Zeichen für Frieden und Zusammenhalt

Die Gelöbniswallfahrt nach Mariastein findet am 5. September bereits zum 87. Mal statt. Was 1940 als Versprechen zum Schutz der Schweiz vor Krieg und Katastrophen begann, ist bis heute ein lebendiges Zeichen für Frieden und Zusammenhalt. Mit einem neu gegründeten Verein soll die Tradition auch für kommende Generationen gesichert werden.

Prozession: Über 200 Pilgerinnen und Pilger nehmen jährlich an der Wallfahrt nach Mariastein teil. Fotos: zVg

Prozession: Über 200 Pilgerinnen und Pilger nehmen jährlich an der Wallfahrt nach Mariastein teil. Fotos: zVg

Gelöbnisswallfahrt: Im letzten Jahr hielten Olivia Furrler und Pater Ludwig die Messe.

Gelöbnisswallfahrt: Im letzten Jahr hielten Olivia Furrler und Pater Ludwig die Messe.

Mariastein

Am Samstag, 5. September, findet zum 87. Mal die Gelöbniswallfahrt nach Ma-riastein statt. «In dieser langen Zeit ist eine richtige Wallfahrtsfamilie entstanden. Rund 200 Personen nahmen in den letzten Jahren jeweils daran teil. Einige kommen jedes Jahr wieder und freuen sich auf die Begegnung», stellt Willy Bracher aus Nunningen fest. Er selbst pilgert seit rund 35 Jahren nach Mariastein und organisierte die Wallfahrt während der vergangenen 20 Jahre als Präsident des Seelsorgerats Dorneck-Thierstein mit. Lachend fügt er an: «Wir hatten fast immer schönes Wetter.»

Die Wurzeln der Wallfahrt reichen ins Jahr 1940 zurück. Unmittelbar nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs legten Gläubige aus dem Thierstein das Gelöbnis ab, jedes Jahr zur Gnadenstätte Maria im Stein zu pilgern und für den Schutz der Schweiz vor Krieg und Katastrophen zu beten. Wenig später schlossen sich die Pfarreien des Dornecks an. Daraus entstand die traditionsreiche Dekanatswallfahrt Dorneck-Thierstein, die über Jahrzehnte hinweg von den Seelsorgenden und später vom Seelsorgerat Dorneck-Thierstein gemeinsam mit den Pfarreien und dem Kloster Mariastein organisiert wurde.

Neuer Verein sichert die Zukunft

Nach der Auflösung des Seelsorgerats im Jahr 2022 stellte sich die Frage nach der Zukunft der Wallfahrt. Gemeinsam mit dem Kloster Mariastein, den Pastoralräumen und ehemaligen Mitgliedern des Seelsorgerats entstand die Idee eines eigenständigen Trägervereins. Am 27. März 2026 wurde der Verein «Gelöbniswallfahrt Schwarzbubenland–Birstal–Laufental zur Maria im Stein» gegründet. Ihm gehören die Pastoralräume Thierstein, Solothurnisches Leimental, Birstal sowie Laufental-Lützeltal an. Unterstützt wird der Verein unter anderem von der Abtei Mariastein, der Bistumsregion St. Verena und der Römisch-Katholischen Synode des Kantons Solothurn. Auf Willy Bracher als Präsident folgt Wolfgang Müller aus Dornach. Bracher bleibt dem Anliegen als Vorstandsmitglied des neuen Vereins erhalten.

Zeichen des Zusammenhalts

Der Verein verfolgt nicht nur organisatorische Ziele. Das zentrale Anliegen der Gelöbniswallfahrt bleibt bestehen: gemeinsam für den Frieden zu beten, Dankbarkeit zu zeigen und in schwierigen Zeiten Hoffnung und Zusammenhalt zu stärken. Das diesjährige Leitwort lautet deshalb «Zusammenhalt». «Schaut man in die Welt, sieht man so viel Not und Elend. Umso wichtiger ist es, zusammenzustehen. Die Politik müsste sich gegen eine weitere Aufrüstung wehren, denn sie bringt nur noch mehr Leid», meint Bracher. Er ermutigt, an der Wallfahrt teilzunehmen: «Die Begegnungen mit anderen Menschen machen das Leben aus. Wenn man nur im eigenen Stüblein sitzt, passiert nichts.» Ihm ist aber auch bewusst, dass gerade junge Menschen mit der katholischen Kirche hadern und dass in vielen Bereichen der Kirche eine Weiterentwicklung nötig wäre. «Die katholische Kirche müsste mehr Dienst am Mitmenschen leisten und auch die Frauen gleichberechtigt behandeln. Ohne die Arbeit der Frauen würde vieles in der Kirche nicht funktionieren», ist er überzeugt.

Jodlermesse

Die Wallfahrt beginnt am Samstag, 5. September, um 9.30 Uhr mit der Besammlung beim Klosterhotel Kreuz in Mariastein. Anschliessend ziehen die Pilgerinnen und Pilger in einer Prozession zur Basilika, wo um 10 Uhr der Gottesdienst beginnt. Zelebrant ist Alexander Pasalidi, Pfarrer von Arlesheim. Die Predigt zum Thema «Zusammenhalt» hält Diakon Wolfgang Müller. Musikalisch gestalten die Schwarzbubenjodler Dornach und der Jodelclub Reinach den Gottesdienst mit Teilen der Jodlermesse. Im Anschluss sind alle Teilnehmenden zu einem Apéro eingeladen. Zudem werden die Statuten des neu gegründeten Vereins und jeweils ein Pilgerstab den beteiligten Pastoralräumen offiziell übergeben.