Das Weihnachtswunder

Nichts weniger als das Weihnachtswunder verkündeten Kinder der Primarschule March Meltingen/Zullwil in Laufen. Zusammen mit zwei Chören stimmten sie das Publikum perfekt auf besinnliche Festtage ein.

Sorgen für Weihnachtsstimmung: Singende der Primarschule March Meltingen/Zullwil, von «Gospelfire» sowie vom Chor der Trachtengruppe Thierstein. Foto: Sabine Hangartner-Jermann

Krisen und Krieg beuteln die Welt. Dennoch wird Weihnachten gefeiert, um im Kleinen ein Gefühl von Wärme, Hoffnung und friedlichem Zusammensein aufleben zu lassen. Genau dies ist am vergangenen Freitagabend — zumindest für rund 45 Minuten — gelungen, als in der reformierten Kirche Laufen im Rahmen der Abendmusiken Familienweihnacht gefeiert wurde. Mit Gedichten des Mundartdichters Beat Jäggi sowie mit von der Musiklehrerin Natalia Hofer komponierten Liedern erzählten 19 hoch motivierte Kinder der Primarschule March Meltingen/Zullwil die Weihnachtsgeschichte. Stimmliche Unterstützung erhielten die Schülerinnen und Schüler dabei vom Gesangsensemble Gospelfire sowie vom Chor der Trachtengruppe Thierstein.

Gelungen ist eine äusserst stimmige Aufführung: Die berührenden Weihnachtsgedichte von Jäggi harmonierten bestens mit den von Hofer geschriebenen Liedtexten; zudem bildeten die Kinderstimmen zusammen mit den Frauen- und Männerstimmen der Chöre ein ausgewogenes Ganzes. Besonders beeindruckte bei der Darbietung, wie die Kinder — von den ältesten bis zu den jüngsten — die in Mundart verfassten Gedichte zum Besten gaben. Sie waren weit davon entfernt, auswendig gelernte Verse einfach ­herunterzuleiern, sondern trugen die Gedichte sehr gefühlvoll vor. Selbst die beiden ukrainischen Mädchen der Gruppe präsentierten ihre Verse auf Schweizerdeutsch und verblüfften damit das Publikum. Auch die Lieder, die sich mit den Gedichten abwechselten und deren Inhalt fortsetzten, verzauberten die zahlreichen Anwesenden.

Sowohl die Kinder als auch die erwachsenen Sängerinnen und Sänger brachten immer wieder ihre Weihnachtsfreude zum Ausdruck, etwa mit dem beschwingten «Gloria», das auf die wundersame Geburt von Jesus folgte, oder mit ihrem Jubelgesang und Klatschen im Abschlusslied «Ghörsch wie d’Wiehnachtsglogge lüte?». Das Publikum reagierte mit tosendem ­Applaus und wurde dafür mit Zugaben belohnt, unter anderem mit «Halleluja» von Leonard Cohen, für das Hofer eigens einen neuen Dialekttext verfasst hatte.

Grosser Dank gebührte schliesslich nicht nur den für Weihnachtsstimmung und Begeisterung sorgenden Kindern und Chören, sondern ebenso Natalia Hofer für ihre musikalische Leitung und ihr Engagement. Nicht zuletzt sei der Anlass aber, wie Hofer betonte, eine Hommage an den 1989 im Alter von 74 Jahren ­verstorbenen Mundartdichter und Schriftsteller Beat Jäggi aus dem solothurnischen Fulenbach. Seine Verse, die in der Vergangenheit zu manch einem Jodellied vertont wurden, wirken noch heute inspirierend, stimmen nachdenklich oder erzählen von einer besseren, heileren Welt.

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