Leidenschaft für Burgen und Schlösser
Für sein drittes Buch hat «Schloss-Schryber» Nico Piazzalonga unzählige Stunden im Solothurner Staatsarchiv und in Bibliotheken verbracht. Entstanden ist ein umfangreiches Werk über die fast tausendjährige Geschichte des Schlosses Neu-Thierstein in Büsserach.

Nach Werken über die Schlösser Waldenburg und Gilgenberg hat sich Nico Piazzalonga der Geschichte von Schloss Neu-Thierstein gewidmet – nach zweijähriger Arbeit ist das Werk «der vesten Tir-stein – Die Geschichte des Schlosses Neu-Thierstein» vollendet. Am vergangenen Sonntag wurde das Buch auf einer Vernissage auf dem Schloss vorgestellt.
Die Begeisterung für Geschichte begleitet Piazzalonga schon lange. Beim Wandern mit der Familie hätten Burgen stets als Motivation für den mühsamen Marsch gedient. Bis heute faszinieren ihn die markanten Bauwerke, die vielerorts das Landschaftsbild prägen. «An Burgen kann man regionale Geschichte besonders gut nachvollziehen», sagt er. Für ihn sind die Anlagen sichtbare Zeugen vergangener Zeiten und eng mit der Entwicklung der heutigen Region verbunden.
Einen wichtigen Impuls für seine Tätigkeiten als «Schloss-Schryber» erhielt er während Ferien in Schottland. Dort erlebte er, wie Burgen touristisch genutzt und Geschichte anschaulich vermittelt wird. Zurück in der Schweiz entstand die Idee, selbst Führungen anzubieten. Seit 2020 führt er Besucherinnen und Besucher durch verschiedene Burgen der Region, darunter Waldenburg, Gilgenberg, Landskron und Pfeffingen. Vereine, Schulklassen, Familien oder Firmen gehören zu seinen Gästen. Mittlerweile ist er zudem Vorstandsmitglied des Vereins Burgenfreunde beider Basel.
Beruflich arbeitet Piazzalonga als Fachmann Information und Dokumentation an der Kantonsbibliothek Aarau. Die Führungen, das Schreiben und das Recherchieren betreibt er daneben als Hobby. Für das neue Buch wollte er allerdings besonders sorgfältig vorgehen. «Ich wollte alles möglichst korrekt machen», sagt er. Deshalb sichtete er zahlreiche Publikationen und historische Quellen und legte grossen Wert auf ein umfassendes Quellenverzeichnis. Ein Teil der Arbeit bestand darin, vorhandene Literatur auszuwerten. Gleichzeitig stiess er auf Zeitabschnitte, über die nur wenig publiziert wurde. Gerade für die Jahre zwischen dem 16. Jahrhundert und der Zerstörung der Anlage Ende des 18. Jahrhunderts musste er tiefer graben. Der Weg führte ihn deshalb immer wieder ins Solothurner Staatsarchiv und in die Zentralbibliothek. Dort halfen ihm Fachleute beim Entziffern alter Handschriften und bei der Suche nach relevanten Dokumenten. Unterstützung erhielt er unter anderem von Hans Braun sowie von Mitarbeitenden der Archäologie Solothurn. Viel Zeit investierte Piazzalonga während seiner Ausbildung, oft auch unterwegs im Zug. Dankbar ist Piazzalonga für die Hilfe zahlreicher Personen aus seinem Umfeld. Freunde und Bekannte halfen beim Gegenlesen oder Fotografieren. «Meine Kollegin Delia Gerber hat das ganze Buch gelayoutet und sich - wie bereits bei den Vorgängerwerken — um den Druck gekümmert. Ohne sie würde es das Buch nicht geben», betont Piazzalonga.
Die erste Auflage finanzierte der Autor selbst, später erhielt er Unterstützung von der Gemeinde Büsserach. Das Buch versteht Piazzalonga auch als Dankeschön an die Gemeinde und die Schlosskommission, die seine Arbeit und die Führungen rund um Neu-Thierstein unterstützen. Geschrieben hat er es bewusst für ein breites Publikum. Das Werk richte sich an alle, die sich für Lokalgeschichte und Burgen interessieren, nicht nur an Fachleute. Und wie geht es weiter? Ideen für ein neues Buch gebe es bereits. Ob es aber ein Sachbuch oder sogar ein Roman wird, sei noch offen. Sicher ist nur eines: Das Schreiben wird Nico Piazzalonga auch in Zukunft begleiten.
Das Buch «der vesten Tirstein – Die Geschichte des Schlosses Neu-Thierstein» kann unter www.schloss-schryber.ch bestellt oder auf der Gemeindeverwaltung Büsserach bezogen werden. Führungen können ebenfalls auf dieser Website gebucht werden. In der Sommerzeit finden immer am letzten Sonntag des Monats öffentliche Schlossbesichtigungen von 11.30–17.00 Uhr statt.