Pfeffingen
11.12.2019

Pfeffingen investiert mehr Geld in den Waldschutz

Unfallrisiko: Aufgrund der Schäden im Wald können Spaziergängerinnen und Spaziergänger Opfer umstürzender Bäume werden – Politik und Waldbesitzer wollen deshalb handeln.  Foto: Caspar Reimer

Unfallrisiko: Aufgrund der Schäden im Wald können Spaziergängerinnen und Spaziergänger Opfer umstürzender Bäume werden – Politik und Waldbesitzer wollen deshalb handeln. Foto: Caspar Reimer

Die Bedeutung des Waldes ist in Pfeffingen auch im Budget 2020 abgebildet: Die Gemeindeversammlung stimmte einem Investitionsbetrag von 265000 Franken zu.

Bea Asper

Die Natur würde es auf ihre Art regeln. Dies hätte aber zur Folge, dass der Wald für Besucher gesperrt werden müsste», erklärte Finanzchef Ruben Perren an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag. Im Forstrevier Angenstein, zu dem Pfeffingen zähle, seien die Trockenheitsschäden enorm und der Handlungsbedarf akut. Die betroffenen Buchen und Nadelhölzer (Käferbefall) müssten rasch entfernt werden, sonst werde die Gefahr von umstürzenden Bäumen zum Unfallrisiko für Forstarbeiter und Spaziergänger, führte Perren aus. Ausserdem brauche es Neupflanzungen von Baumarten, die besser umgehen können mit dem sich veränderten Klima. Gemäss der Bestandesaufnahme geht es um 26 Hektaren Wald. «Bezieht man die Waldflächen mit ein, wo Einzelbäume oder Baumgruppen entfernt werden müssen, sind ein Drittel der Pfeffinger Waldfläche oder 60 Hektaren von den Schäden betroffen», gab Perren zu bedenken. Da dem Wald eine wichtige ökologische Schutzfunktion zukomme, er aber auch von der Allgemeinheit als Naherholungsgebiet genutzt werde, seien der Bund, die Kantone und die Einwohnergemeinden in der Pflicht, die Waldbesitzer finanziell zu unterstützen. Bei den Anlagen, die im Besitz der öffentlichen Hand sind, wie Spazierwege, Picknick- oder Spielplätze, gebe es zudem eine Haftpflicht, so Perren. In der Beratung des Budgets 2020 kam der Gemeinde-rat von Pfeffingen deswegen zu zwei finanzwirksamen Entscheiden: Zum einen erhöht er den bisherigen Pro-Kopf-Betrag für den Waldunterhalt an die Bürgergemeinde von fünf auf zwölf Franken. Zum andern beantragte er der Gemeindeversammlung, einen Brutto-Investitionsbeitrag von 265 000 Franken für Massnahmen als Folge der Trockenheitsschäden im Pfeffinger Wald zu genehmigen. Dieser Antrag (die Kosten verteilen sich bis 2022) wurde von der gut besuchten Versammlung mit Wortmeldungen begrüsst und mit grossem Mehr gutgeheissen.


Sanierung von Fusswegen angenommen

Auch die weiteren Anträge des Gemeinderates zur Investitionsrechnung 2020 waren unbestritten. Der Souverän genehmigte den Kredit von 199 000 Franken für die Erstellung einer Fusswegverbindung zwischen dem Byfangweg und der Hauptstrasse und stimmte dem Kredit von 220000 Franken zu für die Sanierung der Fusswegverbindung von den Gebieten «Im Noll» und «Im Gwidem». Das Budget 2020 wurde letztlich einstimmig genehmigt. Die Erfolgsrechnung sieht einen Aufwandüberschuss von 197000 Franken vor. «Der tiefe Steuersatz von 45 Prozent hat auch seine Kehrseite, man muss sparsam umgehen mit den Finanzen», sagte Perren. Im nächsten Jahr werde der Neubau des Schulhauses die Erfolgsrechnung erstmals belasten mit den Abschreibungen. «Es war das Ziel, diese Investition ohne Steuererhöhung zu tätigen. Eine Erhöhung des Gemeindesteuersatzes stand während der Budgetberatung nicht zur Diskussion», stellte Perren klar. «Ob der Verzicht auf Steuererhöhungen auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden kann, wird der Gemeinderat im Hinblick auf die sich abzeichnenden steigenden Kosten und neuen Aufgaben ab den Budgetjahren 2021 und 2022 jeweils prüfen», hiess es.