Arlesheim
14.08.2019

«Ich muss einfallsreich sein mit den Materialien, die ich finde»

Initiierte das digitale Netzwerk «Kunschtplatz»: Die Künstlerin Claudia Bösch vor einem ihrer Triptychen im Dornacher Atelier.  Foto: Thomas Brunnschweiler

Initiierte das digitale Netzwerk «Kunschtplatz»: Die Künstlerin Claudia Bösch vor einem ihrer Triptychen im Dornacher Atelier. Foto: Thomas Brunnschweiler

Im Rahmen von «Kunschtplatz» findet in der Trotte Arlesheim die Vernissage der Ausstellung «Ich sehe was, was Du nicht siehst . . .» statt. Claudia Bösch zeigt Malerei, Christine Stangl Keramikkunst.

Thomas Brunnschweiler

Claudia Böschs Bilder zeigen eine spielerische, ja fast kindliche
Experimentierfreude. Auffallend sind die Transparenz und Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten. Da entdeckt man Land-, See- oder andere Karten, überdeckt von Lasuren oder pastosen Acrylschlieren. Auf den Bildern finden sich ganz unterschiedliche Materialien. «Ich benutze Seidenpapier, das sein Pigment abgibt, Acrylfarbe, Holzbeize, Airbrush, Tinte, Zeitungspapiere, Kaffeesatz, Teebeutel usw.», sagt Claudia Bösch, «ich muss einfallsreich sein mit den Materialien, die ich finde. Ich liebe Baustellen, nach dem Motto: suchen, sammeln, optimieren.» Ihre Lieblingsfarben sind Rot, Purpurrosa und auch Violett sowie Metallfarben. Statt Gelb verwendet sie vorwiegend Gold und anstelle von Grau Silber. Claudia Bösch hat keine bewussten Vorbilder, aber die Werke von Ernst Fuchs, Hundertwasser und Gerhard Richter haben sie immer schon beeindruckt. Seit 2011 malt sie für die Öffentlichkeit. Sie nahm unter anderem Privatunterricht beim Kunstmaler, Grafiker und Autor Robert Süess. «Ich hatte damals einen Schock, als Süess mit einem spontanen Pinselstrich über eines meiner Werke fuhr. Bei ihm lernte ich den Bildaufbau und fand durch autodidaktisches Schaffen und Professionalität meinen eigenen Stil.»


Zwei Jahre «Kunschtplatz»

2016 initiierten Claudia Bösch und Elisabeth Bösch das digitale Netzwerk «Kunschtplatz», das am 26. August 2017 online ging. «Kunschtplatz» vernetzt Kunstschaffende, Galerien und strategische Werbepartner. Sie vermitteln Kunst und Design, beraten bei Bewerbungen und unterstützen bei Verzollungsformalitäten. «Momentan sind es rund 32 Künstler. Mit den Galerien pflegen sie ein vertrauensvolles Miteinander. Meine Vision ist es, dass Künstler und Galeristen auf Augenhöhe kommunizieren und zusammenarbeiten.» Innert zwölf Monaten wurden acht Künstler vermittelt. Für die SichtArt Optik in Arlesheim Dorf liefern sie auch redaktionelle
Beiträge. Weitere Ausstellungen mit «Kunschtplatz»-Künstlern wäre ein weiteres Ziel. Im Januar 2020 wird Claudia Bösch an der Art Innsbruck durch die Galerie MainArt vertreten.


Von klassisch bis skurril

Christine Stangl lebt im oberösterreichischen Mühlviertel und widmet sich der Keramikkunst. Seit 2018 verstärkt sie das «Kunschtplatz»-Team mit redaktionellen Beiträgen und anderen Inputs. Ihre Keramikskulpturen reichen von bunten karikaturhaften, skurrilen Gestalten bis hin zu poetischen Figuren. Die Vernissage am Freitag, 16. August, wird um 19 Uhr feierlich eröffnet mit Gesang und Bass von Claudia Schibler, Fränzi Barrell, Gitarre, und Markus Cueni, Saxofon, aus dem Laufental. Der Galerist Salvatore Mainardi aus Buchs AG wird Sie herzlich begrüssen und der Gemeindepräsident Markus Eigenmann hält einführende Worte. Die Ausstellung «Ich sehe was, was Du nicht siehst . . .» in der Trotte Arlesheim dauert bis zum 25. August und ist täglich von 17 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag bereits ab 16 Uhr.

  www.kunschtplatz.ch