Auch nach der Karriere erfolgreich
Vor kurzem hat der Münchensteiner Ex-Fussballprofi Beni Huggel ein Netzwerk für Leistungssportlerinnen und -sportler gegründet. Sein Ziel ist es, sie beim Einstieg in das Berufsleben nach der Sportkarriere zu unterstützen.

Sportlerinnen und Sportler haben es in der Regel schwer einen neuen Job zu finden, wenn sie ihre Profikarriere beenden. Auch für Ex-FCB-Profi Beni Huggel war es nach der Fussballkarriere nicht einfach, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Zwar seien die typischen Attribute, die man ihnen zuschreibe, so zum Beispiel Willensstärke, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz, gefragt und bei Firmen beliebt, sagt Huggel. Oftmals scheitere es dann aber doch an der fehlenden Qualifikation und Berufserfahrung – und auch daran, dass die richtigen Beziehungen fehlten. Genau hier will das neue Netzwerk für Sportler, das «Athletes Network», ansetzen. Dahinter stehen neben Beni Huggel der Skirennfahrer Niels Hintermann, Severin Blindenbacher, der beim Eishockeyclub ZSC Lions unter Vertrag steht, und HR-Profi David Heiniger. Das Angebot sei von Sportlern für Sportler entwickelt worden und soll eine Plattform für den Austausch unter Athleten und Firmen bieten.
Das Leben nach der Profikarriere
Doch wieso braucht es ein solches Netzwerk überhaupt? Das Leben nach der Sportkarriere ist von grossen Veränderungen geprägt. Huggel erklärt treffend: «Es ist so, als würde man in Pension gehen, allerdings in einem sehr jungen Alter. Man steht noch mitten im Leben und muss sich neu orientieren.» Viele Athletinnen und Athleten würden sich wenig Gedanken um ihre berufliche Zukunft nach der Profikarriere machen. «Das ist leichtsinnig, denn ein Manager kümmert sich auch um seine physische Gesundheit, indem er Sport macht. Umgekehrt sollten Athleten sich über ihre Aus- und Weiterbildung Gedanken machen.» Der Münchensteiner gibt selbst zu: «Auch ich habe meinen Wiedereinstieg zu wenig systematisch geplant. Zwar habe ich eine Weiterbildung geprüft, diese dann aber wegen der geforderten Präsenzzeit am Wochenende verworfen.» Hier will Huggel ansetzen: «Das Athletes Network kann unter anderem dabei helfen, geeignete Weiterbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Es will den Austausch unter den Athletinnen und Athleten fördern und ihnen überdies die Möglichkeit geben, mit Unternehmen in Kontakt zu kommen. Zweimal im Jahr will Athletes Network deshalb einen Anlass organisieren, an dem Athletinnen und Athleten von ihren Erfahrungen erzählen und sich bei den geladenen Firmen vorstellen können. Die Teilnahme am Netzwerk ist für Sportlerinnen und Sportler kostenlos, ein gewisses sportliches Niveau muss jedoch nachgewiesen werden können.
«Change ist eine Haltung»
Huggel, der in Münchenstein aufgewachsen ist und heute in Arlesheim lebt, hat eine Berufslehre als Landschaftsgärtner absolviert und die Berufsmatur abgeschlossen. Seine Karriere als Profifussballer startete er relativ spät mit 21 Jahren, als er beim FC Basel unter Vertrag kam. Als er mit 35 seine aktive Karriere im Fussball beendete, wollte er Trainer werden. «Mein Ziel war es, Trainer zu werden. Nach einiger Zeit merkte ich aber, dass das nicht das Richtige für mich ist. Da bin ich wirklich in ein Loch gefallen», sagt der 43-Jährige heute. «In dieser Situation wäre ein solches Netzwerk, wie wir es gerade aufbauen, für mich wichtig gewesen», sagt Huggel. Es sei in der darauffolgenden Zeit schwierig gewesen, etwas zu finden, das ihn wirklich begeistern konnte. 2015 machte Huggel sich deshalb mit der «Beni Huggel bewegt GmbH» selbstständig und bietet seitdem Coachings und Referate für Privatpersonen und Firmen an. Daneben kommentiert er als SRF-Fussballexperte regelmässig die Spiele am Fernsehen.
Im Gespräch mit dem Wochenblatt betont Huggel immer wieder, wie wichtig es gerade als Sportler sei, sich und seinen Lebensweg stets neu zu überdenken und auch den Mut für Veränderungen zu haben. «Change ist eine Haltung» – so heisst eines von Huggels Referaten und das lebt der Münchensteiner auch. «Wandelbarkeit ist alternativlos. Wir sind deshalb absolut überzeugt, dass es dieses Netzwerk braucht.»