Petition scheitert an der Frage der Zuständigkeit
Anwohner Guido Hänggi forderte die Behörden auf, die Verkehrsregeln bei der Schule March und das Nutzungskonzept für die Freizeitanlage mit dem Hallenbad den heutigen Gegebenheiten anzupassen — bisher mit wenig Erfolg.

Meltingen
Eine Petition, unterzeichnet von 90 Personen aus Meltingen, Zullwil und Fehren, stiess vor drei Jahren an, die Verkehrssituation bei der Schul- und Freizeitanlage March sowie das Nutzungskonzept neu zu regeln. Die Umsetzung lasse auf sich warten, resümiert Initiant Guido Hänggi. Seiner Meinung nach liegt es an der Frage der Zuständigkeit und fehlender Eintracht. Die Zufahrtsstrasse tangiere Zullwil und Meltingen, die Verkehrsberuhigung werde aber nicht von beiden Gemeinden unterstützt, moniert Hänggi. «Trotz Gemeindeversammlungsbeschluss ist die Einführung von Tempo 30 noch nicht vollzogen und zu oft werden Fahrzeuge auf dem Pausenplatz abgestellt statt auf dem offiziellen Parkplatz. Sollte dieser zu klein sein für die aktuelle Belegung der beliebten Freizeitanlage mit Hallenbad, dann müsste man eben über die Bücher gehen. Es fehlt ein zeitgemässes Verkehrsregime mit Parkraumbewirtschaftung. Die Anpassung des Nutzungskonzeptes — vor allem für Anlässe und Veranstaltungen — ist überfällig. Dabei geht es auch um das Thema Lärmimmissionen.» Hänggi — er ist direkter Anwohner — plädiert zudem für eine klare Regelung, was die Elterntaxis anbelange. «Hier kommt es immer wieder zu prekären Situationen», gibt er zu Protokoll. Bei der interkommunalen Aufsichtskommission, die für das Areal zuständig sei, habe er vorgesprochen. «Passiert ist nichts, die Mitglieder der Kommission meinten, die Angelegenheit liege nicht in ihrer Kompetenz. Doch haben sie das Thema auch nicht vor die Delegiertenversammlung gebracht», sagt Hänggi. Nachgefragt beim Zweckverband Schule Gilgenberg sagt Vorstandsmitglied Christian Imark, die Petition sei bisher nicht zur Sprache gekommen. «Der aktuelle Schulvorstand hat keine Kenntnis von unerledigten Pendenzen aus dem Jahr 2023 bezüglich des Verkehrskonzepts.» Die Regel sei klar: «Der Pausenplatz ist während der Schulzeit für Fahrzeuge gesperrt. Daran möchte die Schule Gilgenberg festhalten.» Imark gibt den Ball weiter. «Die Entscheidungskompetenz für neue Verkehrskonzepte liegt bei den Kommunen. Sollte ein entsprechender Änderungsprozess in Gang gebracht werden, wird sich die Schule Gilgenberg gerne einbringen.»
«In Meltingen ist Tempo 30 im Gebiet March beschlossene Sache», erklärt Alexander Jeger, Gemeindeschreiber von Meltingen, auf Anfrage des Wochenblatts. Die Umsetzung sei in Arbeit. «Solche Massnahmen erfordern ihre Zeit, ausserdem ist die dortige Verkehrsberuhigung ein Teil des Gesamtkonzeptes für die Gemeindestrassen von Meltingen», präzisiert er. Für die übrigen Themen der Petition verwies Jeger an die Aufsichtskommission.
Präsident Mischa Koch war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Markus Saner, Gemeindepräsident von Zullwil, erklärte, dass auf der Zufahrtsstrasse von Zullwil her zur Schulanlage March keine Verkehrsberuhigungsmassnahmen geplant seien — eine (flächendeckende) Einführung von Tempo 30 stehe in Zullwil nicht zur Debatte. Hänggis Forderung, für die Schul- und Freizeitanlage March ein neues Nutzungskonzept zu erstellen und die Parkordnung zu verschärfen, betreffe in erster Linie den Zweckverband Schule Gilgenberg. «Das wäre in Zullwil erst dann ein Thema, wenn der Zweckverband Massnahmen beschliessen würde, die von den Verbandsgemeinden abgesegnet werden müssen», hält Saner fest.