Wertschöpfung mit weiterem Potenzial
Im Rahmen der Bestandespflege und der Suche nach möglichen Standorten für die Ansiedlung neuer Unternehmen stiess die Wirtschaftskommission des Forums Schwarzbubenland auf die Hakama AG mit ihren Landreserven im Gewerbegebiet von Bättwil.
Bättwil
Die Hakama AG feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen und gab letzte Woche der Wirtschaftskommission des Forums Schwarzbubenland und Standortförderer Christian Imark Einblick in die Erfolgsgeschichte der industriellen Produktion in Bättwil. Eine Gelegenheit, die sich auch der kantonale Wirtschaftsförderer, Andreas Gasche, nicht entgehen liess. Mit seinem Erscheinen unterstrich er das Interesse der Solothurnischen Standortförderung am Werkplatz Leimental.
Die Hakama AG war von Othmar Haberthür und Ernst Kasper in Mariastein gegründet worden und blieb ihrem Kerngeschäft — der Blechverarbeitung — treu. Sie zählt zu den Industriebetrieben, die dem Wandel der Zeit erfolgreich trotzten. «Dafür waren strukturelle Massnahmen notwendig, die Zahl der Mitarbeitenden sank von 180 auf 80, und es erforderte enorme Flexibilität», resümierte Claudio Marchesi, CEO der Hakama im offenen Gedankenaustausch mit den Vertretern der Regionalpolitik. Zu den Hochs und Tiefs gehören volle Auftragsbücher in sehr kurzer Zeit und Durststrecken, die man mit Kurzarbeit überbrücke. Auf die Frage aus der Runde, wie die Auftragslage für die kommenden Monate aussehe, gibt Marchesi zu verstehen, die Unternehmung sei es gewohnt, kurzfristige Aufträge prompt zu erledigen. Natürlich gebe es auch einige längerfristige Projekte, insbesondere im Bereich der Innovation. Möglich sei dies dank einer stabilen Stütze im Hintergrund. So gehöre die Hakama nicht mehr einer privaten Eigentümerfamilie, sondern sei Teil der INDUS Holding AG. Die internationale Industrieholding verfolge das Modell, mittelständische Industrieunternehmen zu halten und deren Eigenständigkeit zu bewahren. «Die Leimentaler Unternehmung profitiert von der finanziellen Stabilität einer börsenkotierten Unternehmensgruppe und kann ihre kundenorientierte Präzisionsblechbearbeitung weiter ausbauen», sagte Marchesi.
Die Hakama behaupte sich im hart umkämpften Markt, weil sie dafür bekannt sei, «das Unmögliche möglich zu machen». Dafür sorge ein gut eingespieltes Team mit erfahrenen Ingenieuren und Praktikern, die ihr Handwerk verstehen. Auf dem Rundgang durch den Betrieb verweist Marchesi stolz auf die Kompetenzen seiner Mitarbeiter, die aus einem hauchdünnen Blech mit Biegen und Schweissen ein Gehäuse fertigen, das einem Kunstwerk gleicht und hohen Anforderungen standhält. Die Hakama produziert für die Pharma Medizintechnik und Elektronik. Der Fachkräftemangel, der starke Franken und die Entwicklung der Energiepreise seien die Probleme, welche die Politik angehen müsse. «Bei der Bildung wünschen wir uns, dass die handwerklichen Kompetenzen weiter gefördert werden», meinte Marchesi. «Die Hakama AG offeriert immer wieder attraktive Lehrstellen, pflegt einen aktiven Austausch mit den Schulen und ist an regionalen Anlässen präsent». Dabei räumt Marchesi ein, dass das Leimental das Glück habe, bei der Suche nach Fachkräften auf handwerkliches Geschick aus dem Elsass zählen zu können. «Zwei Drittel der Belegschaft sind Grenzgänger. Diesbezüglich erweist sich die Peripherie als Standortvorteil. Die staufreie Anfahrt wird sehr geschätzt», sagte der Geschäftsführer. Weil die Hakama Kleinserien produziere, Spezialaufträge erfülle und Neuheiten entwickle, setze sie zu einem grossen Teil auf die menschliche Arbeitskraft. Man investiere in Hightech-Anlagen, vor allem in der Schweisstechnik und benötige nur wenige Roboteranlagen.
Beim Thema Standort signalisierte Marchesi, dass die Hakama im Gewerbegebiet von Bättwil über Landreserven verfüge, die sie eventuell für die Ansiedlung einer neuen Unternehmung zur Verfügung stellen würde — vorausgesetzt die Kandidatin würde ins bestehende Umfeld passen. Man darf gespannt sein, was diese Botschaft auslöst.