Rücktritt aus dem Kantonsrat Solothurn in der vierten Amtsperiode
Während dreizehn Jahren hat der Witterswiler Mark Winkler die Amtei Dorneck-Thierstein im Solothurner Kantonsrat vertreten. Nun hat sich der FDP-Politiker für den Rücktritt auf Ende Februar entschieden.

Der in Dornach aufgewachsene Mark Winkler pflegte während seiner Amtszeit als Kantonsrat immer ein einvernehmliches, freundschaftliches Verhältnis zu den Medien und insbesondere zum «Wochenblatt». So ist denn auch dieses Gespräch in der «Du»-Form aufgezeichnet.
Martin Staub: Mark Winkler, erinnerst du dich an deine erste Wahl als Kantonsratskandidat im Jahre 2013?
Mark Winkler: Ja, sehr wohl. Meine Partei war damals in der Amtei Dorneck-Thierstein mit vier Sitzen vertreten. Ich wurde als Fünftplatzierter nicht direkt, aber als erster Nachrückender gewählt. Und da damals Remo Ankli gleichzeitig die Wahl als neuer Regierungsrat schaffte, durfte ich auf Anhieb als Solothurner Kantonsrat einsteigen.
Dreimal wurdest du wiedergewählt.
Ja. Ich bin jetzt nach dreizehn Jahren in der vierten Amtsperiode. Ich denke, der Zeitpunkt für meinen Rücktritt ist der richtige.
Wann fiel denn dein Entschluss für deinen Rücktritt? War das ein Spontanentschluss oder eher ein längerer Prozess?
Seit letztem Herbst machte ich mir Gedanken. Ich bin jetzt im 71. Altersjahr, werde wie alle anderen auch nicht jünger und entschied mich vor rund einem Monat für das Rücktrittsschreiben an den Kantonsrat. Meine Nachfolgerin, Anja Lutz aus Kleinlützel, freut sich auf ihren Einstieg und ihre Vereidigung in der kommenden Märzsession.
Schildere kurz deine Arbeit im Rat und in den Kommissionen, in denen du mitgearbeitet hast.
Der Kantonsrat Solothurn besteht aus hundert Personen aus allen fünf Amteien. Die zu behandelnden Themen sind neue Gesetze, Interpellationen und Aufträge jeglicher Art aus der Ratsmitte. Was im Rat verhandelt und entschieden wird, wird immer vorab in den Kommissionen besprochen und in einer Ratssitzung vorgestellt. Während elf Jahren engagierte ich mich in der UmBaWiKo (Umwelt–, Bau- und Wirtschaftskommission) — von 2021 bis 2025 auch als Präsident. Das bedeutete nebst den Ratssitzungen zusätzlich rund zehn Sitzungen in dieser Kommission pro Jahr.
Sprechen wir über besondere Enttäuschungen und Erfolge.
Da gibt es zum einen meine Eingabe, dass künftig Elektrofahrzeuge ebenso besteuert werden sollen wie Motorfahrzeuge, was leider vom Rat mehrheitlich abgelehnt wurde. Enttäuscht bin ich zudem von der politischen Trägheit allgemein, insbesondere zum Thema «Anschluss Dornach an die N18». Erfolgreich war ich hingegen mit meinem Antrag «Abschaffung der Hundemarke», was einstimmig angenommen wurde. Scheinbar eine Kleinigkeit, aber damit wurden die Gemeinden, welche die Hundemarken jährlich herausgeben mussten, entlastet.
Was war denn für dich Motivation, in die Politik einzusteigen?
Ich war an Politik immer interessiert und bekleidete schon in jungen Jahren politische Ämter in meinen Wohngemeinden Dornach und Witterswil.
Gab oder gibt es noch weitere Funktionen in deiner Politkarriere?
Selbstverständlich. In Witterswil engagiere ich mich in der Dorfplanungskommission. Im Forum Schwarzbubenland leite ich die Gruppe Wirtschaft. Ich war Präsident des HEV Kanton Solothurn und bin noch immer Mitglied im Vorstand des HEV Dorneck-Thierstein.
Bleibst du auch nach deinem Rücktritt politisch aktiv?
Ein politischer Mensch bleibt immer politisch aktiv. Das gilt auch für mich.
Was tut Mark Winkler nach der Zeit im Kantonsrat?
Meine Leidenschaft ist das Reisen. In wenigen Wochen werde ich mit meiner Frau eine private, mehrwöchige Reise nach Südamerika antreten. Darauf freuen wir uns sehr. Weiterhin darf ich für meine ehemalige Firma Media Touristik AG Reiseleitungen übernehmen. Möglicherweise noch etwas mehr als bis anhin.