Verschuldung reduziert

Die Gemeinde Breitenbach blickt auf ein erfolgreiches Rechnungsjahr zurück.

Zukunft noch ungewiss: Zum Isola-Areal gab es an der GV Breitenbach keine Neuigkeiten. Foto: Archiv
Zukunft noch ungewiss: Zum Isola-Areal gab es an der GV Breitenbach keine Neuigkeiten. Foto: Archiv

Breitenbach

Anstelle eines budgetierten Defizits von 274000 Franken schliesst die Rechnung 2025 der Gemeinde Breitenbach mit einem Ertragsüberschuss von 92133 Franken ab. «Mit der steigenden Einwohnerzahl der letzten Jahre rechneten wir mit höheren Steuereinnahmen. Diese Annahme wurde erfüllt, wobei wir vorsichtig budgetiert haben», sagte Gemeindepräsident Christian Thalmann an der Gemeindeversammlung vom Montag. «Ein starkes Wachstum erzielten wir bei den Grundstückgewinnsteuern. Der Kanton hat ältere Veranlagungen aufgearbeitet. Die Grundstückgewinnsteuern steigen von 111000 im Jahr 2024 auf rund 335000 Franken an. Ebenfalls höhere Einnahmen verzeichneten wir bei den Sondersteuern aus Kapitalabfindungen. Budgetiert waren 400000 Franken, erzielt wurden 717000 Franken», führte Thalmann aus.

Weniger erfreulich seien die Steuereinnahmen bei den juristischen Personen. Es gab einen Rückgang, ausserdem eine Wertberichtigung von über 300000 Franken aufgrund einer ungeklärten Situation im Zusammenhang mit der Veranlagung durch den Kanton. «Eine Steuerfrage, die nun seit einigen Jahren offen ist. Selbstverständlich haben wir Solothurn daran erinnert, vorwärtszumachen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht», meinte Thalmann.

Recherchen dieser Zeitung zeigen, dass es sich um eine junge Unternehmung handelt, die sich nach eigenen Angaben in einem Wachstumsmarkt bewegt. Einiges ist in der Schwebe, offenbar auch bezüglich Steuererleichterung und definitiver Steuerrechnung.

Wie es nach dem Verkauf des Isola-Areals mit der flächenmässig grössten Industriezone des Thierstein weitergeht, konnte der Gemeinderat am Montag nicht sagen. Eigentlich müsste die Zwischennutzung für gewerbliche Zwecke boomen, denn vom Wohnungsbau sei man noch weit entfernt. Im Moment würden zwischen der Arealeigentümerin, der Seraina Invest AG, und dem Gemeinderat unterschiedliche Meinungen herrschen. Bis zur Klärung der Punkte, die für die Gemeinde ausschlaggebend seien, werde der Gemeinderat die Teilzonenplanänderung nicht initiieren, informierte Gemeindeverwalter Andreas Dürr – stellvertretend für den zuständigen Gemeinderat David Häner, der geschäftlich unterwegs war. Das Investitionsvolumen in Breitenbach betrug brutto 2,2 Millionen Franken. Die 4480-Seelen-Gemeinde steht finanziell solide da. «Das Fremdkapital betrug Ende 2025 18,784 Millionen Franken, das Finanzvermögen 13,532 Mio. Es resultiert somit eine Netto-Schuld von 5,252 Millionen Franken. Je Einwohner macht dies noch 1172 Franken aus – vor einem Jahr waren es 1602 Franken. Dies gilt als geringe Verschuldung, womit Breitenbach im kantonalen Vergleich gut abschneidet. Da auch die Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser positiv abschlossen und über genügend Reserven verfügen, sollte der Gemeinderat in der kommenden Budgetdebatte eine Gebührenreduktion prüfen, lautete eine Anregung aus dem Plenum. Zudem sollte der Gemeinderat dafür sorgen, dass Traktandenliste und Protokolle seiner Sitzung im Internet aufgeschaltet sind, meinte Kantonsrätin Ida Boos unter Verschiedenem. Es sei ihr bewusst, die Gemeinde sei gesetzlich nicht zur globalen Veröffentlichung verpflichtet. «Doch die meisten Gemeinden des Kantons Solothurn machen dies schon lange.»

Die Gemeindeversammlung setzte sich aus 32 Stimmberechtigten zusammen, gab diskussionslos ihren Segen und konnte 35 Minuten nach Beginn zum gemütlichen Teil überschreiten. Der Gemeinderat lud zum gemeinsamen Wurstsalat-Essen ein, wobei er alternativ auch ein veganes Angebot servierte.