Region: Birsstadt-TV
16.01.2019

Gemeindefernsehen mit neuer DNA

Hier entsteht das «Birsstadt TV»: Max Schwank, Herbert Blaser, Meinrad Stöcklin und Dani Wittlin (v. l.), Fernsehmacher aus Leidenschaft, drehen für Aesch und Arlesheim sowie ab Februar auch für Reinach wöchentlich eine Sendung ab.  Foto: Thomas Kramer

Hier entsteht das «Birsstadt TV»: Max Schwank, Herbert Blaser, Meinrad Stöcklin und Dani Wittlin (v. l.), Fernsehmacher aus Leidenschaft, drehen für Aesch und Arlesheim sowie ab Februar auch für Reinach wöchentlich eine Sendung ab. Foto: Thomas Kramer

Reinach, Aesch und Arlesheim wollen die Bevölkerung weiterhin auch mit vertonten Bewegtbildern informieren. Mit den Machern von «regioTVplus» haben die drei Gemeinden einen neuen Produktionspartner gefunden.

Thomas Kramer

Ein Rückblick auf den Neujahrsapéro der Kulturkommission Aesch und ein Beitrag zum Silvester-Treff auf dem Domplatz, organisiert von der Säulizunft Arlesheim: Mit diesen und anderen Themen ging das «Birsstadt-TV» Anfang Januar erstmals auf Sendung. Wer sich die Beiträge anschaut, erkennt sofort, dass nicht nur der Name neu ist, sondern auch ein neuer Geist durch das «Amtsfernsehen» weht: Technisch und optisch zwar eine Spur einfacher als das auf Ende Jahr eingestellte «Gemeinde-TV», dafür umso leutseliger kommen die Berichte jetzt daher. «Wir wollen nahe bei den Menschen dran sein. Das ist unsere DNA, das ist unsere Philosophie», sagt denn auch Max Schwank gegenüber dem Wochenblatt. Schwank ist Geschäftsführer der Binninger Produktionsfirma Stadttv GmbH und stellt im Auftrag der Gemeinden das neue Sendeformat her.

Die gleiche Firma betreibt auch den lokalen TV-Sender «regioTVplus» mit Aushängeschild Dani Wittlin, dem duzfreudigen Hans-Dampf in allen Nordwestschweizer Gassen. Damit ist klar, weshalb auch Wittlin im neuen Gemeindefernsehen auftritt, wobei das «Birsstadt-TV» keinesfalls eine Dani-Wittlin-Show sein soll, ganz im Gegenteil: Neben Wittlin und Schwank wird das «Birsstadt-TV» vor allem repräsentiert von Herbert Blaser, der primär die Gemeinden Aesch und Arlesheim betreut, und Meinrad Stöcklin, der vielen noch als eloquenter Sprecher der Baselbieter Polizei in Erinnerung ist. Als aufgewachsener Reinacher ist es naheliegend, dass er sich primär um die «Stadt vor der Stadt» kümmert. «Ich freu mich sehr darauf, mit dem Team eine spannende Nische zu füllen», so Stöcklin.

Mehr fürs Geld

Das «Birsstadt-TV» löst nach zehn Jahren das «Gemeinde-TV» ab. Als im 2007 die Produktionsfirma Fadeout zusammen mit der Gemeinde Reinach erste Videos über den InterGGA-Infokanal und die Gemeindewebseite auszustrahlen begann, war das im Rahmen der öffentlichen Kommunikationstätigkeit einer Einwohnergemeinde eine schweizweite Pionierleistung. Aus unternehmerischen Gründen beendete Fadeout per Ende 2018 die Zusammenarbeit mit Reinach, aber auch mit den später hinzugekommenen «Gemeinde-TV»-Partnern Aesch und Arlesheim. «Weil wir weiterhin auf ein Bewegtbild-Angebot setzen wollen, haben wir nach einer neuen Lösung gesucht», sagt stellvertretend Arlesheims Gemeindepräsident Markus Eigenmann. Zumal «TeleBasel», der grösste TV-Sender der Region, eine regelmässige Berichterstattung aus den Gemeinden weder leisten kann noch will. «Mit den Machern von ‹regioTVplus› haben wir einen sehr guten Anbieter gefunden», so Eigenmann. Er führt aus, dass die Kosten weiterhin die involvierten Gemeinden tragen, jedoch der Verein Birsstadt mit der Stadttv GmbH einen Rahmenvertrag abgeschlossen hat. Im Verein Birsstadt haben sich von Muttenz bis Grellingen zehn Birstaler Orte zusammengeschlossen, um Kräfte zu bündeln und gemeinsame Interessen zu vertreten. Insofern kann das «Birsstadt-TV» durchaus auch als identitätsförderndes Element in der fortschreitenden, gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit betrachtet werden. Der Vertrag ist denn auch so ausgestaltet, dass jederzeit weitere «Birs-stadt»-Gemeinden einsteigen können.

Für die Gemeinden ist das Angebot im Übrigen sehr attraktiv. Zu gleichen Kosten wie bisher – jährlich rund 40 000 Franken – wird mit Ausnahme in der Ferienzeit wöchentlich eine neue, drei- bis sechsminütige Sendung produziert. Das bringt einerseits den Vorteil, aktuell zu sein. Andererseits erlauben mehr Sendungen eine thematische Öffnung. Neben verwaltungsrelevanten Beiträgen wird dem Vereinsleben, den Sport-, Kultur- und Gewerbeanlässen vermehrt Platz eingeräumt. Und schliesslich kann mit dem neuen Partner die Reichweite gesteigert werden. Weil das «Birsstadt-TV» auch Teil des regulären Programms von «regioTVplus» ist, können die Inhalte nicht nur über den Infokanal der InterGGA, sondern auch über andere Kabelnetzanbieter wie Swisscom in der ganzen Nordwestschweiz, ja gar landesweit gesehen werden. Jeweils ab Montag, 19 Uhr, wird das «Birsstadt-TV» aktualisiert und anschliessend zu jeder ungeraden Stunde ausgestrahlt.

Unverändert bleibt: Die redaktionelle Hoheit ist bei den Gemeinden und weiterhin sind die Sendungen auf den Gemeindewebseiten abrufbar. Die Zusammenarbeit ist vorläufig auf ein Jahr befristet, wobei schon Mitte 2019 ein erstes Fazit gezogen werden soll.

Über Youtube mehr Junge erreichen

Erfreut über die Lancierung von «Birs-stadt-TV» zeigt sich Gelgia Herzog, Geschäftsführerin des Vereins Birsstadt. «Unter diesem Namen kann sich der Verein ideal mit übergreifenden Birs-stadt-Themen einbringen.» Der Verein hilft zudem mit, dass die Inhalte über zusätzliche Kanäle verbreitet werden. So ist das «Birsstadt-TV» auf der Vereinshomepage wie auch auf dessen Facebook-Seite implementiert. Unter «birsstadt-tv.ch» wurde auch ein Youtube-Channel eingerichtet. Wichtig sei, dass die Inhalte so breit wie möglich gestreut werden. «Und über die neuen digitalen Medien finden die Inhalte auch den Weg zu einem jüngeren Publikum», erhofft sich Herzog.

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