Hofstetten
18.12.2019

Zeit für die Nistkastenreinigung

<em>Keine Leiter nötig: </em>Mit dem langen Stab holt Adrian Oser den Nistkasten zum Reinigen hinunter.Fotos: Gaby Walther<em>Fremder Besucher: </em>Der Siebenschläfer hat Blätter als Wintervorrat im Nistkasten versteckt.<em/>

Keine Leiter nötig: Mit dem langen Stab holt Adrian Oser den Nistkasten zum Reinigen hinunter.Fotos: Gaby Walther

Fremder Besucher: Der Siebenschläfer hat Blätter als Wintervorrat im Nistkasten versteckt.

100 Nistkasten reinigt der Natur- und Vogelschutzverein Hinteres Leimental in der letzten Dezemberwoche. Weshalb das sinnvoll ist, erzählt Adrian Oser.

Gaby Walther

Rund 100 Nistkästen hängen im Wald rund um Hofstetten. Vor allem Blau- und Kohlmeisen, Spatzen und manchmal auch ein Kleiber nützen diese künstlichen Nisthilfen, um dort ihre Eier abzulegen und ihre Jungen grosszuziehen. Der Natur- und Vogelschutzverein Hinteres Leimental betreut diese Nistkästen und reinigt sie einmal im Jahr. «Dadurch wird der Kasten einerseits von Flöhen und Ungeziefer befreit, anderseits wird auch die alte Nestschicht entfernt», erzählt Adrian Oser. Der Vogel würde sonst einfach eine weitere Schicht über die alte legen und so immer näher zum Einflugsloch kommen. Das wiederum würde es den Feinden wie zum Beispiel dem Marder erleichtern, die Jungvögel zu erwischen, erklärt der Präsident des Vereins. Mit einem langen Stab werden die Nistkästen heruntergeholt, geöffnet, das Material herausgeholt und das Ungeziefer herausgeklopft. Manchmal finde man übrig gebliebene Eier oder tote Jungvögel. Eine Meise legt 8–12 Eier, nicht alle sind befruchtet und nicht alle Jungvögel überleben. Stirbt eines der Elterntiere, werde das Nest aufgegeben, denn ein Elternteil alleine könne die Jungevögel nicht grossziehen, erzählt Oser. Angetroffen habe er auch schon Siebenschläfer. Diese nutzen die Kästen zwar nicht zum Überwintern, verstecken dort jedoch manchmal Blätter und Nüsse als Futtervorrat.

Oser hat ein grosses Wissen über Vögel und die Natur. Sein Vater hatte im Jahre 1982 den Verein gegründet und seine Begeisterung für die Natur an seinen Sohn weitergegeben. Viele Nistkästen wurden zu jener Zeit aufgehängt. Heute werden diese Nistkästen gepflegt, aber nicht mehr ersetzt. Sie dienen jenen Vögeln, die sowieso schon gut vertreten sind. «Kommen die Zugvögel aus dem Süden zurück, sind die Kästen bereits von den Standvögeln besetzt», erklärt Oser. Andere Vögel wie Amseln oder der Buchfink sind Höhlenbrüter und nutzen die Kästen nicht. Es sei aber sicher nicht falsch, einen Nistkasten im eigenen Garten aufzuhängen.

Wer bei der Reinigung dabei sein möchte und gleichzeitig mehr über die einheimischen Vögel erfahren will, ist am Samstag, 28. Dezember, zur Mithilfe eingeladen. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr bei der Mehrzweckhalle Mammut in Hofstetten. Der gemütliche Teil kommt dabei nicht zu kurz. «Nach der Arbeit sitzen wir zusammen, grillieren Würste und lassen den Anlass langsam ausklingen. Dabei sind schon gute Kontakte entstanden», erzählt Oser.

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