Münchenstein
07.08.2020

Kampf um Tore startet wieder

Endlich auf dem Feld: Präsident Tobias Hofer ist glücklich, dass sich die Spieler nach der Pause wieder im Turnier messen können. Foto: Tobias Gfeller

Endlich auf dem Feld: Präsident Tobias Hofer ist glücklich, dass sich die Spieler nach der Pause wieder im Turnier messen können. Foto: Tobias Gfeller

Der Meisterschaftsbetrieb in den regionalen Fussball-Amateurliegen stand während Monaten still. Beim FC Münchenstein ist die Vorfreude auf den speziellen Saisonstart in zwei Wochen gross.

Von: Tobias Gfeller

Am 22. August trifft die erste Mannschaft des FC Münchenstein auf dem Sportplatz Au auf den FC Türkgücü Basel. Jeder Saisonstart ist mit Unsicherheiten verbunden. Wie gut ist man in Form? Sind alle gesund aus der Sommerpause zurückgekehrt? Haben sich die Gegner verstärkt? Dieses Jahr ist die Unsicherheit noch etwas grösser, war doch der letzte Meisterschaft-Ernstkampf noch im Jahr 2019 zum Ende der Hinrunde der letzten Saison. Der Wettbewerbsbetrieb wurde aufgrund der Corona-Krise noch vor dem Start zur Rückrunde gestoppt. Doch nicht nur die Ungewissheit, sondern auch die Vorfreude auf die neue Saison sei bei den 240 Aktiven – davon 200 Junioren – heuer speziell gross, verrät FCM-Präsident Tobias Hofer. «Auch wenn Resultate nicht alles sind und Werte wie Teamgeist, Mit- und Füreinander wichtiger sind, sind Wettkämpfe und «Das-sich-mit-jemandem-Messen» für jeden wichtig. Sportler, egal welcher Sportart, ziehen daraus Motivation und Extraenergie, um weiter an sich
zu arbeiten und persönlich weiterzukommen.»


Viel Arbeit im Hintergrund
Vom 16. März bis zum 8. Juni stand nicht nur der Spielbetrieb, sondern auch der Trainingsbetrieb still. Die Arbeit ging den Funktionären und Trainern des FCM in dieser Zeit aber nicht aus, betont Hofer. «Die neue Saison mit den Einteilungen der Juniorenmannschaften musste geplant und Trainerverträge verlängert werden. Kurz: Nur die Arbeit der Trainer auf dem Feld wurde weniger, der Arbeitsaufwand der Funktionäre wurde hingegen grösser.» Diese Arbeit tritt nun wieder in den Hintergrund, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene im schwarz-weissen Dress des FCM endlich wieder auf Tore- und Punktejagd gehen.
Die Ausgangslage dafür ist gut, wie Präsident Tobias Hofer bestätigt. Denn weder auf Mitglieder- noch auf Trainerseite verzeichnet der Verein «signifikante Veränderungen», was in einer so langen Pause keinesfalls selbstverständlich ist. Denn es kann schon vorkommen, dass man sich währenddessen von einem Hobby entfernt. Es sei viel eher das Gegenteil der Fall, so Huber. «Aus verschiedenen Gesprächen mit Spielern, aber auch Eltern von Junioren kommt schon deutlich hervor, wie wichtig die Plattform Vereinsfussball ist. Es ist immer schön zu hören: «Gut, dass es euch gibt. Mir haben der Fussball und meine Teamkollegen gefehlt.»
Sportlich gesehen, stand die erste Mannschaft mit dem zweiten Tabellenplatz in der 3. Liga Gruppe 2 bei Saisonabbruch sehr gut da. Das Ziel seien auch in der neuen Saison die Top 3, frohlockt Hofer. «Natürlich fehlen die Resultate der letzten Rückrunde als Grundlage für eine Einschätzung. Wir sind aber von der Qualität und der Routine unserer Mannschaft überzeugt und sicher, dass sie auch mit dem neuen Trainerteam erfolgreich sein werden.»


Finanzielle Sorgen
Trotz aller Vorfreude auf die neue Saison plagen den FC Münchenstein auch Sorgen. Die lange Pause hat finanziell Spuren hinterlassen. Keine Einnahmen beim Clubhaus, Anlässe, die Gelder generieren, mussten abgesagt werden – darunter die Ende August geplanten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins – weniger J+S-Gelder und viele Sponsoren waren von der Krise betroffen. Die finanzielle Situation konnte nur dank der Grosszügigkeit der Trainer, die für die Saison 2019/20 auf grosse Teile ihrer Aufwandsentschädigung verzichtet haben, im Griff gehalten werden. Entwarnung kann Tobias Hofer aber noch nicht geben. «Der FCM wird gefordert sein, die Mittel zu beschaffen, die er benötigt, um sein Überleben zu sichern.» Der Verein müsse sich in Zukunft finanziell breiter abstützen. Das habe die
Corona-Krise gezeigt.