Münchenstein
25.09.2019

Münchenstein wächst weiter

Rück- und Ausblick: Die Gemeinderäte stellten die Pläne und Ziele ihrer jeweiligen Departemente vor.  Foto: ZVG

Rück- und Ausblick: Die Gemeinderäte stellten die Pläne und Ziele ihrer jeweiligen Departemente vor. Foto: ZVG

Am Montagabend lud die Gemeinde Münchenstein zum zweiten Politapéro. Die Informationsveranstaltung lockte rund 250 Interessierte ins Kuspo.

Fabia Maieroni

Ziel des Abends war es, der Bevölkerung einen Überblick über die Legislaturperiode 2016 bis 2020 zu verschaffen. Die Gemeinderäte stellten während zweier Stunden vor, welche Ziele sie die letzten Jahre verfolgt hatten, welche bereits erreicht wurden und was in naher und ferner Zukunft in Planung ist.


Angebot für alte Menschen und Kinder

Rund 21 Prozent der Bevölkerung Münchensteins sind 65 oder älter – Tendenz steigend. Daher will die Gemeinde mit der neu geschaffenen Koordinationsstelle für das Alter älteren Menschen Unterstützung bieten. Auch zukünftig beschäftigen werde den Gemeinderat die Schaffung von Wohnraum für ältere Personen, geeignete Standorte dafür seien in Abklärung, erklärte Gemeinderätin Heidi Frei.

Auch für die Jüngsten wurde das Angebot der Gemeinde erweitert. Gemeinderätin Jeanne Locher sagte, es sei gerade heute besonders wichtig, dass Eltern Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen. Deshalb habe die Gemeinde die finanzielle Unterstützung für Eltern fairer gestaltet: Neu erhalten diese Betreuungsgutscheine, die sie dort einsetzen können, wo sie möchten – sofern sie in Münchenstein leben und nachweisen können, dass ihr Kind extern betreut wird. Ausbauen möchte Locher die frühe Sprachförderung und ein Angebot, das Familien für den Naturschutz sensibilisieren will. Gemeinderat René Nusch, verantwortlich für Hochbau und Immobilien, knüpfte an Lochers Ausführungen an und präsentierte die Erweiterungsprojekte für die Schulhäuser Löffelmatt und Lange Heid; beide Projekte blieben unter den erwarteten Kosten. Unklar bleibt indes weiterhin, wo die Gemeindeverwaltung in Zukunft unterkommen soll.


Neues Pumpwerk in der Jakobsmatte

Aktuell verfügt Münchenstein über sieben Pumpwerke, sechs davon sind in Betrieb. Gemeinderat Daniel Altermatt erklärte, dass die Pumpwerke Ehinger und Hofmatt aufgrund der Schutzzonenplanung aufgehoben werden müssen. Als Ersatz soll ein viertes Pumpwerk die drei bestehenden in der Jakobsmatte ergänzen. Beim Pumpwerk Au soll zudem die Leistung erhöht werden. Trotz einiger grösserer Investitionen stünde die Gemeinde finanziell gut da, freute sich Finanzchef David Meier. «Der Trend bei den Schulden ist leicht rückläufig», sagte er. Das Legislaturziel, die Steuerkraft zu stärken, habe Münchenstein erreicht. Von einer nahen Steuersenkung wollte Meier allerdings nicht sprechen: «Mittelfristig ist es unser Ziel, die Steuern zu senken. Kurzfristig sieht es jedoch eher nicht danach aus.»


Siedlungsdruck und Wohnungsbau

Teil zwei der Veranstaltung widmete sich der Arealentwicklung. Im Fokus standen dabei die Areale Dreispitz, Gartenstadt, van Baerle, Spengler mit dem geplanten 100 Meter hohen Turm und das Areal Dychrain West (Läckerli-Huus). Insgesamt sollen auf diesen Arealen über 1000 Wohn- und Geschäftsräume entstehen, erklärte Gemeinderat Lukas Lauper. Einige der Parzellen möchte die Gemeinde im Baurecht abgeben. «Münchenstein spürt den Siedlungsdruck aus Basel», sagte Gemeindepräsident Lüthi. Man investiere aber viel, damit sich die Anwohner trotzdem wohlfühlten. Dementsprechend müsse auch der öffentliche Verkehr ausgebaut werden, um den individuellen Pendlerverkehr zu verringern. «Wir brauchen einen Viertelstundentakt bei der S-Bahn nach Aesch», sagte Lauper. Es sei lächerlich, dass der Kanton dazu das Geld nicht vorschiesse, sagte er. Auf der Prioritätenliste weit oben stehen ausserdem auch Natur- und Freizonen. Diese sollen bei den Arealprojektierungen mitgeplant werden – eine entsprechende Kommission wurde eingesetzt.

Giorgio Lüthi ermunterte die Anwesenden dazu, an der kommenden Gemeindeversammlung vom 30. Oktober teilzunehmen: «Denken Sie daran, Sie haben das letzte Wort. Je mehr Sie mitreden, desto eher entwickelt sich Münchenstein so, wie Sie es sich vorstellen und wünschen», sagte er zum Abschluss.