Arlesheim
08.05.2019

Fondue und Ritter: Die Saison auf Burg Reichenstein ist eröffnet

Familiensache: Patrik Vögtli und Tochter Lena kümmern sich mit Sorgfalt und Engagement um ihre Gäste.  Foto: ZVG

Familiensache: Patrik Vögtli und Tochter Lena kümmern sich mit Sorgfalt und Engagement um ihre Gäste. Foto: ZVG

Am 1. Mai fand auf Burg Reichenstein der zweite Tag der offenen Tore statt. Am Abend verwöhnte Familie Vögtli die Gäste mit einem Fondue chinoise.

Thomas Brunnschweiler

Was an der hochmittelalterlichen Spornburg Reichen-stein mittelalterlich aussieht, ist nicht wirklich echt. Die im 17. Jahrhundert zerfallene Anlage ging 1932 an Jacques Brodbeck-Sandreuter, der sie nach Plänen des Burgenforschers Eugen Probst wieder aufbauen liess. Die Familienstiftung wurde 1972 in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt, die heute die Burg nutzt. Wenn auch das Gemäuer nicht mehr authentisch ist, so ist es doch die Gastfreundschaft hier oben umso mehr. Burgwart Patrik Vögtli bewirtete zusammen mit Frau Marianne und Tochter Lena die Abendgäste am Tag der offenen Tore aufs Beste. Dreimal im Jahr bietet die Stiftung Burg Reichenstein einen Tag der offenen Tore an. Die Eventreihe «Leben wie zu Ritters Zeiten!» führt Vögtli in Eigenregie im Rahmen seiner Cateringfirma durch.


Angestellt und selbstständig

Patrik Vögtli ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Früh verfolgte er eine Philosophie der frischen Zubereitung. Zuerst aber führte ihn sein Weg zum Velohandel und -import, bis die Finanzkrise mit ihren Währungsturbulenzen seine Geschäfte voll traf. Zwangsläufig musste er sich nach etwas Neuem umsehen. 2010 betrat er erstmals die Burg Reichstein. Schon als Kind war er von Burgen fasziniert gewesen, und so verliebte er sich gleich in die Idee, auf Reichenstein Burgwart zu werden.

Am 1. August 2011 trat er die Stelle an. Zu seinen Aufgaben gehören die Instandhaltung der Anlage, Führungen und die Terminplanung für die Vermietungen. Die Tätigkeit als Burgwart macht 60 Prozent seines Pensums aus. Die restlichen 40 Prozent gehören seiner Cateringfirma burgwart.ch. Vom Salat über die Spaghetti bis zum Dessert wird hier alles selbst zubereitet. Die Firma besteht seit 2015. Vögtli kann heute auf ein qualifiziertes Team zurück-
greifen.


Positive Echos

Der 1. Mai war ein strahlend schöner Tag. Beim Fondue chinoise, dessen Angebot keine Wünsche offenliess, hörte man nur überschwängliche Rückmeldungen. «Es ist einfach wunderbar, ich komme wieder», sagte ein weiblicher Gast. Ein anderer Gast outete sich als «Wiederholungstäter». Auch Enrique Marlés, der Präsident von Gastro Baselland, war vor Ort und voll des Lobes: «Das Ambiente ist phänomenal und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.» Tatsächlich herrschte im Rittersaal eine familiäre Atmosphäre. Die in mittelalterlicher Kleidung servierende Tochter Lena flitzte unermüdlich von Tisch zu Tisch. Kulinarischer Höhepunkt war eine von Vögtli frisch zubereitete Schwarzwäldertorte. 90 Prozent der Gäste seien jeweils Neukunden, erklärt Vögtli. Am 18. Mai findet als nächster Event «Leben wie zu Ritters Zeiten!» statt und am 31. Juli steht die Burg wieder zur öffentlichen Besichtigung offen. Bis um 24 Uhr verwandelt sich dann der Hof in einen Biergarten mit Spezialitäten von Grill.  www.burgwart.ch

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