Moderne Sklaverei in Szene gesetzt
Die Theatergruppe des Oberstufenzentrums Dorneckberg (OSZD) führte am vergangenen Wochenende das Theaterstück «Far Away» auf. Der Einakter, der moderne Sklaverei thematisiert, wurde während des letzten Schuljahres von der OSZD-Klasse EP2 geschrieben.

Die Bühne in der Aula des OSZD in Büren präsentierte sich zweigeteilt. Links die Kulisse eines luxuriösen Schweizer Wohnzimmers, rechts die Szene einer massenproduzierenden Fabrik irgendwo auf der Welt, wo noch heute moderne Sklaverei betrieben wird. Verbunden wurden die beiden Welten durch ein gut sichtbares Tor, das nicht durchschritten werden konnte.
Die Schülerinnen und Schüler der klassendurchmischten Theatergruppe entschieden sich unter der Regie von Barbara Schifferle, Fachlehrperson Deutsch, das Thema aufzunehmen und das von der Progymnasialklasse EP2 geschriebene Drama «Far Away» zur Aufführung zu bringen. Dem Schreiben der Geschichte über die heutige moderne Sklaverei gingen lange, intensive Recherchen der Jugendlichen voraus. «Das Stück ist also nicht ganz frei erfunden, sondern basiert teilweise auf wahren Begebenheiten», erklärte die regieführende Barbara Schifferle.
Tragisch endende Geschichte
Eine konsumorientierte Familie mit einer etwas naiven Mutter, einem geschäftigen Manager als Vater, einer übermässig verwöhnten Tochter und dem Sohn Taro, der das Problem des übermässigen Konsumverhaltens in unserer Welt erkennt, verkörpert die Reichen hier. Auf der anderen Seite leidet das elternlose Mädchen Rahel mit ihrer kranken Schwester in der Ferne unter riesigem Arbeitsstress. Sie arbeitet in der Fabrik und sorgt sich zudem um die Lieferung der bestellten Pakete in die reiche, dekadente, westliche Welt. So entsteht eine Liebesgeschichte zwischen Taro aus der Luxus-Welt und dem Sklavenmädchen aus der weiten Ferne. Es kommt zu Streitereien in der modernen Familie und zur Bedrohung von Rahel. Die daraus resultierende gemeinsame Flucht endet schliesslich mit dem Tod der beiden.
Die 14 beteiligten Darstellerinnen und Darsteller im Alter zwischen 11 und 16 Jahren zeigten Begeisterung für die moderne Tragödie und überzeugten entsprechend. Verständlich, dass die zum Teil noch sehr jungen Schauspielerinnen und Schauspieler nicht immer ganz authentisch in ihre Rollen einzutauchen vermochten, begeisterten das Publikum aber trotzdem, wie der abschliessende, hochverdiente Applaus bewies.