Pfadi Thierstein feiert ihr 60-Jähriges

Am letzten Samstag lud die Pfadi zum Jubiläum beim Spielplatz Hirzewald in Breitenbach zu einem Erlebnistag für Jung und Alt ein. Das «Wochenblatt» sprach im Vorfeld mit zwei leitenden Personen der Pfadi.

Verantwortliche und Interviewpartner im Festzelt: Sina Bammert (Fips) und Michael Corpataux (Jerry). Foto: Thomas Brunnschweiler
Verantwortliche und Interviewpartner im Festzelt: Sina Bammert (Fips) und Michael Corpataux (Jerry). Foto: Thomas Brunnschweiler

Breitenbach

Das OK durfte sich am Wochenende über ein gelungenes Fest freuen. Mehr als 300 Gäste kamen zum grossen Festzelt und zu den angrenzenden Ständen und Spielorten. Vor allem die Hüpfburg und das Kinderschminken waren beliebt. Es erschienen nicht nur Aktive und Ehemalige, sondern auch Leute, welche die Pfadi kennenlernen wollten. Neben einem Infostand gab es auch ein Pfadi-Quiz und mehrere Spiele. Am Abend fand der gemeinsame Singsong am selbst gebastelten Kunstfeuer statt. Gleichzeitig wurde der Barbetrieb eröffnet. Trotz der frischen Temperaturen blieben einige noch bis 2 Uhr nachts. Für das Interview stellten sich Sina Bammert (Fips, Abteilungsleiterin) und Michael Corpataux (Jerry, Präsident und OK-Chef) zur Verfügung.

«Wochenblatt»: 60 Jahre Pfadi sind eine lange Zeit. Was hat sich seit 1966 verändert?

Fips und Jerry: Wichtig war der Zusammenschluss der Pfadfinder und der Pfadfinderinnen im Jahr 1987. Seither ist sehr viel Erlebnispädagogik eingeflossen. Die Leiterausbildung wurde professionalisiert. Alles ist reflektierter und bewusster geworden.

Es gibt in der Pfadi verschiedene Stufen. Wie sehen diese aus?

Relativ neu sind die Biber (4–6 Jahre), dann kommen die Wölfe (6–11 Jahre), die Pfadis (12–14), die Pios (14–16 Jahre) und als Leitpersonen und Ressource die Rover (bis 35 Jahre).

Was macht die Pfadi konkret an den Samstagnachmittagen?

Von 14 bis 17 Uhr hat jede Stufe ein eigenes Programm. Ziel ist Abwechslung. Das Programm orientiert sich an unseren Grundsätzen und am Draussen-Leben. Es wird Feuer gemacht oder auch gespielt. Es finden Schnitzeljagden statt, oder wir bauen eine Seilbahn im Wald. Ein Thema ist auch Recycling und Upcycling. Wir haben auch schon Umwelteinsätze geleistet.

Was ist die Bedeutung der Pfadfinderbewegung in der heutigen Zeit und in unserer Region?

Wir vertreten Werte, die wir leben wollen. Unsere Rolle als Leitpersonen ist es, verantwortungsvoll kritisch hinterfragende Jugendliche zu begleiten. Es geht um spielerische Vermittlung von Werten und um die Übernahme von Verantwortung.

Wie sehen diese Werte aus?

Es gibt Pfadfindergesetze, z. B. Verantwortung tragen, offen und ehrlich sein, zur Natur Sorge tragen, Herausforderungen mit Zuversicht begegnen, hilfsbereit sein und Traditionen hinterfragen.

Die Bewegung hat militärische und koloniale Wurzeln. Setzt man sich damit kritisch auseinander?

Ja, in der Ausbildung ist das ein wichtiger Punkt. Zum Glück hat sich gesamthaft aus den Anfängen etwas Positives entwickelt.

Wie war das letzte Bundeslager, das «mova», im Goms im Sommer 2022?

Es war cool, ja, beinahe eine Reizüberflutung. Wir staunten, was junge Menschen leisten können. Das Ganze war wie ein riesiges Festival. 2026 hatten wir noch ein spannendes zehntägiges Lager in den Niederlanden.

Wie kommt man übrigens zu seinem Pfadinamen?

Passende Namen werden aufgelistet, und die Leitenden stimmen ab. Meist schaut man auf Eigenschaften der Einzelnen. Nach einem Parcours gibt es ein Taufritual und eine Taufurkunde.