von alleine — es bedeutet viel Arbeit.»

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