Theater im Mehrfamilienhaus
Die Theatergruppe Jou Jetzä entstand vor fünfzehn Jahren. Und es gibt sie noch heute. Vor einer Woche führten die fünf Mitglieder ihr neues – wie immer selbst erfundenes Stück – «Unter eim Dach» im Saal des Schulhauses Mammut auf.
Hofstetten
Die ehemalige Jugendtheatergruppe Jou Jetzä wurde inzwischen zwar kleiner und ihre Mitglieder sind älter geworden. Die zwei verbliebenen Schauspielerinnen und die drei Schauspieler frönen ihrer Leidenschaft aber ungebrochen. Noch immer schreiben sie ihre Stücke selbst, so auch ihr neustes Werk «Unter eim Dach». «Jeweils ungefähr im Zweijahresrhythmus bringen wir wieder ein Theaterstück zur Aufführung», erklärt Dominique Caruzzo, der älteste der Truppe.
In der jüngsten Geschichte, bei der es um das Zusammenleben von Mieterinnen und Mietern in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus geht, zeigte sich der 55-Jährige von seiner schauspielerisch besten Seite. Spielte er doch den schwierigen Rentner Jean-Jacques Mokassin, der in der 1. Etage lebt, absolut überzeugend – nebst den Rollen als Pizza-Verträger Giuseppe, dem Einsatz als Fernsehmoderator, den man als Filmeinspielung sah, sowie als Sänger Steve, der zusammen mit Mirko Müller, als Pesche, den Stefan Eicher-Song «Hemmige» live zum Besten gab. Letzterer wurde im Stück als Buchautor und Schreiber eben dieser Geschichte dargestellt. Mirko Müller agierte zudem als Regisseur und Mitverantwortlicher für das einfache, aber bestens durchdachte Bühnenbild, mit dem – dank linksseitiger, nicht übersehbarer Nummernangabe – jeweils die betreffende Etage, in welcher die aktuelle Szene spielte, deutlich gemacht wurde.
So lernten die zahlreichen Zuschauenden die weiteren Mieterinnen und Mieter dieses Wohnblocks kennen, die sich zu Beginn des Stücks kaum kennen: Pied, den Musiker, gespielt von Philip Friedmann, im 2. Stock, die etwas chaotische Physiklehrerin Frau Stadelmeier (Stephi Hirt) im 3., sowie Noemi (Annick Lehner), die sportbegeisterte Geschäftsfrau im 4. Geschoss. Wie Dominique Caruzzo, traten auch alle anderen Darstellenden zudem in mehreren Nebenrollen auf.
Dank Stromausfall
Und schliesslich zum Höhepunkt der Geschichte «Unter eim Dach»: Dank eines Stromausfalls im ganzen Haus, bei dem alle Bewohnenden die Ursache im Keller suchten, kamen sich alle näher und lernten sich endlich von bester Seite kennen.
Ohne zahlreiche Helferinnen und Helfer hätte die Aufführung von «Jou Jetzä» kaum realisiert werden können. So waren Leute für das Licht, andere für die häufigen Kulissenwechsel zuständig – in jedem Stockwerk musste immer wieder die Einrichtung angepasst werden. Und schliesslich leisteten auch die Kassiererinnen und das Verkaufspersonal in der Küche ihren wertvollen Dienst.



