Schnapszahl für Litzler Chnertsch
Während die Fasnachtsumzüge in der Region am Samstag weitgehend verregnet und kühl vonstattengingen, hatten jene vom Sonntag Wetterglück. So auch die Litzler Chnertsch. Sie wurden mit ihrem fasnächtlichen Treiben durchs Dorf von sonnigem Wetter verwöhnt.
Zwei Guggen, drei Wagen und zahlreiche Gruppen- und Einzelmasken prägten den sonntäglichen Fasnachtsumzug durch die Kleinlützler Dorfstrasse. Eine Konkurrenz zum grossen Umzug in Laufen wird jener in Lützel nie sein, aber nebst der Dorfbevölkerung, die nahezu geschlossen dem Treiben beiwohnte, waren wieder erstaunlich viele auswärtige Gäste auszumachen. Strasse und Dorfplatz waren jedenfalls proppenvoll. Die Litzler Fasnacht schaut mit der einheimischen Clique Litzler Chnertsch auf rekordverdächtige 55 Jahre zurück. Eine Schnapszahl und somit auch ein Jubiläum, finden die Chnertsch. Ihr origineller Wagen, eine Riesenschnapsflasche beschriftet mit «Chnertschler — 55 Vol. %», unterstrich die Dauerpräsenz der Hauptakteure.
Wobei der hiesige Fasnachtsumzug nur dank der treuen Gäste aus dem Westen zur perfekten optischen und klanglichen Kulisse auftrumpft. Ohne die Guggen Ederschwiller Schmätterspatze und Roggeburger Waggis würde die Litzler Fasnacht zum sang- und klanglosen Dorfereignis. Auch dieses Mal gaben aber beide wieder durchwegs Vollgas durch das Dorf und anschliessend ebenso bei ihren Konzerten auf dem Dorfplatz.
Die Hauptattraktionen
Die von der Fasnachtsclique seit Jahren organisierte «Chingä-Prämierig» scheint jedes Jahr mehr Kinder und Familien zum Mitmachen zu animieren. Beispielsweise die Einzelmaske «Zuckerwald», die als lebende Zuckerwatte so manche Blicke auf sich zog. Die Gruppe «Goldjackpot» hatte als menschlicher Spielautomat alle Hände voll zu tun und siegte vor dem Märchenturm «Rapunzel».
Weitere Höhepunkte an der sonntäglichen Litzler Fasnacht waren die Fasnachtswagen der Ederschwiller Schmätterspatze, welche das mexikanische Fest «Dia de los Muertos» (Tag der Toten) mit einem bis ins Detail geschmückten Wagen nachspielten. Die entsprechend kostümierten Musikantinnen und Musikanten sowie das Servicepersonal rundeten das Sujet ab. Die Roggäburger Waggis zelebrierten mit ihrem originellen Wagen den Einbruch in den Louvre von Paris:
Eus dunkts fascht, es mues so sii,
d’ Sicherheitsvorcherigä si no chli z’chlii.
Die Schnitzelbanksänger der Litzler Chnertsch traten neu mit einem Handörgeler auf und freuten sich über einen voll besetzten Gemeindesaal, betrieben von den sieben Frauen der Huggi-Zuggis aus dem Huggerwald, und über ihre Auftritte in den Dorfbeizen.





