Zeitstücke — neue Uhr aus alten Teilen
Am letzten Samstagnachmittag eröffnete das Industriemuseum Breitenbach die neue Ausstellung unter dem Titel «Breitenbach im Wandel der Zeit». Hauptattraktion war die Mitgestaltung einer grossen Uhr aus alten Teilen.

Breitenbach
Im hinteren Teil des Raums lag ein grosses Zifferblatt — noch ohne Zeiger. Darauf verteilt viele kleine Zifferblätter und Uhrgehäuse der Firma Brac. Das Industriemuseum verfügt noch über Tausende von Uhrenbestandteilen. Warum also nicht etwas Sinnvolles daraus gestalten? Die zündende Idee kam Ronald Freiburghaus vom Vorstand des Museumsvereins. Er stiess nicht nur auf die Uhrenbestandteile im Fundus, sondern im Internet auch auf Collagen von Gegenständen und Tieren, die mit Uhrenbestandteilen gemacht wurden. In einem Brainstorming setzte sich die Idee eines grossen Zifferblatts durch. Die Herstellung desselben aus einer mitteldichten Holzfaserplatte, mit einem Durchmesser von einem Meter, erwies sich als knifflig. Das Uhrwerk mit grossen Zeigern fand Freiburghaus im Internet. Es folgte die Umsetzung von Tipps eines Uhrenrestaurators. Die Besucherinnen und Besucher von drei aneinanderfolgenden Öffnungssamstagen sollen die Möglichkeit haben, die alten Teile auf dem Zifferblatt anzuordnen und mit Heissleim festzukleben. Am Samstag begannen einzelne Gäste mit dem Zeitmosaik, wobei sie bei der Heissleimpistole noch etwas «fremdelten». Es wäre wünschenswert, wenn am ersten Samstag des Novembers und Dezembers möglichst viele Menschen die Gelegenheit ergreifen würden, gemeinsam «ein Stück Zeitgeschichte» zu gestalten; dieses Angebot gilt auch für Kinder. Das fertige Objekt, das man als Zeitkunstwerk bezeichnen könnte, wird am Ende als neuer Blickfang im Wydehof Breitenbach dienen. Wer also mitgestaltet, kann sich in gewisser Weise «verewigen».
Isola und Brac
Neben dem Zifferblatt-Projekt gilt die Ausstellung den Produkten der Schweizerischen Isola-Werke AG und der Brac AG. Die Isola-Werke produzierten vor allem Isoliermaterialien für die Elektrotechnik. Ausgangspunkt war Glimmer (engl. mica), eine Gruppe von Mineralien der Schichtsilikate. Der Glimmer besitzt eine sehr geringe elektrische Leitfähigkeit, was ihn für die Isola bedeutend machte. Neben Isolierstoffen und -lacken stellt die Firma auch isolierte Drähte und Kabel her. Die Brac AG produzierte vor der Übernahme durch eine Holding vor allem Uhren und Uhrwerke, Kunststoffteile, Haushaltsgeräte, Tabakpfeifenteile, Knöpfe sowie Fräs- und Drehteile. In der Ausstellung liegt ein Schwerpunkt auf den Uhren der Brac. In einer Vitrine sind verschiedene Typen zu sehen. Von Werner Kohler wurde dem Museum eine Präsentationskiste für Uhren überlassen, die mehrere Schubladen enthält.
Samariterverein jubiliert
Parallel zur Eröffnung der neuen Ausstellung und zum Zifferblatt-Projekt beging der Samariterverein Breitenbach und Umgebung die Jubiläumsfeier zum 105. Jahr seines Bestehens; die 100-Jahr-Feier fiel wegen Corona aus. Am 7. November wird der Samariterverein am Martini-Markt im Gemeindehaus Breitenbach einen Samariterdienst anbieten. Am 28. November findet in der Aula Breitgarten ein Vortrag statt.
Die nächsten Termine für die Gestaltung der grossen Uhr sind die Samstage vom 7. November und 5. Dezember, jeweils von 14 bis 16 Uhr.