Mit dem Flair der Grossfamilie 25-jährig geworden
Turnraum und Waldanschluss statt Tablets und Lerncomputer machen die älteste Kindertagesstätte «Chinder Mobile» im Leimental seit 25 Jahren zu etwas Besonderem.
Witterswil
Etwas aus der Zeit gefallen wirkt es, wenn Geschäftsführerin Jasmine Metzger über das «Chinder Mobile» sagt, es gebe hier keine digitalen Geräte. Doch beim zweiten Hinhören wird klar: Genau das ist die Stärke dieser Kita in Witterswil und das war sie schon seit ihren Anfängen, als sie weitherum als Einzige eine familienergänzende Betreuung anbot.
Seit 25 Jahren nimmt das «Chinder Mobile» Kinder ab einem Alter von drei Monaten auf und hat am vergangenen Samstag mit einem Tag der offenen Tür einen farbenfrohen und lebendigen Geburtstag gefeiert. Mit ihrem fünfköpfigen Team aus Kleinkindererziehern und -erzieherinnen bietet Jasmine Metzger 18 Betreuungsplätze an, die von über 55 Kindern aus der näheren Umgebung in Anspruch genommen werden. Als sie im April 2001 den Betrieb aufnahm, erstreckte sich das Einzugsgebiet der Pionierin noch über das ganze Schwarzbubenland. Mittlerweile sind weitere Tagesbetreuungen in der Umgebung entstanden, und so hat sich zwar das Einzugsgebiet, zum Glück aber nicht die Auslastung im «Chinder Mobile» verkleinert.
Keine Unterteilung in Gruppen
Dass das Konzept der Grossfamilie — es gibt im «Chinder Mobile» keine Unterteilung in Gruppen — aufgeht, zeigt sich daran, dass alle Plätze besetzt sind. Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert wesentlich besser als eine ausgeklügelte und kreative Werbekampagne oder ein einprägsamer Auftritt in den sozialen Medien. Analog statt digital hat auch im Jahr 2026 seine Berechtigung. Die Kinder haben mehr als genug andere Beschäftigungsmöglichkeiten, toben sich im Bastelzimmer, im Bewegungsraum oder naturnah bei einem Spaziergang im angrenzenden Wald aus.
In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Kinderbetreuung professionalisiert. Schon immer mussten die Betriebe bewilligt werden, heute finden zudem unangemeldete Inspektionen statt, die Buchhaltung wird von den Behörden überprüft und Bewerbende müssen einen Strafregisterauszug vorlegen.
Jasmine Metzger akzeptiert Veränderungen, auch wenn der administrative Aufwand laufend zunehme. Es ist ihre Herzensangelegenheit, dass sich die Kinder in der familiären Atmosphäre wohlfühlen und Kind sein dürfen. Ihre Erfahrung und der Erfolg der Institution zeigen, dass es auch 2026 nicht zwingend Tablets und Lerncomputer braucht. Sie, die sich altershalber schon längst hätte zurückziehen können, ist zuversichtlich, dass ihre Tochter oder eine ihrer Angestellten die Kita irgendwann in diesem Sinn weiterführen wird.



