Aesch
08.05.2019

Aescher Ritter erobern Grossbritannien

Haben ein spannendes Rennen vor sich: Pascal Pelladoni (l.) und Michel Schmidlin.   Foto: Axel Mannigel

Haben ein spannendes Rennen vor sich: Pascal Pelladoni (l.) und Michel Schmidlin. Foto: Axel Mannigel

3500 Kilometer, keine Autobahnen, ohne GPS und Navi: Das ist die «Knights of the Island»-Rallye, die bis nach Schottland führt. Zwei Aescher sind mit unterwegs.

Axel Mannigel

Die lange Zeit des Wartens und Vorbereitens ist morgen vorbei, denn morgen macht sich das «Crazy Puffin Rallye Team» auf nach Brüssel, wo am Samstag die «Knights of the Island»-Rallye startet. Das Team, das sind die beiden Aescher Pascal Pelladoni (53) und sein Co-Pilot Michel Schmidlin (45). Zusammen wagen sie das Abenteuer: Der Veranstalter, der Superlative Adventure Club aus Hamburg, spricht von rund 3500 Kilometern abseits von Autobahnen, ohne GPS und Navi und in einem mindestens 20 Jahre alten Fahrzeug.

Auf der Reise, die durch Belgien, England, Wales und Schottland bis zum Ziel in Edinburgh führt, sollen allerlei Aufgaben gelöst werden. Wichtig: Wer die meisten Aufgaben richtig oder möglichst originell löst, gewinnt, nicht wer als Erster am Ziel ist. Ausserdem haben die Aufgaben, die den über 100 Teams erst übermorgen bekannt gegeben werden, den Charakter, dass sie den Kontakt zu Land und Leuten fördern sollen. Pascal Pelladoni: «Bei einem vergangenen Rennen etwa sollte das bekannte Beatles-Cover von Abbey Road nachgestellt werden.» Wenn man nur zu zweit ist, eine knifflige Aufgabe.


Lange Freundschaft

Pelladoni, der abseits der Rennstrecke als kaufmännischer Angestellter tätig ist, entdeckte die ausgefallene Rallye vor rund einem Jahr im Mai 2018. Damals war er mit seiner Partnerin im Wohnmobil in Schottland unterwegs, als ihnen ein ganzer Tross an Rallye-Teilnehmern auffiel. Da Pelladoni England und Schottland liebt, war für ihn sofort klar: «Da will ich auch einmal mitmachen.» Wieder zurück in Aesch, kontaktierte er Michel Schmidlin, mit dem er seit 1993, seit der gemeinsamen Zeit beim Seitenwagen-Motocross, befreundet ist.
Schmidlin, ansonsten Facility Manager und inzwischen wohnhaft in Luzern, fährt auch heute noch viele Rennen mit dem Motorrad im Dragster-Sport. Als Pelladoni anrief, sagte er sofort zu, auch wenn er dafür Dragster-Rennen ausfallen lassen muss. «Wenn es um Fahrzeuge und Rennen geht, bin ich dabei», lacht Schmidlin. Gemeinsam machten sie sich an die Rennvorbereitung, zu der nicht zuletzt der Erwerb eines passenden Autos gehörte.


Charity-Charakter

Nach intensiver Suche fanden die beiden Rennfahrer im letzten Herbst einen Audi A4 quattro mit 200 PS, Baujahr 1999. Seither wurde er in Grün und Schwarz foliert (vorher war er goldig), er bekam neue Reifen und Felgen, eine gute Sound-Anlage («Die ist wichtig», grinst Schmidlin), etliche Aufkleber, einen TCS-Check und so weiter. Apropos Aufkleber: Die beiden, die rund 10 000 Franken an Eigenkapital investierten (Pelladoni: «Na ja, etwas teurere Ferien halt») haben recht erfolglos nach Sponsoren gesucht. Dabei, so die Grundidee der Rallye, geht es um einen guten Zweck, denn die teilnehmenden Teams wollen Spenden loseisen für Charity-Institutionen.

Das «Crazy Puffin Rallye»-Team sammelt für die Kinderkrebshilfe Schweiz und die BullStaff-Hilfe Schweiz. Bis zum Ende der Rallye kann gespendet werden. Jetzt, kurz vor dem Start, sind Anspannung und Vorfreude gross: «Wir erkunden für uns unbekannte Regionen mal auf andere Art, fahren durch wunderbare Landschaften und erfüllen spannende Aufgaben», fasst Teamchef Pelladoni die Reise zusammen. Immer mit dabei: ihr Logo mit einem aufgestellten Puffin, einem Papageientaucher, der an den Küsten Schottlands brütet. Morgen geht es los, in zehn Tagen sollten die beiden Aescher Ritter ankommen. Gute Fahrt!

Mehr Infos inklusive live Tracking gibt es auf crazypuffin.blogspot.com