Dornach
02.10.2019

Weg aus der Sackgasse

Wohin mit dem Zubringer? Auf dem Modell, das an der Informationsveranstaltung in Aesch gezeigt wurde, fehlt der Dornacher Zubringer noch.  Foto: Bea Asper

Wohin mit dem Zubringer? Auf dem Modell, das an der Informationsveranstaltung in Aesch gezeigt wurde, fehlt der Dornacher Zubringer noch. Foto: Bea Asper

Während in Aesch die Baufachleute die Autobahnauffahrt bis 2023 fertigstellen wollen, ist noch unklar, wie die Fahrzeuge den Vollanschluss in Zukunft von Dornach aus erreichen könnten.

Bea Asper

In Aesch sind die Anwohner am Donnerstag über den Beginn der Bauarbeiten für den Vollanschluss H18 informiert worden (siehe Seite Aesch in dieser Zeitung). Dabei nahm man zur Kenntnis, dass das Stück Richtung Dornach vorerst eine Sackgasse sei, weil Dornach und der Kanton Solothurn das Vorprojekt für den Autobahnzubringer infrage stellten.

In Dornach hatte Gemeindepräsident Christian Schlatter am Mittwochabend an einer Orientierungsversammlung davon gesprochen, dass es zum Vorprojekt der vorgesehenen Verbindungsstrasse eine Alternative geben könnte – Variante Süd. Für diese brauche es aber noch umfangreichere Abklärungen auf Kantonsebene. Er erkundige sich regelmässig in Solothurn nach dem Stand der Dinge, doch mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Auf die Frage nach dem Zeitplan meinte er, sobald die Linienführung klar sei, könnten die weiteren Schritte von der Projektierung bis zur Realisierung zügig vorankommen. Zu den Kosten machte er keine Angaben.


Kanton zahlt kommunales Projekt nicht

Bernardo Albisetti, Departementssekretär im Bau- und Justizdepartement, bestätigt auf Anfrage, dass die Linienführung für die Zubringerstrasse von Dornach beim Kanton Solothurn in Prüfung sei. Dass man das bestehende Vorprojekt infrage stelle, stehe im Zusammenhang mit der Zonenänderung auf dem Areal der ehemaligen Swissmetal AG. Mit der Umwandlung der Industriezone in ein Wohngebiet mit Gewerbenutzung und der damit verbundenen Aufwertung des Naturraumes entlang der Birs seien die Vorzeichen nun anders, als sie damals bei der Verabschiedung des Richtplans waren. «Es macht einen grossen Unterschied, ob man einen Autobahnzubringer durch an Industriegebiet angrenzendes Brachland oder durch ein potenzielles Erholungsgebiet eines neuen Wohngebietes an der Birs führen will», verdeutlicht Albisetti. Deswegen seien nochmals umfangreiche Abklärungen in Gang gesetzt worden, ob sich südlich oder nördlich des Vorprojektes eine Linienführung realisieren liesse. «Da der Entscheid, wo der Zubringer die Birs überqueren soll, nicht alleine von Dornach und dem Kanton Solothurn getroffen werden kann, sondern davon abhängig ist, wie die Gemeinde Aesch und der Kanton Baselland sich die Linienführung zum Vollanschluss vorstellen, erweisen sich die Verhandlungen als anspruchsvoll», erklärt Albisetti. Auf die Frage nach dem Stand der Gespräche räumt der Departementssekretär ein, dass bereits die Terminfindung aufwendig sei. Keine Angaben kann Albisetti derzeit auch zur Kostenplanung machen. Allerdings weist er darauf hin, «dass das Gesetz keine Finanzierung des Kantons vorsieht für ein kommunales Projekt». Bei der Variante Süd, die von GemeindepräsidentSchlatter als Alternative vorgestellt wurde, handelt es sich um Gemeindestrassen, «welche der Kanton nicht mitfinanziert».


Aesch ist gegen Variante Süd

Für Marianne Hollinger, Gemeindepräsidentin von Aesch, ist der Kostenaspekt ein gewichtiger Grund gegen
die Variante Süd, insbesondere da die Linienführung länger und komplizierter würde und somit die Kosten (vor allem für die Gemeinden) viel höher ausfielen als bei der Variante des Vorprojektes. Der Gemeinderat von Aesch empfehle daher die Linienführung des Vorprojektes mit zusätzlichen Massnahmen zur Aufwertung des Naturraumes auf Dornacher Seite, so Hollinger.
Axel Mühlemann, stellvertretender Leiter Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur  Tiefbauamt Kanton Basel-Landschaft, gab zu verstehen, dass er trotz allem auf ein Vorwärtskommen hoffe. Denn mit der geplanten direkten Anbindung an die Hochleistungsstrasse gehe es um die Verkehrsentlastung im Gebiet Dornachbrugg. Gemäss Verkehrszählung kämpft Dornach mit 15000 Fahrzeugen pro Tag.