Aesch/Pfeffingen
30.04.2019

Kein Titel, dafür jede Menge Blumen

Ehrung auch durch die Gemeinde: Eveline Sprecher und Andreas Spindler (verdeckt) bedanken sich im Namen des Gemeinderats bei Werner Schmid für sein Wirken im Sport und für Aesch darüber hinaus.  Foto: Christoph Jermann

Ehrung auch durch die Gemeinde: Eveline Sprecher und Andreas Spindler (verdeckt) bedanken sich im Namen des Gemeinderats bei Werner Schmid für sein Wirken im Sport und für Aesch darüber hinaus. Foto: Christoph Jermann

An der Saisonabschlussfeier von Sm’Aesch Pfeffingen wurde der langjährige Präsident Werner Schmid würdig verabschiedet.

Tobias Gfeller

Eigentlich hätte am letzten Samstagabend der erste Meistertitel gefeiert werden sollen. Es wäre der würdige und wohlverdiente Abschluss für den langjährigen Präsidenten, Mäzen und Macher Werner Schmid gewesen. Doch im Sport ist bekanntlich nichts planbar und so holten die Nati-A-Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen wieder «nur» Silber. Captain und
Sm’ Aesch-Urgestein Madlaina Matter gab dann auch unumwunden zu, dass die Enttäuschung immer noch überwiege. «Wir dürfen trotzdem stolz sein auf das was, was wir geleistet und mit einem fast komplett neuen Team erreicht haben.» Momentan sei es aber schwierig. «Mit einer gewissen Distanz können wir über den zweiten Platz sicherlich froh sein», meinte Matter und versprach, «weiterzumachen, um im nächsten Jahr endlich den Titel zu holen.»


Grosszügig, zielstrebig, ehrgeizig

Der verlorene Playoff-Final gegen Neuenburg war am Abend in der Löhren-ackerhalle omnipräsent. Das Team hätte zu gerne Werner Schmid den langersehnten Meistertitel geschenkt. Der Patron selber gratulierte seinen Spielerinnen trotzdem zu einer «tollen Saison». Es war typisch für Schmid, dass er nach diesem bitteren Saisonfinale positiv blieb, sich mit persönlichen Worten von jeder Spielerin verabschiedete und sich bei jedem Sponsor für die jahrelange Unterstützung bedankte. Schmid vergass in seinen Dankesworten niemanden. Auch den beiden Abwarten der Löhrenackerhalle dankte er namentlich. Genau dies zeichnete den Patron aus: Er vergass bei allem Erfolg nie, wo Sm’Aesch einst herkam. Er dankte genauso den zahlungskräftigen Geldgebern wie auch den ehrenamtlichen Helfern, die im Hintergrund weibelten, um zu ermöglichen, was die Zuschauer auf dem Platz zu sehen bekamen. Gemeinderat Andreas Spindler (SVP) würdigte in seiner Ansprache genau deshalb die Grosszügigkeit Schmids. Diese verbinde er mit Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit, Durchsetzungsvermögen und Ehrgeiz. Jürg Müller, Werner Schmids langjährige Begleiter in den verschiedensten Funktionen, komponierte ein Lied, um seine Wertschätzung deutlich zu machen. Zur Melodie von Peter Alexanders «Die kleine Kneipe» sang der ehemalige Speaker zusammen mit den Gästen in der Halle: «Wenn Not am Maa isch, denn kunnt unsre Werni. Wenn Not am Maa isch, denn schtoot er parat. Er hilft vo nooch – und au uss dr Färni. ’s isch glyych für waas, er isch sich nit z’schaad!»


«Eine grosse Ära weiterführen»

Auf der Bühne kam es danach zur symbolischen Stabübergabe. Esther Keller, die mit Matthias Preiswerk in einem Co-Präsidium die Geschicke von Sm’Aesch Pfeffingen zukünftig leiten wird, übernahm das Mikrofon und übergab im Namen der neuen Leitung Vorgänger Werner Schmid eine Weinkaraffe mit persönlicher Gravur und eine Flasche Wein. Sie bat dazu ihre neuen Verwaltungsratskollegen Bernhard Heusler und Marc Troxler auf die Bühne, die Schmid vor zwei Jahren selber in den Verein holte. Sie kündigten an, die Ambitionen «mindestens genauso hoch» halten zu wollen. Troxler gab sich bereits kämpferisch: «Ich bin überzeugt, wir können eine grosse Ära weiterführen.» Esther Keller liess daran keine Zweifel aufkommen: «Wir werden Vollgas geben!» Werner Schmid muss sich um sein Lebenswerk vorerst keine Sorgen machen. Er verliess an diesem Abend zum letzten Mal die grosse Bühne der Löhrenackerhalle, nachdem er diese mehrfach betrat und so grosse Fussstapfen hinterlassen hat.