Region
31.03.2021

«Feldhasen brauchen Brachland»

Ungewiss: Wie es in der Region um den Bestand von Feldhasen steht, ist nicht ganz klar. Foto: zvg

Ungewiss: Wie es in der Region um den Bestand von Feldhasen steht, ist nicht ganz klar. Foto: zvg

Vor fünf Jahren endete das Projekt «Hopp Hase». Das Unterfangen hatte zum Ziel, die Population der Feldhasen in der Nordwestschweiz zu vergrössern und herauszufinden, welche Massnahmen dazu nötig sind. Was ist davon übrig geblieben?

Von: Melanie Brêchet

Das Projekt «Hopp Hase» wurde 2006 ins Leben gerufen, nachdem die Jägerschaft festgestellt hatte, dass der Bestand an Feldhasen in der Nordwestschweiz zurückgegangen war. Gemeinsam mit den Naturschutzorganisationen Pro Natura und dem Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverband plante man darum, während zehn Jahren verschiedene Massnahmen zu testen, um zu sehen, wie diese sich auf die Feldhasenpopulation auswirken würden.

Man begann damit, verschiedene Massnahmen umzusetzen und gleichzeitig die Hasen zu zählen, dies auch im Laufental und dem Leimental. «Das war mit grossem Aufwand verbunden», sagt der Biologe und damalige Projektleiter von «Hopp Hase», Darius Weber aus Rodersdorf. «Wir fuhren nachts mit den Autos die Felder ab und zählten die Hasen anhand der Augenpaare, die uns aus der Dunkelheit entgegenleuchteten.» Die Anzahl der gezählten Hasen und jene des sogenannten Fallwilds, also jener Tiere, welche tot aufgefunden wurden, gaben darüber Aufschluss, wie sich die Population entwickelte. 2016 wurde das Projekt erfolgreich beendet. «Nach ‹Hopp Hase› wussten wir, welche Massnahmen funktionieren. Wir stellten fest, dass die Entwicklung der Hasenpopulation massgeblich vom Überleben der Jungtiere abhängt. Denn nur 10 bis 20 Prozent der jungen Hasen wachsen schliesslich zu erwachsenen Tieren heran.»

Brachen und dünne Saaten

Entscheidend für das Überleben der Feldhasen seien darum breite Brachen und dünne Aussaaten von Getreide, wo die Jungtiere geschützt seien und nicht oder nur selten gemäht wird, erklärt Weber. Junge Hasen seien zwar gut getarnt, würden sich aber kaum bewegen und auch nicht flüchten, wenn Feinde nahen — ein gefundenes Fressen für allerlei Raubtiere. «Insbesondere Krähen, welche sich viel am Boden aufhalten, sind für den Feldhasenbestand eine Gefahr», weiss Weber. Für die dünneren Aussaaten von Getreide werden Bauern in der Nordwestschweiz mittlerweile entschädigt, auch wenn der Ertragsausfall nicht besonders gross sei, erklärt Weber.

Erneute Zählung gestartet

Wichtig sei es nun, eine Erfolgskontrolle durchzuführen und herauszufinden, ob die Massnahmen auch langfristig etwas bringen, findet Darius Weber. Er hat darum im letzten Jahr, gemeinsam mit Freunden und Kollegen, wieder damit begonnen, die Feldhasen in bestimmten Gebieten zu zählen. Gezählt wird unter anderem im Gebiet Eggfeld bei Bättwil und Witterswil. Auch die Gemeinden Biel Benken, Therwil, Ettingen und Rodersdorf seien beteiligt. Unterstützt wird das halbprivate Projekt dabei von der Jagdverwaltung und den Fachstellen der ­Kantone, welche Daten zur Verfügung stellen.

Rechtlich gesehen dürfen Hasen in der Schweiz übrigens gejagt werden. Einzelne Kantone haben sie jedoch gesetzlich geschützt. Im Kanton Baselland wird er von der Jägerschaft freiwillig geschont.