Erneuter Wechsel im Traditionslokal «Go-In»

In der Laufner Gastroszene bleibt kein Stein auf dem anderen: Nachdem es im «Ochsen», im «Bären», im «Lamm» und zuletzt im «Rössli» Pächterwechsel gegeben hat und das «Central» Ende Mai vorerst schliessen wird, steht nun auch das «Go-In» erneut vor einem Betreiberwechsel.

Möchten dem «Go-In» einen frischen Anstrich verpassen und das Stedtli beleben: (v. l.) Adrian Billerbeck, Stephanie Wolf, Julia Mazzuchetti und Pascal Wolf. Foto: zvg
Möchten dem «Go-In» einen frischen Anstrich verpassen und das Stedtli beleben: (v. l.) Adrian Billerbeck, Stephanie Wolf, Julia Mazzuchetti und Pascal Wolf. Foto: zvg

Das Gastro-Karussell in Laufen dreht sich munter weiter: Christian Borer und Thomas Karrer verlassen das Traditionslokal «Go-In» im Stedtli bereits wieder. Sie führten die Bar 16 Monate lang als «Go-In Après-Ski-Bar». Nun kommt es bereits wieder zu einem Wechsel. Christian Borer erklärt auf Anfrage, dass die Aufgabe des «Go-In» vor allem auf die Doppelbelastung zurückzuführen sei, die das Führen von zwei Geschäften mit sich bringe. Ein Geschäftsführer müsse vor Ort sein — und das sei naturgemäss nicht an zwei Standorten gleichzeitig möglich.

Per 1. April übernehmen Pascal Wolf und Adrian Billerbeck die Traditionsbar im Laufner Stedtli. Beide sind keine klassischen Gastronomen. Von einem Gastro-Abenteuer wollen sie aber dennoch nicht sprechen, sondern von einem Schritt, der sich aus ihrem Umfeld heraus ergeben habe. Pascal Wolf lebt mit seiner Partnerin Julia Mazzuchetti und den gemeinsamen Kindern in Metzerlen, zuvor in Röschenz. In Laufen führt er eine Versicherungsagentur. «Ich arbeite hier, wir kaufen hier ein, unser Alltag findet im Laufental statt», sagt er. Die Idee zur Übernahme sei aus dieser Nähe entstanden. «Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich weiter weg wohnen würde. Wir kennen aber die jetzigen Betreiber, und so hat sich das ergeben.» Auch Adrian Billerbeck ist Laufen nicht fremd. Der Reinacher Architekt ist hauptsächlich geschäftlich mit dem Laufental verbunden und kennt Christian Borer ebenfalls seit längerer Zeit. Das «Go-In» habe sich als passende Gelegenheit ergeben, für ihn gehe damit ein lang gehegter Wunsch einer eigenen Bar in Erfüllung. Die beiden Männer wollen sich allerdings nicht ins Zentrum stellen. «Unsere Partnerinnen sind das Gesicht des ‹Go-In›», sagt Wolf. Seine Schwester Stephanie Wolf ist die Partnerin von Adrian Billerbeck. Sie und Wolfs Partnerin Julia Mazzuchetti bringen Erfahrung aus Gastronomie und Hotellerie mit und erfüllen sich mit dem eigenen Lokal den Traum von der Selbstständigkeit. «Uns war wichtig, dass gastronomisches Know-how vorhanden ist», so Wolf. Während sie den Betrieb im Alltag prägen sollen, halten sich Wolf und Billerbeck im Hintergrund. «Wir regeln den Kauf und helfen beim Aufbau und natürlich auch bei Events mit, aber wir drängen uns nicht in den Vordergrund», ergänzt Billerbeck.

