Aesch
15.01.2020

Weltweit einzigartig: «Aesch erfindet die Halle neu»

Anschaulich: Gemeinderätin Eveline Sprecher und Christoph Häring der Häring Holzbau AG hantieren mit der Dachkonstruktion des Holzdom-Modells.  Foto: ZVG/ Birsstadt TV / regioTVplus

Anschaulich: Gemeinderätin Eveline Sprecher und Christoph Häring der Häring Holzbau AG hantieren mit der Dachkonstruktion des Holzdom-Modells. Foto: ZVG/ Birsstadt TV / regioTVplus

An der ersten Mitwirkungsveranstaltung zum Sport- und Kulturzentrum Holzdom Löhrenacker war die Resonanz grösstenteils positiv. Sorgen bereiten die Kosten und der Verkehr.

Tobias Gfeller

Die Euphorie war Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) anzumerken. «Aesch erfindet die Halle neu», sagte sie zum geplanten Holzdom, den es so in dieser Art und Weise weltweit noch nirgends geben soll. Die Vorfreude teilte auch die Mehrheit des Publikums, die neben den zusätzlichen Räumlichkeiten für Sport und Kultur auch die Architektur des Holzdoms begrüsst, wie aus den unzähligen Rückmeldungen auf den farbigen Zetteln zu lesen war. Dass Aesch neue Räumlichkeiten für Sport und Kultur dringend braucht, machte Rolf Signer, Professor für Raumentwicklung an der ETH Zürich und Berater des Gemeinderats, klar. Auch im Sportbereich sei die Situation mit den bestehenden Hallen «suboptimal», so Signer. Marianne Hollinger ist überzeugt, dass die Gemeinde auch dank des aktuell tiefen Zinsniveaus diesen «Leuchtturm für Sport und Kultur» für rund 16 Millionen Franken leisten kann, ohne dafür die Steuern erhöhen zu müssen. Doch im Publikum kamen vereinzelt Zweifel auf, ob am Ende die 16 Millionen Franken auch reichen würden. Christoph Häring, Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident der Häring Holzbau AG in Muttenz, die das Sport- und Kulturzentrum zusammen mit der Gemeinde plant, warnte auch deshalb vor zu vielen Sonderwünschen, die den Preis in die Höhe treiben.


Pfeffingen will nicht zahlen

Gemäss Hollinger hat bereits das Sportamt Baselland eine Kostenbeteiligung von einer bis zwei Millionen Franken zugesagt. Auch die Bürgergemeinde Aesch wolle sich beteiligen, richtete der Bürgerrat dem Gemeinderat aus. Die Gemeindepräsidentin möchte die Kosten für die Gemeinde zusätzlich mit privaten Sponsoren senken. Eine negative Antwort erhielt der Aescher Gemeinderat von den Kollegen aus Pfeffingen, die sich nicht finanziell beteiligen wollen. Doch Hollinger fordert von Pfeffingen eine Finanzspritze, weil auch Pfeffingen unter anderem durch die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen vom Holzdom profitieren würden.
Im Holzdom sind unter anderem eine Dreifachturnhalle, ein Kulturraum mit Bühne, eine Küche, ein Geräteraum und Garderoben geplant. Je nach Veranstaltung fasst der Dom maximal 2400 Personen – je nach Erlaubnis der Gebäudeversicherung vielleicht sogar auch 3600 Personen, wie an der Mitwirkungsveranstaltung angetönt wurde.


ÖV-Ausbau nötig

Ein grosses Fragezeichen gibt es weiterhin beim Thema Verkehr, was auch an den Rückmeldungen des Publikums auf den Zetteln zu lesen war. Zwar erklärte Gemeinderat Stephan Hohl (FDP), dass mit einfachen Massnahmen wie der Asphaltierung des Mergelfelds die Anzahl Parkfelder von zurzeit 178 auf 241 erhöht werden könnte und bei Grossveranstaltungen wie schon heute Shuttle-Busse vom Dorf und vom Bahnhof verkehren könnten, doch ein wirkliches Verkehrskonzept besteht noch nicht. Der Wunsch des Gemeinderats, eine zusätzliche Busverbindung vom Pfeffingerring via Gewerbegebiet Aesch Nord zum Löhrenacker zu ziehen, lehnte der Kanton in einer ersten Stellungnahme ab. Doch der Gemeinderat gibt diese Idee nicht auf. Der Gemeinderat stellte aber auch klar, dass es unsinnig wäre, das ganze Verkehrskonzept auf Grossveranstaltungen auszurichten. «Wir müssen für den normalen Betrieb planen und bei grossen Veranstaltungen ein spezielles Verkehrskonzept entwerfen, wie es jetzt schon mit der Mehrzweckhalle der Fall ist.»