Rücktritt nach anhaltenden Spannungen

Nur ein Jahr nach Amtsantritt demissioniert Heiko Keck (SVP) als Mitglied des Gemeinderates von Hofstetten-Flüh. Als Grund nennt er Kompetenzüberschrei-tungen.

Hofstetten-Flüh

Er holte bei den Erneuerungswahlen vom 18. Mai 2025 für die SVP den zweiten Sitz im Gemeinderat von Hofstetten-Flüh und wurde von seiner Parteikollegin Andrea Meppiel als «Brückenbauer sehr geschätzt», erfuhren die Gäste an der Gemeinderatssitzung vom Dienstag. Mit grossem Engagement habe sich Heiko Keck in kurzer Zeit mit der schwierigen Materie der Gemeindefinanzen vertraut gemacht, das Ressort Finanzen verantwortungsvoll geführt und eine Finanzstrategie initiiert. «Sein Rücktritt ist ein Verlust für die Gemeinde», sagte Meppiel und zeigte sich über das Schweigen ihrer Ratskollegen erstaunt.

Domenik Schuppli ist Nachfolger

Daniel Spiess brachte anschliessend sein Bedauern zum Ausdruck, Gemeindepräsidentin Tanja Steiger bedankte sich bei Heiko Keck für seine geleistete Arbeit und Saskia Aebi wollte wissen, wie es weitergeht. Nachfolger sei Domenik Schuppli, stellte Gemeindeschreiberin Verena Rüger klar.

Schuppli war bei den letzten Wahlen zwar nicht angetreten, wurde zwischenzeitlich jedoch von der SVP als Ersatzgemeinderat aufgestellt, nachdem die auf der SVP-Liste aufgeführten Ersatzgemeinderäte demissioniert hatten.

«Ich komme meiner Pflicht nach, ich hätte es aber begrüsst, wenn Heiko Keck im Amt geblieben wäre. An der vorletzten Gemeinderatssitzung hatte ich im Namen der SVP noch einen Vermittlungsversuch vertreten, der aber von der Ratsmehrheit vereitelt wurde», sagt Schuppli auf Anfrage dieser Zeitung. Die SVP wollte damals den Gemeinderat dazu bewegen, die Legitimation des Finanzausschusses zu hinterfragen. Dieses Gremium nehme sich viel heraus, obwohl es in der Gemeindeordnung gar nicht vorkomme, gab Schuppli zu bedenken.

Die Ratsmehrheit war vor einigen Wochen bei der Zusammensetzung des Finanzausschusses nicht auf die Anträge von Heiko Keck als Ressortchef Finanzen eingegangen.

«Destruktiver Austausch»

«Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, mein Amt als Mitglied des Gemeinderates per 4. August 2026 niederzulegen und ersuche hiermit um die formelle Bestätigung durch den Gemeinderat», teilte Keck mit. «Mein Entscheid beruht auf wiederholten Einmischungen in die Zuständigkeiten meines Ressorts, zum Beispiel Kompetenzüberschreitungen anderer Personen, aus meiner Sicht eingetretenen Vertrauensbrüchen, Indiskretionen sowie Versuche der Beeinflussung. Hinzu kamen aus meiner Sicht unnötige und nicht konstruktive Zurechtweisungen durch die Gemeindepräsidentin. Zusätzlich hat die zwischenmenschliche Zusammenarbeit mit bestimmten Personen während der vergangenen Zeit enorm gelitten und es fand nur noch ein destruktiver Austausch statt», schrieb Keck in seinem Demissionsschreiben. Er könne mit Kritik und Widrigkeiten umgehen, jedoch seien ihm ein förderliches und respektvolles Umfeld und Integrität wichtig. In diesem Zusammenhang verweist er auf das «unpassende und beleidigende Verhalten durch ein Mitglied des Finanzausschusses». Bewusst habe er im Gemeinderat die Vertrauensfrage gestellt. Der Entscheid der Ratsmehrheit habe ihm gezeigt, dass er nicht den vollumfänglichen und nötigen Rückhalt bekomme und das angesprochene Problem nicht ernst genommen werde, hielt Keck fest.

Die Gemeindepräsidentin verzichtete auf Anfrage dieser Zeitung auf eine Stellungnahme zu den Vorwürfen.