Das «Go-In» wird nicht neu erfunden

Inhaltlich setzen die neuen Betreiber auf Kontinuität mit behutsamer Weiterentwicklung. «Wir wollen das ‹Go-In› nicht komplett umdrehen», betont Wolf. Die Bar sei im Stedtli verankert, viele Stammgäste fühlten sich seit Jahren verbunden. Gleichzeitig sehen die neuen Verantwortlichen Potenzial. Geplant sind zusätzliche Anlässe wie Jassturniere, Lottomatches oder Afterwork-Treffen. «Wir möchten, dass wieder mehr Leben ins Stedtli kommt», sagt Wolf. Einen Vorgeschmack habe die Wiedereröffnung des «Bären» gegeben, «es ist sofort mehr Leben ins Stedtli eingekehrt». Man sehe die anderen Gastrobetriebe keineswegs als Konkurrenz, von mehr Leben im Stedtli würden letztendlich alle profitieren.

Auch gestalterisch sind Anpassungen vorgesehen. Die stark winterlich geprägte Après-Ski-Atmosphäre soll zurückgenommen werden. Geplant sind Anpassungen beim Mobiliar sowie eine neutralere Gestaltung, die das industrielle Thema im Lokal aufnehmen soll. Bezüglich des Aussenbereichs laufen verschiedene Gespräche, unter anderem mit der Stadt Laufen. Angedacht sind Bistrotische entlang der Amthausgasse und eine Nutzung des Kiesplatzes neben dem Lokal — jedoch ohne Zelt wie bisher. «Im Aussenraum sind tatsächlich grössere Veränderungen geplant», sagt Billerbeck.

Beim Angebot setzen die neuen Betreiber auf eine moderate Erweiterung. Klassiker wie das fast schon legendäre Thonbrötli bleiben bestehen, ergänzt durch zusätzliche Snacks. Bei den Getränken soll der regionale Bezug sichtbarer werden, insbesondere beim Wein — dieser soll zukünftig aus dem nahen Soyhières kommen. Produkte aus der Region sollen bewusst berücksichtigt werden. Nicht zuletzt sei ihnen guter Kaffee ein zentrales Anliegen, betonen beide. Man wolle hier Qualität bieten und rüste entsprechend mit einer hochwertigen Kolbenmaschine auf. Dass sie nicht beide aus Laufen stammen, sehen die neuen Betreiber nicht als Nachteil. «Es ist nicht einmal schlecht, wenn man nicht von hier kommt», so Billerbeck. Man gehe dadurch «unbefangener in die Sache hinein». Entscheidend sei letztlich, wie das Angebot aufgenommen werde. Man werde rasch merken, was funktioniere und was nicht. «Wir sind hier, um zu bleiben», sagt Wolf. Man plane langfristig.

Eine Ustrinkete ist im «Go-In» für den 28. März geplant. Die Neueröffnung ist am 11. April.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Hier geschah der mutmassliche Diebstahl: Der ehemalige Stadtpolizist soll sich am Parkautomaten beim Amthausparkplatz bereichert haben. Der Fall wird am 25. März vor dem Baselbieter Strafgericht verhandelt. Foto: Gaby Walther
Laufental04.03.2026

«Lieber spät als nie»

Der frühere Stadtpolizist von Laufen soll während Jahren unbemerkt das Geld aus der zentralen Parkuhr beim Amthaus-parkplatz in die eigene Tasche gesteckt und…
Geht in Pension: Vreni Giger hat die IBBS im Stedtli mit aufgebaut und seit Beginn geleitet. Foto: Thomas Immoos
Laufental04.03.2026

Wichtige Anlaufstelle für das Alter

Vreni Giger, die seit Beginn die IBBS-Anlaufstelle im Stedtli aufgebaut und geleitet hat, ist per Ende Februar in Pension gegangen. Sie blickt dankbar zurück.
Begegnung mit Hermann: (v. l.) Sohn Franz (Simon Altermatt), Vater Maximilian von Moor (Noah Pinkwart), Geliebte Amalia (Simona Hänggi) und Hermann (Yves Froidevaux). Fotos: Martin Staub
Laufental04.03.2026

Mord und Intrige auf der Gymnasium-Bühne

Am Gymnasium in Laufen wird Schauspiel und Theater grossgeschrieben. In den nächsten Tagen kommen gleich zwei Klassiker zur Aufführung. Dieses Wochenende ist es…