EHC Laufen: Präsident Winteler geht
Nach 21 Jahren Vorstandstätigkeit wird Präsident Walter Winteler im Juni anlässlich der ordentlichen Generalversammlungseinen Abschied nehmen. Damit die Vorbereitungsarbeit für die neue Saison nicht stockt, wird der Wechsel rollend erfolgen.

Walter Winteler kennt den Verein nur zu gut. Vor 30 Jahren war er bereits als Spieler, damals noch in Porrentruy, für den EHC Laufen im Einsatz. Dann war er bis heute rund 21 Jahre in Trainer- und Vorstandsfunktionen tätig. Dass er sich nun zum Rücktritt durchrang, hängt zum grossen Teil am zeitlichen Aufwand. Seit rund neun Jahren ist er in Zürich Leiter eines Altersheimes. «Ich wohne seit fünf Jahren in Affoltern und so fehlt mir die Nähe zu Laufen. Probleme lassen sich nicht mehr rasch von Auge zu Auge erledigen. Mit rund drei Stunden Fahrzeit werden die Tage zudem so auch sehr lange. Ich kam diese Saison auf gegen 10000 Fahrkilometer und rund 500 Arbeitsstunden für den Verein. Das geht an die Substanz.» Winteler will es nicht als Druck verstanden haben, aber dass Beruf und Familie dabei nicht zu kurz kommen dürfen, verstehe sich eigentlich von selbst. Bei so viel Engagement müsste ihn das frühe Ausscheiden der ersten Mannschaft doch getroffen haben. «Playoffs haben ihre eigenen Gesetze. Wir hatten ja auch schon als 16. der Rangliste den Favoriten HC MM in der ersten Runde in die Ferien geschickt. Ich kann dies einordnen und bin deshalb auch nicht enttäuscht. Eher wehmütig, weil die Saison so früh zu Ende war.» Nicht ganz reibungslos läuft es im Nachwuchs. «Auf Stufe Querfeld, also Bambini, Bini und Piccolo, haben wir die grösste Nachwuchsbewegung in der Region. In der Hockeyschule von René Gamper können wir jährlich rund 50 Kinder begrüssen, was ein stolzer Wert ist. Ein Problem, mit dem aber nicht nur wir kämpfen, sind fehlende Trainer ab Stufe Piccolo/Moskito. Ein Profitrainer wäre da von Vorteil. Ein Diskussionspunkt ist, ob es wirklich von Vorteil ist, dass viele Eltern ihre Söhne nach Basel bringen. So besteht die Gefahr, dass ohne richtige Zusammenarbeit Laufen, Sissach und Rheinfelden bald einmal zu wenig Spieler haben, um eigenständige Teams mit vernünftigem Niveau zu haben. Doch in diesem Punkt gehen die Ansichten auseinander.»
Toll waren zuletzt die Resultate/Leistungen des Frauenteams. Nur ist auch da nicht alles nur positiv. Vom Kader sind lediglich 10 Spielerinnen beim EHCL lizenziert. 12 sind Nachwuchsspielerinnen von anderen Teams oder haben eine B-Lizenz. «Aktuell kommen diese Spielerinnen aus Neuenburg, Delémont, Bern, Lyss und Rheinfelden. So sind nur wenige Trainings mit dem kompletten Team möglich, was sicher nicht ideal ist.» Winteler lässt gar durchblicken, dass die Zukunft des Teams unter diesen Umständen trotz den jüngsten Erfolgen in Frage gestellt ist. Die Grösse des Vereins mache die Aufgabe zudem jedes Jahr schwieriger, denn man sei finanziell an die Grenzen gestossen. «Sponsoren tragen rund ein Viertel des Budgets, das mit CHF 320000.- doch eine namhafte Grösse erreicht hat. Ein einzelner Hauptsponsor würde zwar mehr Geld und kurzfristige Sicherheit bringen, doch das Risiko, wenn er geht, ist einfach zu gross. Höhere Sponsorenerträge sind kaum möglich, Mitgliederbeiträge erhöhen eigentlich die einzige Lösung oder sparen, wo immer möglich. Auch in Sachen Eigenleistungen haben wir das Plafond erreicht.» Winteler ist nicht der einzige im Vorstand, der zurücktritt. Weil ab jetzt die Saisonplanung gemacht wird, macht es Sinn, dass eine Übergangscrew sozusagen rollend das Zepter übernimmt. «Die neue Vereinsleitung wird an der GV im Juni gewählt. Wir Abtretende unterstützen die Verbleibenden so gut wir können. Alles muss im Interesse des Vereins funktionieren.» Der Abgang werde ihm nicht leicht fallen. Es sei nicht möglich, die Verbindung zum Verein am Ende wie ein Buch einfach zu beenden. «Es ist aber Zeit zu gehen. Ich bin dankbar für alles, für die gewonnen Freundschaften, die schönen Momente, die Emotionen im Eishockey. Sicher werde ich den Verein aus der Ferne verfolgen und ab und zu Spiele von Mannschaften vor Ort besuchen.» Der EHC Laufen steht vor keiner einfachen Zeit. Auch bei der ersten Mannschaft gab es nach vier Jahren einen Trainerwechsel.


