Birsstadt
02.06.2021

Raum für Mensch und Tier

Revitalisierungsprojekt in Grellingen: Blick von der Brücke «Unterer Moosweg» zum Gebiet «Inseli» (rechts). Foto: Gaby Walther

Revitalisierungsprojekt in Grellingen: Blick von der Brücke «Unterer Moosweg» zum Gebiet «Inseli» (rechts). Foto: Gaby Walther

Die Arbeitsgruppe Birspark Landschaft bemüht sich seit Jahren, den Naturstreifen entlang der Birs zwischen Grellingen und Birsfelden zu einem lebenswerten Ort für Mensch und Tier zu machen. Das Projekt wurde nun mit einem Label gewürdigt.

Von: Gaby Walther

Der Birsraum ist nicht nur für zahlreiche Tiere und Pflanzen attraktiv, sondern ebenso für Erholungssuchende Menschen. Das kann zu Konflikten führen, etwa, wenn der Eisvogel dadurch zu wenig ruhige Nistplätze findet. Damit die Balance zwischen Natur und Mensch gelingt, plant und realisiert die Arbeitsgruppe Birspark Landschaft (BiLa) des Vereins Birsstadt vielfältige Projekte. Entstehen sollen Erholungsräume, die gut an die angrenzenden Siedlungs- und Landschaftsräume angeschlossen sind. Gleichzeitig soll die naturnahe Landschaft mit ihrer grossen Artenvielfalt und den vielfältigen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere geschützt werden. Kantons- und Gemeindegrenzen sollen bei der Planung von zusammenhängenden Lebensräumen keine Rolle spielen. Somit sind am Projekt die Gemeinden Aesch, Arlesheim, Birsfelden, Dornach, Duggingen, Grellingen, Muttenz, Münchenstein, und Reinach beteiligt. Die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit hat Pioniercharakter und wurde von der internationalen Bauausstellung IBA Basel nun mit einem Label gewürdigt. Die IBA beobachtet, fördert und zeichnet in der Dreilandregion seit zehn Jahren grenzüberschreitende Projekte aus.

Wildnis im Herzen von Grellingen

Auch in Grellingen soll mehr Platz für die Natur geschaffen werden. Um dem Fluss bei Hochwasser mehr Raum zur Ausdehnung zu geben, wurde im letzten Herbst damit begonnen, das Inseli, brachliegendes Wiesenland an der Birs mitten im Dorf Grellingen, zu revitalisieren. Das Projekt unter der Federführung des Kantons Basel-Landschaft ist zwar kein offizielles Projekt des Aktionsplans BiLa, leistet aber einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von deren Zielen. Auf einer Fläche von rund 10000 Quadratmetern (dies entspricht etwa eineinhalb Fussballfeldern) entfernten die Fachleute befestigte Uferverbauungen, baggerten Wasserbecken frei und legten vom Grundwasser gespeiste Tümpel an. Entstanden ist eine wilde, abwechslungsreiche, hügelige Landschaft mit Ast-, Stein- und Kieshaufen sowie einer ufergerechten Auenbepflanzung. Philipp Meyer, Projektleiter des Tiefbauamts Basel-Landschaft, kommt ins Schwärmen: «Bereits jetzt ist es spannend zu sehen, wie sich die Landschaft verändert, welche Pflanzen gedeihen, welche mit dem Wasser fortgeschwemmt werden, sich anderswo festsetzen und welche Tiere sich ansiedeln.» Jedes Mal wenn er den Ort besuche, sehe das Gebiet wieder etwas anders aus und Neues sei zu entdecken. Im Moment ist das Inseli noch abgesperrt, um die neue Bepflanzung nicht zu stören. In den nächsten drei Jahren werde das Gebiet intensiv gepflegt. Später darf der Ort besucht werden, denn «auch der Mensch gehört zur Wildnis», erklärt Meyer. Einen Weg entlang der Birs sei aber nicht geplant. Meyer lobt die Gemeinde Grellingen, welche den Input für das Projekt gab und sehr positiv das Ganze unterstütze. Es sei ein Glücksfall, dass das Land von einer Privatperson gekauft werden konnte. Bereits zuvor hätten hier viele Vögel gelebt. «Sollte sich der Biber in naher Zukunft ansiedeln, hätten wir alles richtig gemacht», ergänzt Meyer.

Kurzfilm zum Birsuferweg

Die Arbeitsgruppe BiLa hat soeben einen Kurzfilm erstellen lassen, welcher die Höhepunkte entlang des Birsuferwegs von Birsfelden bis Grellingen vorstellt. Zu sehen ist der Film auf der Website des Vereins Birsstadt.