Dornach
16.10.2019

Beitragsgesuch für Dachsanierung gutgeheissen

Nicht ganz dicht: Das Dach der St.-Mauritius-Kirche in Dornach muss dringend saniert werden.  Foto: WOB Archiv

Nicht ganz dicht: Das Dach der St.-Mauritius-Kirche in Dornach muss dringend saniert werden. Foto: WOB Archiv

Die Stiftung Heimatmuseum Schwarzbubenland braucht Geld für die Dachsanierung des Kirchengebäudes. Dornach ist bereit, 55 Prozent der Kosten zu übernehmen, das Gemeindepräsidium stellte aber auch Forderungen.

Bea Asper

An Regentagen nagt die Zeit besonders an den Relikten der Vergangenheit im Heimatmuseum Schwarzbubenland. Das Dach des Museumsgebäudes weist undichte Stellen auf. Für die Sanierung bat der Stiftungsrat die Gemeinden um finanzielle Unterstützung. Der Dornacher Gemeinderat stellte zur Diskussion, 55 Prozent der Kosten zu übernehmen, das Gemeindepräsidium stellte dazu allerdings Forderungen. So hiess es im Antrag an den Gemeinderat: «Zur Steigerung der Attraktivität und Belebung dieses schönen Ortes müssen Massnahmen ergriffen werden. Der Stiftungsrat wird beauftragt, noch vor Start der Sanierungsarbeiten dem Gemeinderat ein Konzept mit Ideen zu unterbreiten.» Des Weiteren verlangte Gemeindepräsident Christian Schlatter vom Stiftungsrat, dem Gemeinderat aufgrund der Höhe der Projektkosten mindestens zwei weitere Offerten vorzulegen.» Die Mauritiuskirche sei für Oberdornach «wahrscheinlich der wichtigste Bau» und bilde das Zentrum des historischen Dorfkerns. Bei einer so namhaften Summe, die aus Steuergeldern erbracht werden soll, müsse die Frage gestellt werden, ob die Bevölkerung genügend von diesem Gebäude hat, hielt das Gemeindepräsidium in seinem Kommentar zum Beitragsgesuch fest. Da die Kirche nur selten geöffnet sei, könne sie zur Belebung von Oberdornach nicht viel beitragen. Sehr beliebt seien die Museumskonzerte und man wünsche sich weitere Aktivitäten, die aber nicht unbedingt vom Stiftungsrat organisiert werden müssten, hiess es in den Ausführungen.


Stiftungsrat lässt sich nicht auf Deal ein

Stiftungsratspräsident Hans Vögtli und Stiftungsrat Daniel Müller (als Gemeinderatsvertreter) wiesen darauf hin, dass es nicht angemessen sei, Geldbeiträge für eine Dachsanierung mit Forderungen zum Betrieb des Museums zu verknüpfen. Müller liess dies den Gemeinderat auf dem schriftlichen Weg wissen, weil er in den Ferien weilt. Vögtli besuchte die öffentliche Gemeinderatssitzung als Zuhörer und folgte der Einladung des Gemeindepräsidenten gerne, das Wort zu ergreifen. Vögtli gab mit deutlichen Worten zu verstehen, dass der Stiftungsrat sich nicht auf einen
solchen Deal einlassen werde. Andere Gemeinden würden keine solchen Bedingungen stellen. In der Diskussion beantragte Gemeinderat Daniel Urech (Freie Wähler) die Streichung der Forderungs- Anträge. Diese kämen einer Einmischung in die Stiftung gleich; man müsse auf einem anderen Weg die Zusammenarbeit mit den Museumsverantwortlichen suchen, argumentierte er. Diese Meinung setzte sich im Rat klar durch.

Das Beitragsgesuch wurde indes einstimmig gutgeheissen, Dornach übernimmt 55 Prozent der Kosten, was gemäss Offerte maximal 120000 Franken ausmachen soll. Erfreut nahmen Schlatter und seine Ratskollegen zur Kenntnis, dass der Stiftungsrat von sich aus den zuständigen Kantonsstellen eine Lösung zum Schutz der Fledermäuse unterbreitet hat. So richten sich die Sanierungsarbeiten nach dem biologischen Zeitplan des Grauen Langohrs.