Pfeffingen
21.08.2019

Hart erkämpfte Erfolge

Das Training zahlt sich aus: Robin Yeboah holte an den Nachwuchs-Schwimm-Schweizer-Meisterschaften vor einem Monat dreimal Gold und einmal Silber. Foto: Tobias Gfeller

Das Training zahlt sich aus: Robin Yeboah holte an den Nachwuchs-Schwimm-Schweizer-Meisterschaften vor einem Monat dreimal Gold und einmal Silber. Foto: Tobias Gfeller

Der Pfeffinger Robin Yeboah räumte an den Schweizer Nachwuchs-Schwimmmeisterschaften ab. Für den Erfolg trainiert er neun Mal die Woche. Auch dann, wenn er mal keine Lust hat.

Tobias Gfeller

Robin Yeboah muss schmunzeln, wenn er von seinen Anfangszeiten im Schwimmclub erzählt. «Ich war etwas pummelig. Die Trainer dachten damals, ich würde früh wieder mit dem Schwimmen aufhören und nicht besonders schnell werden.» Die Limiten für die Nachwuchs-SchweizerMeisterschaft schaffte er nur knapp. Doch der damals Zwölfjährige hat es allen gezeigt und sich schnell verbessert.

Seitdem ging es für Robin Yeboah fast stetig aufwärts. «Nur fast», fügt er an. Nur aufwärtsgehen könne es in keiner Sportlerkarriere, stellt der heute 16-Jährige klar. «Es gibt immer Phasen, während derer man nicht recht vorwärtskommt. Aber da muss man durch.» Aktuell läuft es beim Pfeffinger hervorragend. Vor einem Monat holte er an den Nachwuchs-Schwimm-Schweizer-Meisterschaften dreimal Gold über 100 und 200 Meter Freistil und 100 Meter Delphin sowie Silber über 400 Meter Freistil. Seine Stärken über die kürzeren Distanzen konnte er voll ausspielen. Während in der vergangenen Saison noch Delphin, auch Schmetterling genannt, seine Hauptdisziplin war, ist er heuer im Crawl am stärksten. Erklären kann sich Robin Yeboah die Veränderungen nicht wirklich. Er ist auch nicht sicher, ob dies jetzt für immer so bleiben wird. Klar sei nur, dass er über die kürzeren Distanzen über das grösste Potenzial verfügt. «Ich habe einfach zu wenig Ausdauer», meint er selbstkritisch. Das sei schon immer so gewesen, auch wenn er sich dank gezieltem Ausdauertraining verbessert habe. Als Stärke bezeichnen die Trainer seine Auffassungsgabe und seine Schnelligkeit in der Umsetzung von Tipps.


Grosse Trainingsumfänge

Neun Mal pro Woche trainiert Robin Yeboah beim Schwimmverein beider Basel. Berücksichtigt man den freien Sonntag und dass an den Wochenenden in unregelmässigen Abständen Wettkämpfe stattfinden, sind es täglich fast zwei Trainingseinheiten. Die Trainingsumfänge sind beim Schwimmen immens. Auch das Mentale spiele eine grosse Rolle, auch wenn das von aussen nur schwer erkennbar sei. Robin Yeboah gibt zu, dass er auch mal «einfach keine Lust» aufs Training hat. «Bevor man Athlet ist, ist man halt auch noch Mensch. Aber da muss ich dann durch.» Umso schöner sei es dann, wenn er seine Ziele erreiche und sich Erfolge wie vor einem Monat an den Schweizer Meisterschaften einstellen. «Das Gefühl, dass sich alles gelohnt hat, ist unbezahlbar.»

Mit sieben Jahren zog Robin Yeboah mit seiner Familie aus Frankfurt ins Baselbiet. Einen Schweizer Pass hat er noch nicht. An den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften kann er dank der Lizenz beim Schwimmverein beider Basel teilnehmen. Der Schweizer Pass soll aber möglichst rasch her. Denn im kommenden Jahr will er für die Schweiz an internationalen Wettkämpfen starten. Weiter in die Zukunft möchte er eigentlich nicht blicken, gibt aber unumwunden zu: «Natürlich ist es mein Traum, einmal bei Olympia, einer WM und EM zu starten. Das ist ja klar.» Auf dem Weg dahin soll ihm ein Studium in den USA helfen. In den Staaten ist der Schwimmsport um einiges grösser als in der Schweiz. Dementsprechend professionell sind die Trainingsbedingungen. Doch zuvor muss er in drei Jahren noch den Abschluss an der International School in Reinach schaffen.