Kein Hobby, sondern eine Passion

Der Kanton Solothurn ist in 66 Jagdreviere aufgeteilt. Der Jagdverein Geissberg (Revier Beinwil Ost) startet die soeben beginnende Jagdsaison mit einer neuen Jägerin. Sängerin Céline Steiner hat vor einigen Tagen die Ausbildung zur Jägerin erfolgreich abgeschlossen.

Céline Steiner: Die frischgebackene Jungjägerin freut sich auf die Jagdsaison. Foto: Martin Staub
Céline Steiner: Die frischgebackene Jungjägerin freut sich auf die Jagdsaison. Foto: Martin Staub

Breitenbach

Céline Steiner liebt den Gesang. Sie nahm längere Zeit Gesangsstunden und ist seit vielen Jahren Mitglied beim Kirchenchor Breitenbach. «Unsere wichtigste Stimme im Sopran», sagt Dirigent Isidor Lombriser über sie.

Die passionierte Sängerin hat eine zweite Leidenschaft. Vor rund drei Jahren, nach einem Besuch beim Jagdverein Geissberg im Revier Oberbeinwil, hat sie sich entschieden, Jägerin zu werden. «Schon als Kind hielt ich mich, wann immer es ging, im Wald auf», erklärt die in Erschwil aufgewachsene Breitenbacherin. Später, als Erwachsene, nutzte sie gerne die Gelegenheit, einen Bekannten an Jagdtagen zu begleiten; «als Treiberin auf der sogenannten Bewegungsjagd», erklärt sie.

Die Sängerin hat sich also vor rund zwei Jahren für die Ausbildung zur Jägerin angemeldet und durchgehalten. «Nicht in einem Zug», wie sie zugibt. Zur praktischen Prüfung musste die Mitarbeiterin eines Familienunternehmens ein zweites Mal antreten. Dafür hat sie die theoretische Jagdprüfung als Beste des Jahrgangs bestanden.

Céline Steiner freut sich über den erfolgreichen Abschluss zur Jungjägerin. «Ja, es war manchmal ziemlich herausfordernd», sagt sie. «Zum Lernen stand ich oft frühmorgens auf, bevor unser kleiner Sohn aufwachte», erklärt die Familienfrau. «Als Jägerin geht es um weit mehr als das Schiessen von Wildtieren», erklärt Céline Steiner, die sich auch auf die vielen weiteren Aufgaben freut. «Wir setzen uns ein für die Natur, für die Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt sowie für die Pflege des Waldes», erklärt die 37-Jährige und nennt als Beispiele die Rehkitzrettung mittels Drohnen und Wärmebildkamera, die Einsätze bei Wildunfällen zu jeder Tages- und Nachtzeit, die Erlösung von kranken Tieren sowie weitere Pflegeeinsätze durch den Jahreslauf.

In diesen Tagen beginnt in den Revieren des Schwarzbubenlandes, wie im ganzen Kanton Solothurn, die sogenannte Bewegungsjagd, wo Mitglieder der Jagdvereine festgelegte Jagdtage zusammen mit Treiberinnen und Treibern veranstalten und meist mit einem feierlichen Ritual abschliessen. Klar, in allen Revieren dominieren nach wie vor die Männer. Die frischgebackene Jägerin Céline Steiner ist aber bei Weitem nicht die Einzige. Immer mehr Frauen sind als Jägerinnen in den Revieren der Region im Einsatz.