Auf der Spur des Eisvogels an der Birs

Entlang der Birs im Laufental waren Freiwillige unterwegs, um potenzielle Brutplätze für den Eisvogel zu erfassen. Mit dabei: Franziska Weber-Isler aus Dittingen. Ihre Beobachtungen liefern wichtige Grundlagen für künftige Aufwertungen.

Brütet auch entlang der Birs: Im Kanton Baselland soll der Eisvogel gezielt gefördert werden. Foto: zvg
Brütet auch entlang der Birs: Im Kanton Baselland soll der Eisvogel gezielt gefördert werden. Foto: zvg

Laufental

Mit seinem leuchtend blauen Gefieder gehört der Eisvogel zu den auffälligsten Vögeln der Schweiz. Er ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen, die er als Ansitzjäger durch Stosstauchen erbeutet. Ergänzend frisst er Wasserinsekten, deren Larven, Kleinkrebse und Kaulquappen — entsprechend ist der Eisvogel an Gewässern anzutreffen. Zwischen 300 und 500 Brutpaare gibt es hierzulande, die Art steht auf der Roten Liste als «verletzlich». Umso wichtiger sind gezielte Fördermassnahmen, wie sie derzeit auch im Baselbiet umgesetzt werden.

Im Rahmen eines Projekts von BirdLife Baselland und dem Kanton werden entlang der fünf grössten Flüsse geeignete Lebensräume für den Eisvogel gesucht und später aufgewertet. Dabei ist die Kartierung der erste Schritt: Rund 45 Freiwillige aus Natur- und Vogelschutzvereinen waren in den vergangenen Monaten an verschiedenen Flussabschnitten unterwegs, um mögliche Brutplätze zu finden. Insgesamt waren rund 15 Personen entlang der Birs im Einsatz. Die Flüsse wurden in Kilometerabschnitte aufgeteilt, die systematisch begangen wurden.

Mögliche Brutplätze gefunden

Eine der Freiwilligen ist Franziska Weber-Isler, Präsidentin des Naturschutzvereins Blauen, Dittingen, Nenzlingen. Sie hat mehrere Abschnitte entlang der Birs im Laufental untersucht — von der Nenzlinger Matte bis zum Eggfluetunnel sowie beidseits des Flusses zwischen Dittingen und Zwingen. «Ich habe einige Stellen gesehen, die geeignet sein könnten», sagt sie. Wie sie erklärt, stellt der Eisvogel klare Ansprüche an seinen Lebensraum: Er braucht steile, lehmige Uferwände, in die er bis zu einen Meter lange Brutröhren graben kann. Solche Strukturen sind heute oft rar oder überwachsen. «Viele potenziell geeignete Stellen waren stark mit Efeu oder anderen Pflanzen überwuchert», sagt Weber-Isler. Ob sich dahinter geeignete Brutwände verbergen, müsse nun genauer geprüft werden. Für den Eisvogel sei zudem Ruhe entscheidend: «Der Eisvogel ist sehr störungsanfällig und auf ruhige Rückzugsorte angewiesen.» Weber-Isler selbst war Teil eines vierköpfigen Teams aus ihrem Verein.

Aufwertungsmassnahmen

Die Kartierung ist Teil eines dreistufigen Vorgehens: Nach der aktuellen Erhebung folgt die Auswertung als Planungsgrundlage, bevor bis 2028 konkrete Aufwertungsmassnahmen umgesetzt werden sollen. Denkbar sind etwa das Freilegen überwucherter Ufer, das Abstechen von Steilwänden oder die gezielte Schaffung von Brutwänden. Die endgültige Entscheidung über Massnahmen liegt beim Kanton und bei BirdLife Baselland.

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