Volles Haus beim Jahreskonzert

Über mangelnden Zulauf konnte sich der Musik-verein Konkordia Kleinlützel am letzten Sonntagnachmittag nicht beklagen. Das Publikum bekam eine bunte Auswahl musikalischer Leckerbissen serviert.

Profilierte sich am Es-Horn in «Yesterday»: Melanie Meyer. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Profilierte sich am Es-Horn in «Yesterday»: Melanie Meyer. Fotos: Thomas Brunnschweiler

Mit der Posaune: Dirigent Tamás Szente als brillanter Solo-Posaunist.

Mit der Posaune: Dirigent Tamás Szente als brillanter Solo-Posaunist.

Kleinlützel

Mit Elan, verspielt, humorvoll und jazzig startete das Konzert mit dem berühmten «The Muppet Show Theme» mit vielen rhythmischen Akzenten und solistischen Einlagen im Cornet- und Posaunenregister. Tamás Szente, der neue und innovative Dirigent des Ensembles, setzte beim Programm auf Unterhaltung und das Prinzip, lieber mittelschwere Stücke gut einzuüben, als an schweren ein Scheitern zu riskieren. Diese Rechnung ging denn auch voll auf. Vereinspräsident Beat Fritschi zeigte sich beeindruckt vom vollen Gemeindesaal. Ulrike Meyer übernahm jeweils die sympathische Zwischenmoderation zu den Stücken.

«Accolades», was «feierliche Umarmungen» bedeutet, ist ein typisches Wettbewerbsstück. Es beginnt mit einem festlich-kraftvollen Eröffnungsteil, gefolgt von einem ruhigen Mittelstück. Das Finale ist virtuos, tänzerisch und mitreissend. Bekannt war «Memory» aus dem Musical «Cats» von Andrew Lloyd Webber, eine äusserst emotionale, getragene Ballade mit solistischen Einlagen im Euphonium und Cornet. Obwohl technisch nur mittelschwer, ist dieses Stück musikalisch als anspruchsvoll zu bezeichnen. Der niederländische Komponist Cornelis Vlak komponierte unter mehreren Pseudonymen; die «Kleine Ungarische Rhapsodie» als Alfred Bösendorfer. Das Konzertstück mit folkloristischem Charakter ist fünfteilig. Nach Einleitung und einem gesanglich-langsamen Teil verdichtet sich die Musik und geht in eine Friska über, die einen deutlichen Csárdás-Charakter aufweist und mit einem kurzen Schluss endet. Das Stück weist ungarische Skalen, Tempowechsel und virtuose Läufe auf und erfordert einen geübten Zungenschlag.

Hier wie in allen Stücken wartete die Konkordia mit einem homogenen, vollen und präsenten Klang auf, hell in den hohen, warm und sonor in den tiefen Registern. Der «Sherwood Lodge»-Marsch von Norman Brown entführte das Publikum musikalisch ins 12. Jahrhundert.

Gelungene Musikmischung

Nach der Pause ging es mit «Szamosmenti», dem bekannten ungarischen Marsch von Samu Borsay weiter. In der «Bayrischen Polka» von Georg Lohmann brillierte Dirigent Tamás Szente als Solo-Posaunist. Im typischen 2/4-Polka-Rhythmus wechselt die fröhliche Volksmusik zwischen kraftvollen Tutti und leichteren Trio-Passagen. Mit «Lemon Tree» von Fools Garden wechselte man zu einer weltberühmten Pop-Ballade, die von Peter Freudenthaler innerhalb von etwa 20 Minuten geschrieben worden war. Ulrike Meyer erzählte auf launige Weise die Entstehung des Evergreens «Yesterday» der Beatles. Das Stück wurde durch ein schönes, subtil gestaltetes Es-Horn-Solo von Melanie Meyer veredelt. Offizielles Schlussstück war «The Cream of Clapton», ein Medley aus «Wonderful Tonight», «Layla» und «Tears in Heaven». Als Zugabe erklangen der Marignan-Marsch («Hymne Wallis») und die Reprise des Muppet-Themas. Das ungeplante i-Tüpfelchen setzte ein Büchelspieler aus Sissach mit dem kurzen «Rocky Mountain Echo».