«Papieri»: Neues Erscheinungsbild

Die Gebäude der Papierfabrik Zwingen verschwinden aus der Landschaft. Die Barko Immobau AG plant auf dem Areal den Neubau von Wohn- und Geschäftseinheiten.

Abbruch: Die Bagger sind vor einigen Tagen aufgefahren. Foto: zvg Reinhard Hänggi, erschwil.
Abbruch: Die Bagger sind vor einigen Tagen aufgefahren. Foto: zvg Reinhard Hänggi, erschwil.

Die Papierfabrik Zwingen hatte einen prägenden Einfluss auf das Leben an der Birs, in Zukunft wird aber nicht mehr viel an sie erinnern. 13 Jahre nach dem wirtschaftlichen Ende der Fabrik werden die Gebäude jetzt abgerissen. Die neue Eigentümerin aus der Innerschweiz, die Barko Immobau AG, hat die Abbrucharbeiten in Auftrag gegeben. Diese erfolgen bezüglich möglicher Altlasten unter Aufsicht des Kantons Basel-Landschaft.

Für Barko-Geschäftsführer Jost Krummenacher ist es der Anfang einer neuen Ära. Auf dem Gelände soll in einer ersten Etappe eine Überbauung mit 100 Wohn- und/oder Geschäftseinheiten entstehen, wobei ein grosszügiger Spielplatz und Erholungsraum direkt an der Birs in die Planung einfliessen. Die Überbauung werde der Gemeinde Zwingen neuen Aufschwung verleihen und das riesige Gelände attraktiv zum Vorschein bringen, schwärmte Krummenacher. Detailliertere Informationen sollen in den nächsten Monaten folgen, die Planungsarbeiten seien noch nicht abgeschlossen, lässt die Barko Immobau AG verlauten. Ein offizielles Baugesuch gibt es noch nicht, sagt Bauverwalter Urs Hueber. Sofern die Überbauung im Rahmen des Teilzonenplans Areal Papierfabrik / Etzmatt erfolge, genüge ein Baugesuchsverfahren. Für den Bereich nahe dem Schloss benötige es hingegen ein Quartierplanverfahren, erklärt Hueber. Krummenacher kündigte denn auch an, dass die zweite Bauetappe mit der Gemeinde erarbeitet werden wird. Im Quartierplanverfahren will er die Vorschläge, welche in einem Architekturwettbewerb auserkoren werden, in gewissen zeitlichen Abständen an öffentlichen Veranstaltungen präsentieren. Damit werde gewährleistet, «dass die Papiri einem passenden Projekt weichen wird, welches in und für die Gemeinde passt», versprach Jost Krummenacher in den Gemeindenachrichten. Die Bako Immobau AG beschreibt er als Familienunternehmung, welche seit 1980 ausschliesslich eigene Wohnbauprojekte plane und realisiere. Mit dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Zwingen beginne «eine neue spannende Herausforderung, welcher wir uns gerne annehmen werden», meint Jost Krummenacher. Mit Ruedi Krummenacher und dessen Zwila Immobilien AG ist die Familie bereits seit längerer Zeit im Laufental tätig. Die Zwila Immobilien AG hatte das Areal der ehemaligen Papierfabrik Laufen erworben und – nicht abgerissen, sondern die Gebäude saniert und einer neuen Nutzung zugefügt. Entstanden sind Räume für Ateliers, Unternehmen und Startups, so ist auch der Business Park Laufental-Thierstein dort zuhause. Die erste Papiermühle in Laufen war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut worden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war am oberen Lauf der Birs ein neues Zentrum der Papierfabrikation entstanden. In Grellingen (1859), in Zwingen (1913) und in Zwingen/Laufen (1928) waren für die damalige Zeit moderne Papierfabriken errichtet worden.