Wieder Wechsel in der Bauverwaltung

Die Gemeinde Breitenbach hatte bisher dank geringem Personalwechsel tiefe Verwaltungskosten. Jetzt kämpft der Gemeinderat mit Mehrkosten, weil es in der Bauverwaltung erneut zu einem Wechsel kommt.

Breitenbach

Er kannte die Werksleitungen, Strassen, Gemeindeliegenschaften und Zonenvorschriften aus dem Effeff: Breitenbachs langjähriger Bauverwalter Markus Vögt-lin. Ende 2025 ging er in den Ruhestand. Der Gemeinderat machte sich zwei Jahre zuvor auf die Suche nach einem Nachfolger, entschied sich aus einer Reihe von Bewerbungen für Peter Hänggi und kalkulierte viel Zeit für seine Einarbeitung ein — für einen fliessenden Übergang. Dabei nutzte die Behörde die Kapazitäten für die Umstellung auf das digitale Baugesuch und entschied sich für einen nicht ganz unumstrittenen Systemwechsel, der das Ende der Baukommission bedeutete. Die Bauverwaltung sollte nicht mehr nur empfehlen, sondern entscheiden, sie wurde zur alleinigen Baubehörde erkoren. Die Mehrheit der Gemeindeversammlung stimmte dem neuen Modell im Herbst 2025 zu. Begründet wurde dies damit, dass der Ermessensspielraum kleiner geworden und die Anforderungen im Baujuristischen gestiegen seien, während es immer schwieriger werde, Kommissionsmitglieder zu finden.

Kritik am Systemwechsel

Die Umstellung war vor allem von Architekten kritisiert worden und eckte an. Der Vorstand des Zweckverbandes AZB vermisste die frühere unkomplizierte Lösungsfindung und ärgerte sich im Baugesuchsverfahren für die Modernisierung des Heims darüber, dass Bewährtes plötzlich infrage gestellt wurde (das Wochenblatt berichtete). Es sei zu Mehraufwand und Verzögerungen gekommen — zulasten des Gemeindeverbandes, monierte Präsidentin Wally Allemann. Inzwischen ist die Baubewilligung erteilt — und Bauverwalter Peter Hänggi hat seine Kündigung eingereicht, weil er sich für ein anderes Stellenangebot entschieden hat.

Kündigung kam überraschend

«Das kam überraschend und wir bedauern das sehr. Doch im Moment ist es einfach so, dass im Bauwesen viele attraktive Angebote locken», sagt der für die Raumplanung zuständige Gemeinderat David Häner. Kam der Systemwechsel zum falschen Zeitpunkt? «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das Modell, das die Baubehörde bei der Verwaltung sieht, längerfristig die bessere Lösung für Breitenbach ist.» Ein Systemwechsel sei nie einfach. «Die letzten Jahre waren sehr intensiv. Wir haben die Ortsplanrevision fertiggestellt und stecken mitten in der Diskussion über die Entwicklung des Isola-Areals», räumt Häner ein. Der Stellenwechsel soll im nächsten halben Jahr erfolgen, wobei der Gemeinderat vor allem eine versierte Persönlichkeit suche und offen sei, bei den Fachkompetenzen in die Weiterbildung zu investieren. Im Moment sehe es nicht schlecht aus, es seien einige qualitativ gute Bewerbungen eingegangen und das Auswahlverfahren sei am Laufen, erklärt Gemeindeverwalter Andreas Dürr auf Anfrage dieser Zeitung.

«Das kam überraschend und wir bedauern das sehr.»