«Politik ist meine Welt»

Seit dem 17. März ist Anja Lutz Solothurner Kantonsrätin für die FDP.Die Liberalen. Sie tritt die Nachfolge für den im Januar zurückgetretenen Witterswiler Mark Winkler an. Die Kleinlützlerin freut sich auf das, was auf sie zukommt.

Blumen aus Kleinlützel: Anja Lutz nach ihrer ersten Sitzung im Solothurner Kantonsrat. Foto: Martin Staub
Blumen aus Kleinlützel: Anja Lutz nach ihrer ersten Sitzung im Solothurner Kantonsrat. Foto: Martin Staub

Kleinlützel

Martin Staub: Wie hast du deine erste Sitzung im Kantonsrat erlebt?

Anja Lutz: Für mich war das sehr spannend. Auch wenn Regierungsrätin Sandra Kolly sich bei mir im Anschluss für die eher langweilige Sitzung entschuldigte (Haupttraktandum war der Legislaturplan 2025–2029, Anm. d. Red.). Vor allem freute ich mich über die vielen Lützlerinnen und Lützler, die mich zu meiner ersten Sitzung nach Solothurn begleiteten. Am Ende des Tages — am Nachmittag hatten wir noch eine Fraktionssitzung — war ich müde, aber glücklich.

Kannst du dir vorstellen, wie sich dein Leben als amtierende Kantonsrätin ab jetzt verändert?

Es ist mir klar, dass sich mein Alltag massiv verändert. Nebst den jährlich acht zwei- bis dreitägigen Sessionen kommen viele Fraktionssitzungen dazu. Jedes Kantonsratsmitglied hat zudem ein Mandat in einer Kommission, was noch einige Sitzungen mehr generiert. Ich bin in die Geschäftsprüfungskommission (GPK) gewählt worden. Selbstverständlich kommen noch viele Stunden «Heimarbeit» dazu. Das alles ist mir bewusst, aber ich freue mich auf das, was auf mich zukommt.

Wie lässt sich dieses zusätzliche Engagement für die Politik mit deinem Beruf als Immobilien-Maklerin vereinbaren?

Meine Vorgesetzten zeigten schon bei meiner Kandidatur für den Kantonsrat grosses Verständnis und freuen sich mit mir auf meinen dortigen Einsatz. Ich arbeite in einem 80-Prozent-Pensum und habe jeweils an meinem freien Freitag Zeit, Versäumtes aufzuarbeiten.

Du engagierst dich zudem im Kleinlützler Bürgerrat und als Vorstandsmitglied im Hauseigentümerverband Dorneck-Thierstein. Könnte das nicht zu viel werden?

Auf keinen Fall. Ich werde alle Mandate, wie bisher weiterführen. Der Bürgerrat ist der Anker zu meiner Gemeinde. Dort arbeite ich aktuell auch noch in der Arbeitsgruppe Ortsplanungsrevision mit. Auch das Mandat als Vorstandsmitglied des HEV liebe ich. Als Immobilien-Maklerin passt das ja auch. Nein, ich habe kaum Bedenken vor Überbelastung. Mein Partner zeigt auch Verständnis und unterstützt mich wohlwollend.

Bleibt da noch Zeit für Hobbys?

Zu meinen Hobbys zählt eindeutig die Welt der Politik. Zudem bin ich sehr gerne draussen in der Natur. In Begleitung eines Hundes aus der Nachbarschaft macht das besondere Freude und bedeutet für mich Erholung. Und dafür werde ich mir auch in Zukunft Zeit nehmen.

Zurück zu deiner zukünftigen Arbeit als Kantonsrätin. Hast du dir schon Schwerpunkte und Ziele vorgenommen?

Ich nehme mir vorerst die Zeit, meinen in diesem Bereich noch leeren Erfahrungsrucksack aufzufüllen. Mein Vorgänger Mark Winkler hat mir bereits viele Tipps auf den Weg gegeben. Und meine Sitznachbarn im Kantonsrat, Christian Thalmann und David Häner, werden mich in meiner Lernphase als Kantonsrätin unterstützen. Man erwartet von mir im ersten Jahr noch keine grossen Sprünge und lässt mir Zeit, mich einzuarbeiten. Ich freue mich auf den kommenden Lebensabschnitt. Vorerst heisst das für mich: «Learning by doing.»