Region
15.01.2020

Grosse Unterstützung: Zuschauerränge reichen bis ins Birseck

Leben für Film und Theater: Helmut Förnbacher und Lebensgefährtin Kristina Nel können beide auf eine beachtliche künstlerische Karriere zurückblicken.  Foto: zvg

Leben für Film und Theater: Helmut Förnbacher und Lebensgefährtin Kristina Nel können beide auf eine beachtliche künstlerische Karriere zurückblicken. Foto: zvg

Das Förnbacher Theater beim Badischen Bahnhof erfreut sich auch im Birseck grosser Beliebtheit. Nicht zuletzt darum wird es von Aesch, Arlesheim, Pfeffingen und Reinach finanziell unterstützt.

Von: Thomas Brunnschweiler

Ein Theater, das pro Spielzeit 23 verschiedene Stücke zur Aufführung bringt, leidet entweder unter Selbstüberschätzung oder ist hochprofessionell. Bei der Helmut Förnbacher Theater Company trifft Letzteres zu. Wenn man den Lebenslauf von Helmut Förnbacher vor Augen hat, glaubt man kaum, dass ein Mensch auf derart vielen Gebieten so viel geleistet hat. Vor dem Krieg in Basel geboren, durchlief er Handelsschule und Schauspielausbildung, hatte 1955 sein Theaterdebüt und spielte an der Komödie Basel und am Schauspielhaus Zürich. Mit 23 Jahren führte er erstmals Regie. Seinen Filmeinstand lieferte er 1958 mit einer Hauptrolle in «SOS – Gletscherpilot». Ein Jahr später hatte er eine Hauptrolle in «Hinter den sieben Gleisen.» Seine wohl wichtigste Filmrolle übernahm Förnbacher in Peter Schamonis preisgekröntem Film «Schonzeit für Füchse» (1966). Vieles ist mit dem Namen Förnbacher verbunden: die Pionierzeit des Schweizer Fernsehens, die Rolle des Klaus Buchner in der TV-Serie «Der Forellenhof», Regie im vielbeachteten Film «Sommersprossen», in den Serien «Tatort», «Grossstadtrevier», «Unser Charly», Rosamunde Pilcher und vielen mehr. Seit 1974 ist Förnbacher mit der Schauspielerin Kristina Nel verheiratet; seit 1980 leiten die beiden die Helmut Förnbacher Theater Company. Auch die Filmografie und die schauspielerischen Erfolge von Kristina Nel sind beachtlich, spielte sie nicht zuletzt in einem Hollywoodfilm zusammen mit Lee Marvin.


Unterstützung aus dem Birseck

Das Förnbacher Theater wurde 2019 von Aesch, Arlesheim, Pfeffingen und Reinach mit insgesamt 6500 Franken unterstützt. Dabei leistet Reinach den Löwenanteil, gefolgt von Aesch und den beiden anderen Gemeinden. Die Reinacher Gemeinderätin Christine Dollinger begründet die Unterstützung damit, dass man Institutionen unterstütze, die bei Reinachern beliebt sind. «Bei den Theatern gehört neben dem Basler Stadttheater und dem Neuen Theater Dornach eben auch die Helmut Förnbacher Theater Company dazu.» Und sie ergänzt: «Ich selbst kenne und schätze das Förnbacher Theater mit seinen vielfältigen Produktionen sehr. Besonders gefällt mir, wie sie klassische Theaterstücke für junge Leute verständlich machen, wovon ich früher mit den eignen Kindern, heute mit meinen Schülerinnen und Schüler profitiere.» Marianne Hollinger, Gemeindepräsidentin von Aesch, sagt: «Man ist stets nahe an der Bühne und kann gute Stücke in Kleintheaterform sehen. Die Vielfalt des Angebots spielt ebenfalls eine Rolle. Das Ridicule ist eine tolle Vorfasnachtsveranstaltung.» Auch in Arlesheim und Pfeffingen schätzt man die Angebote.


«Well made plays»

Helmut Förnbacher hält sich eher an den angelsächsischen Kulturbegriff, wo man weniger als bei uns E- und U-Kultur (Ernst und Unterhaltung) unterscheidet. «Wir produzieren ‹Well made plays›, gut gemachte Stücke, die von der Presse leider oft abgewertet werden.» Bis im März werden unter anderem «Der Vater», «Terror», «Amadeus», «Der eingebildete Kranke», «Die Physiker», «Wer hat Angst vor Virginia Woolf» und «Acht Frauen» gezeigt. www.foernbacher.ch.