50 Jahre am Start: Das Heimatmuseum feiert gross

Je ein halbes Jahrhundert gibt es das Heimatmuseum und das «Old Castle». Beide sind fit für die Zukunft.

Ausstellungsmacherin: Ruth Leu-Vögtli neben Objekten aus einer ehemaligen Sonderausstellung zum Thema Mode.Fotos: Fabian Schwarzenbach

Ausstellungsmacherin: Ruth Leu-Vögtli neben Objekten aus einer ehemaligen Sonderausstellung zum Thema Mode.Fotos: Fabian Schwarzenbach

Eine Hommage an den Initiator des Museums: Arbeitsplatz von Dr. Alfred Vogel.

Eine Hommage an den Initiator des Museums: Arbeitsplatz von Dr. Alfred Vogel.

«Die spinnen, die Aescher»: Ob das korrekt ist, mögen die Besuchenden beurteilen.

«Die spinnen, die Aescher»: Ob das korrekt ist, mögen die Besuchenden beurteilen.

«Gestern – Heute – Morgen», einfacher kann Geschichte nicht beschrieben werden. So lautet auch der Titel der Sonderausstellung im Heimatmuseum Aesch zu dessen 50. Jubiläum. Wobei die Ausstellungsmacher noch etwas weiter gehen. Vor allem die interessanteste Ecke in der ehemaligen Zehntenscheune, dem rund 400 Jahre alten Kesslerhaus, trägt den Titel – frei nach Obelix – «Die spinnen, die Aescher». Ob dem wirklich so ist, mag das Publikum selbst urteilen, aber es sind die kuriosesten Ereignisse Aeschs gesammelt worden: Wegen eines Druckfehlers in einer Mitteilung der Gemeinde feierten die Aescher etwa in einem Jahr zweimal Fasnacht. Die Aktiven nahmen beide Daten ernst. Auch Erinnerungen an die verschiedenen «Consis» werden wach: Es gab in Aesch ein «Lebensmittel-Consi» und ein «Stoff-Consi». Heute würde man den beiden Abteilungen «Food» und «Non-Food» sagen. Aber auch «neuere» Ereignisse werden thematisiert: der Aescher See, ein Storch und sein Nest, der Aescher Dom oder, fast schon aktuell, die pfeifenden Hochhäuser. Ein grosses Plakat erinnert an die Eröffnung der H18, die als Umfahrungsstrasse Aesch entlasten sollte. Haben sich die Erwartungen von damals erfüllt? Eine Frage, die sich das Publikum stellen und allenfalls auch selbst beantworten kann. Zu diesen knappen Rückblenden holten die Verantwortlichen noch ehemalige Sonderausstellungen aus dem Archiv und präsentieren sie neu, wie Ruth Leu-Vögtli vom Ausstellungsteam erläuterte. Noch leer ist eine Wand: Es soll eine Feedback-Wand für Besucherinnen und Besucher geben, an der sie sich zum Museum und zu den Ausstellungen äussern können.

Auch der «Zappelbunker» feiert

Nicht nur das Museum feiert seinen 50., auch das «Old Castle». Vor einem halben Jahrhundert als erste Disco in Fronarbeit eingerichtet, lockte sie damals Wochenende für Wochenende rund 1000 junge Leute an. Franz Bloch, der das Organisationsteam zum Disco-Geburtstag leitet, erzählt: «Mehrere Jugendgruppen gelangten an die Gemeinde und nach einer Umfrage bei den Nachbargemeinde über ihre Erfahrungen zu Jugendtreffs war klar: So etwas brauchen wir auch!»

Dann war schnell der alte Schlosskeller freigeräumt und die handwerklich begabten Jugendlichen übernahmen den Ausbau. Zum Jubiläum wurden alle damals aktiv Beteiligten eingeladen, einer reist aus Mexiko und einer aus Kalifornien an. «Man wollte die Jugendlichen nicht mitten im Dorf», ergänzt Bloch, was aber schlussendlich zur Nebensache wurde. Wer im 50. Jahr das Tanzbein schwingen möchte, wird dies zu den damals aktuellen Hits machen. Angekündigt wurden die Gassenhauer aus den Jahren 1976 bis 1978. Dazu ist an diesem Wochenende rund ums Aescher Schloss eine Festwirtschaft mit Unterhaltungsprogramm in Betrieb.

Technisch aktueller werden, sonst «holt man keine Jungen ab»

Einen Teil der Finanzierung verdankt das Heimatmuseum seinem Initiator von vor 50 Jahren: Dr. Alfred Vogel, bekannt mit der gleichnamigen Marke von Gewürzen und Lifestyleprodukten. Er stiftete seine Sammlung und das «Vogel-Haus». Dessen Mieteinnahmen kommen dem Museum zugute.

«Die Vereinigung pro Heimatmuseum hat 2500 Franken für das Jubiläum gestiftet», freut sich Christian Helfenstein. Der Präsident des Stiftungsrates und des Jubiläums-OK blickt aber auch in die Zukunft. So soll das Museum technisch aktueller werden, sonst «holt man keine Jungen ab».

Mit einer digitalen Ausstellung, die im Internet jederzeit abrufbar ist, geht das Heimatmuseum diesen Weg schon länger. Konkret ist eine Sonderausstellung zu den zwanzig Beizen, die es einst in Aesch gab, geplant.

Heute planen, was morgen über gestern gezeigt werden soll. Das Heimatmuseum dürfte auch die nächsten 50 Jahre überstehen.

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